Samsung: Vorwurf der Kinderarbeit in chinesischer Fabrik

Frank Ritter 7

Es ist ein offenes Geheimnis, dass die großen Technologiefirmen ihre Produkte häufig in Fabriken von chinesischen Dienstleistern produzieren lassen, die nicht allzu viel auf Arbeitsschutz und humane Arbeitszeitrregeln geben. Oft genug kommt dazu, dass diese Firmen Kinder und Jugendliche beschäftigen. Nun wird auch Samsung vorgeworfen, in einen solchen Fall verwickelt zu sein.

Samsung: Vorwurf der Kinderarbeit in chinesischer Fabrik

Ein Bericht der Non-Profit-Organisation China Labor Watch (CLW) vom gestrigen 7. August erhebt schwere Vorwürfe gegen Samsung: In einer Fabrik von Samsungs Hardware-Produktionspartner HEG im chinesischen Huizhou würden systematisch Minderjährige beschäftigt. In der HEG-Firma werden unter anderem Handys, DVDs und MP3-Player für Samsung produziert. Neben den rund 2.000 HEG-Beschäftigten würden auch etwa 50 Samsung-Angestellte in der Fabrik arbeiten.

In China darf man ab dem Alter von 16 arbeiten, dennoch hat CLW auch diverse Fälle von 14-jährigen dokumentiert, die in der Fabrik arbeiten oder gearbeitet haben. Insbesondere zu Zeiten der Sommer- und Winterferien steige die Anzahl der Angestellten, die Belegschaft bestünde dann zu 80 Prozent aus Schülern. Deren Arbeitsverträge als „Praktikum“ würden nur mit den Lehrern geschlossen, die zudem gefälschte Ausweise für die Schüler vorlegten. Offiziell wisse die HEG zwar nichts vom zu niedrigen Alter der Angestellten – in China gibt es harte Geldstrafen für Kinderarbeit – dennoch lasse HEG bewusst zu junge Arbeiter nicht in den fabrikeigenen Unterkünften wohnen, um Kontrollen zu entgehen.

Zu niedrigen Löhnen gesellten sich zudem Probleme hinsichtlich der Arbeitssicherheit, ein rigides Bestrafungssystem, das bei Regelverletzungen finanzielle und physische Bestrafungen, aber auch Belohnungen bei Denunziation vorsehe. Bestraft würden unter anderem Zuspätkommen, Fehler bei der Arbeit und zu geringe Geschwindigkeit in der Ausführung. In dem Bericht wird zudem von exzessiven Überstunden, hohem psychischen Druck seitens der Aufseher und physischen Misshandlungen berichtet. Es gäbe nur unzureichende Aufklärung über Standards der Arbeitssicherheit und keine Erste-Hilfe-Kästen, bei Verletzungen sei medizinische Versorgung bereits verweigert worden.

Es handelt sich um ein sensibles Thema, deswegen möchten wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir uns nur auf externe Berichte stützen können, deren Überprüfung uns natürlich von hier aus schwer möglich ist. Dennoch sind das harte Vorwürfe gegenüber Samsung beziehungsweise dessen Produktionspartner HEG. Sollten sie sich als wahr herausstellen, kann (und sollte) sich das sehr negativ auf das Firmenimage auswirken, ähnlich wie es bei Apple und dem Bekanntwerden der Arbeitsbedingungen bei dessen Zulieferer Foxconn war. Samsung hat bereits angekündigt, die Vorwürfe zu überprüfen.

Report von China Labor Watch (PDF) [via Register, TechnoBuffalo]

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