Samsung: Unternehmensvorsitzender fordert Fokus auf Software

Lukas Funk 8

Samsung wurde in der Vergangenheit viel dafür gescholten, den Markt mit unzähligen, nur allzu ähnlichen Produkten und Derivaten populärer Modelle zu überschwemmen. Damit soll in in diesem Jahr Schluss sein, fordert Lee Kun-hee, Vorsitzender von Samsung Electronics. Zukünftig sollen sich die Abteilungen für Forschung und Entwicklung stärker auf die Software konzentrieren.

Samsung: Unternehmensvorsitzender fordert Fokus auf Software

Zoom, Active und mini heißen Derivate des momentanen Samsung-Flaggschiffs Galaxy S4 (Test), von dem es wiederum eine Variante mit Snapdragon 600-Chip und eine mit Exynos-Prozessor gibt, dazu ein überarbeitetes Modell mit Snapdragon 800 und Unterstützung für LTE-A. Zusätzlich erschienen im vergangenen Jahr die High-End-Geräte der Galaxy Note-Serie sowie unzählige Smartphones und Tablets im mittleren und unteren Preissegment.

samsung-boss-lee-kun-hee-via-the-verge

Diese schiere Masse an Geräten führt nicht nur bei Smartphone-Fans zu Kopfschütteln, sondern stößt auch in der Chefetage des Unternehmens selbst auf Unverständnis. Und so nahm Lee Kun-hee, Vorsitzender von Samsung Electronics, seine Neujahrsansprache zum Anlass, eine Änderung der Produktstrategie zu fordern. Man solle nicht an 5 bis 10 Jahre alten, Hardware-zentrischen Taktiken festhalten, sondern müsse sich verstärkt um innovative Software verdient machen. Die Zentren für Forschung und Entwicklung sollen rund um die Uhr daran arbeiten.

Samsungs Software rund um die Benutzeroberfläche TouchWiz UX gilt weithin als Feature-überladen. Neben einigen nützlichen Zusätzen, die die Bedienung erleichtern, sorgen viele Spielereien und das eiserne Festhalten an Konzepten der prä-ICS-Ära für Kritik. Schon länger gehen Gerüchte um, Samsung wolle an diesem Problem arbeiten und auch im Zusammenhang mit dem jüngst geleakten Galaxy Note 12.2 Pro wurde eine überarbeitete Tablet-Oberfläche erwähnt.

Samsung-Galaxy-Note-3-settings1

Lee Kun-hees Wünsche könnten durchaus auf fruchtbaren Boden fallen: Wie die meisten großen Unternehmen aus Südkorea ist Samsung als sogenanntes Jaebeol organisiert, ein gigantisches, mehrere Sparten umfassendes Familienunternehmen, an dessen Spitze ein Vorsitzender steht, der die Geschicke des Jaebeol weitgehend autokratisch lenkt. Gut möglich also, dass uns 2014 tatsächlich weniger Samsung-Geräte mit besserer Software erwarten. Wir würden diese Entwicklung begrüßen.

Quelle: Wall Street Journal [via The Verge]

Foto: The Verge

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung