Samsung: Vorwürfe von HTC zu Zulieferungen als „Waffe im Wettbewerb“

Sven Kloevekorn

Samsung ist nicht nur einer der größten Smartphone-Hersteller der Welt, sondern auch Zulieferer diverser elementarer Komponenten wie Displays und SoCs, die von anderen Herstellern in ihren Geräten verbaut werden. Jack Tong, seines Zeichens Präsident von HTC North Asia, hat jetzt geäußert, dass die erforderliche Zulieferung von Schlüsselkomponenten als Waffe im Wettbewerb benutzt werden könne – Ziel dieser Kritik ist Samsung.

Dass Samsung ein wichtiger Zulieferer selbst für arge Konkurrenten ist, rückte spätestens ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, als im Rahmen der ewigen Patenstreitigkeiten zwischen den Koreanern und Apple bekannt wurde, dass Samsung zum Beispiel in großem Umfang SoCs für verschiedene iPhone-Generationen liefert. So soll Apple Samsungs wichtigster Abnehmer solcher Bauteile gewesen sein – und dass, obwohl das Wort Feindschaft bei der Beschreibung des zerrütteten Verhältnisses der beiden Technologiegiganten sicher keine Übertreibung darstellt.

Inzwischen ist Apple zwar konsequenterweise dabei, den Schwerpunkt seiner Zulieferkette auf andere Hersteller zu verlagern, andere Produzenten wie HTC bleiben aber wohl auch auf lange Sicht von Samsungs Zulieferungen abhängig, da die entsprechenden Komponenten oft die aktuellsten technischen Entwicklungen wiederspiegeln und die Auswahl möglicher Zulieferer bei einigen Komponenten sehr begrenzt ist.

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Jack Tong nennt auch ein Beispiel für seine Vorwürfe: Im Jahre 2010 seien die HTC-Smartphones Nexus One und Desire zunächst mit AMOLED-Displays von Samsung ausgestattet gewesen. Einem Bericht von Focus Taiwan zufolge hätten die Koreaner sich dann aber entschieden, HTC aus strategischen Gründen für zukünftige Modelle keine solchen Bildschirme mehr zur Verfügung zu stellen.

Unserer Meinung nach ist an Samsungs Vorgehen nichts Verwerfliches (sofern keine Verträge gebrochen wurden — und das ist offensichtlich nicht der Fall). Vielmehr handelt es sich um einen völlig normalen Vorgang, wenn ein Zulieferer, der auch selber Smartphones herstellt, sich aus strategischen Gründen dazu entscheidet, einem wichtigen Konkurrenten Komponenten vorzuenthalten, vor allem wenn man diese für die eigenen Geräte benötigt. Seinerzeit wollte Samsung das Galaxy S und das Bada-Gerät Wave auf den Markt bringen, später im Jahr dann auch das Nexus S. Deren AMOLED-basierte Displays galten durchaus als Alleinstellungsmerkmal, von daher ist nur zu verständlich, dass Samsung die Produktionskapazitäten für AMOLED-Panels lieber für eigene Geräte verwenden wollte.

Quelle: Focus Taiwan [via The Verge]

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