Als wir im März über die Droidcon flaniert sind, haben wir in einer Vitrine, in der Kuriositäten aus der Android-Welt ausgestellt waren, die Samsung SH100 entdeckt. Diese kompakte Digitalkamera bietet die Möglichkeit, mit Android-Smartphones gekoppelt zu werden. Dadurch wurde sie interessant genug für einen androidnext-Kurztest.

 

Samsung Electronics

Facts 

Für das Testgerät bedanken wir uns ganz herzlich bei Getgoods.

Kompakte Digitalkameras gibt es inzwischen wahrscheinlich mehr als Fische im Ozean – bei dieser unüberschaubaren Flut ist es für die Hersteller nicht besonders leicht, mit einem Gerät aus der Masse herauszustechen. Samsung hat der SH100, neben dem 14,2 Megapixel-Bildsensor, aber einige sehr schöne Features mit auf den Weg gegeben, durch die die Kamera dann doch sehr interessant wird. So verfügt die SH100 zum Beispiel neben einem 3 Zoll großen Touchscreen auch über ein WLAN-Modul, für das sich Samsung einige tolle Anwendungsmöglichkeiten hat einfallen lassen, wie zum Beispiel drahtloses Backup auf den heimischen Rechner oder das Hochladen der Fotos in soziale Netzwerke. Streaming, etwa an Fernseher per DLNA, viele Bildbearbeitungsfunktionen mithilfe kleiner Apps (zum Beispiel Filter im Instagram-Stil) sowie die Anbindung an ein Android-Smartphone runden das Bild ab.

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Die Anbindung an Android-Smartphones (Tablets werden leider nicht unterstützt) funktioniert über einen mobilen WLAN-Hotspot, den man auf dem Mobiltelefon startet und über den sich die Kamera dann an dem Smartphone koppeln lässt. Mit der App Remote Viewfinder lässt sich das Bild der SH100 auf dem Smartphone-Display anzeigen – außerdem kann man zoomen, den Fokuspunkt festlegen und die Kamera auch ferngesteuert auslösen. Das ist vor allem dann praktisch, wenn man die SH100 auf ein Stativ montiert hat und noch Veränderungen an dem Motiv vornehmen muss – so entfällt das lästige Hin- und Hergerenne zwischen Kamera und Motiv. Abgesehen davon sind uns im Test allerdings keine weiteren Anwendungsgebiete für dieses Feature aufgefallen. Leider funktioniert diese Anbindung auch nicht ganz problemlos, so ist das übertragene Bild immer ein bis zwei Sekunden zeitverzögert. Auch nach der Betätigung des Auslösers vergehen gerne ein paar Sekunden, bis das Bild aufgenommen wird und der Zoom reagiert ebenfalls entsprechend verzögert. Außerdem ist es schade, dass über die App keine weiteren Einstellungen wie Blendenauswahl oder Belichtungszeit vorgenommen werden können.

Download: Remote Viewfinder for SH100

Remote Viewfinder for SH100 qr code

Die Verarbeitung der Kamera weiß leider auch nicht vollends zu überzeugen – zwar ist diese durch das Plastikgehäuse sehr leicht, allerdings wirkt die SH100 dadurch auch nicht besonders hochwertig. Das gleiche Problem kennt man ja bereits von Smartphones wie dem Samsung Galaxy S3. Der Touchscreen ist zwar eine schöne Idee, da dieser allerdings resistiv ist, reagiert er nur auf Druck und nicht auf Berührung, wie man es von kapazitiven Smartphone-Displays gewohnt ist. Dadurch wird die Navigation durch die ohnehin schon relativ unübersichtlichen Menüs nicht gerade vereinfacht.

Die Bildqualität selber steht für uns tatsächlich nicht im Mittelpunkt, da wir schließlich eine Android-Seite sind und andere Seiten dies besser beurteilen können. Da Frank und ich privat jeweils mit einer Canon PowerShot S95 Fotos machen, sind wir vielleicht etwas verwöhnt und waren von den Bildern der SH100 entsprechend wenig begeistert. Die Farbwiedergabe wirkt oft blass und kraftlos, bei schlechten Lichtverhältnissen setzt sehr schnell sehr starkes Bildrauschen ein.

Fazit

Die Samsung SH100 besitzt einige schöne Funktionen, wie WLAN und die Anbindung an Android-Smartphones per App, die man bisher von kaum einer anderen Kamera kennt. Leider ist die Umsetzung nicht optimal gelöst und so macht die Nutzung mit dem Android-Smartphone nicht so viel Spaß, wie man anfänglich erwartet hätte. Auch die generelle Verarbeitungs- sowie die Bildqualität sind eher niedrig – in Anbetracht des aktuellen Straßenpreises von rund 110 Euro aber durchaus zu verschmerzen. Für weniger anspruchsvolle Gelegenheitsfotografien dürfte die Kamera somit vollkommen ausreichen. Allein die Android-Anbindung ist allerdings kein Verkaufsargument.

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