Samsungs Zukunft: Neue Geräte mit faltbaren und 4K-Displays, 64-Bit-CPU, besserer Software

Andreas Floemer 12

Samsung hat seine Pläne für 2014 und danach im Zuge eines Analyst Day offen gelegt. Diese deuten darauf hin, dass wir auf ein spannendes kommendes Jahr blicken können. Nicht nur im Hinblick auf die Hardware wird es interessant, auch in Sachen Software, sprich: Samsungs Android-Nutzeroberfläche TouchWiz UX und anderen Services könnte sich einiges ändern.

Samsungs Zukunft: Neue Geräte mit faltbaren und 4K-Displays, 64-Bit-CPU, besserer Software

Samsung Exynos-Prozessoren: Eigene Mikroarchitektur für SoCs à la Qualcomm

Fangen wir mit den Prozessoren, quasi dem Herz eines jeden Smartphones an. In diesem Bereich will Samsung Qualcomm nacheifern und nicht nur eigene SoCs mit ARM-Prozessorkernen bauen, sondern eigene Prozessorkerne entwickeln - wir berichteten bereits über entsprechende Gerüchte. Hersteller wie Nvidia mit seinen Tegra-SoCs und Samsung mit der Exynos-Reihe haben bislang Prozessorkerne von ARM lizenziert, um die Cortex A15-, A7- oder A9-Architekturen für eigene SoCs zu verwenden. Bei Qualcomm läuft es hingegen anders: Der Konzern entwirft eigene Prozessoren der Krait- und Scorpion-Architektur für die eigenen Snapdragon-SoCs, die zwar ARM-kompatibel sind, aber „inhouse“ stark optimiert werden. Der Erfolg, insbesondere im Jahr 2013, gibt Qualcomm mit diesem Weg recht – nahezu alle Topgeräte, auch die von Samsung, waren 2013 mit Snapdragon-SoCs ausgestattet.

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Nichtsdestotrotz bleibt Samsung weiterhin (oder bis auf Weiteres) ein enger Partner von ARM und wird SoCs auf ARM Cortex-Basis fertigen, zusätzlich aber wird an Prozessoren mit Samsung-Cores entwickelt. Ein konkreter Zeitplan für die Verfügbarkeit der eigenen SoC-Basis wurde bislang noch nicht kommuniziert. Eines ist hingegen so gut wie sicher: Man wird 2014, wie Apple beim iPhone 5s, auf 64-Bit-Architektur setzen.

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Samsung Galaxy Note 10: So schön soll das nächste Top-Smartphone aussehen.

Samsung-Displays: WQHD-Auflösung, gebogene Screens 2014, faltbare Displays 2015

Nicht nur über neue Prozessoren wurde informiert, auch ein Blick auf zukünftige Display-Technologien wurde gewährt. Demnach wird 2014 das Jahr der Smartphones mit WQHD- und gebogenen Displays. Was die WQHD-Auflösung anbelangt, war es absehbar, da auch Samsung auf diesen Zug aufspringt, denn sowohl LG als auch Japan Display, beziehungsweise Sony werden Smartphones in der Fabel-Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln und einer Pixeldichte von sagenhaften 560 ppi vorstellen. Damit geht also der Pixelirrsinn weiter. Auch im Folgejahr 2015 ist kein Ende der Entwicklung abzusehen, denn laut Samsung-Roadmap wird es 2015 Smartphone-Displays mit 4K-Auflösung geben.

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Auch in die Entwicklung der flexiblen Displaytechnologien wurde ein kleiner Einblick gewährt. So sollen, sofern alles nach Plan läuft, erste Smartphones mit gebogenen Displays 2014 flächendeckend auf den Markt kommen – das jüngst vorgestellte Galaxy Round gilt nach aktuellen Informationen lediglich als ein erster Gehversuch in diese Richtung. Es soll zwar in Südkorea in den Verkauf gehen, eine globale Verfügbarkeit wird aber wohl nicht in Betracht gezogen. Mit ersten Smartphones, die sich tatsächlich falten lassen, darf man laut Roadmap bereits 2015 rechnen. Diese Displays werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in der nächsten oder übernächsten Generation von Wearables wie der Galaxy Gear verbaut werden.

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Samsungs Promovideo für künftige faltbare Devices

Samsung Flexibles Display Offizielle Werbung.

Kamera: Samsung Galaxy S5 und Note 4 bekommen ISOCELL-Technologie

Von Samsungs neuer Kameratechnologie namens ISOCELL haben wir bereits im September dieses Jahres etwas gehört, nun tauchte diese erneut in einem Slide während des Analyst Day 2013 auf und bestätigt nunmehr, dass die Premium-Geräte des nächsten Jahres mit einer 16 MP-Kamera und ISOCELL-Bildsensor ausgerüstet sein werden. Damit kann eine solche Kamera für das Samsung Galaxy S5 und das Galaxy Note 4 nahezu als bestätigt gelten.

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Dieser neue Sensor soll im Gegensatz zu den derzeit standardmäßig verbauten BSI-Sensoren in der Lage sein, Licht besser zu absorbieren, Bildrauschen um 30 Prozent zu verringern und so ein allgemein besseres und schärferes Bild zu produzieren. Womöglich möchte Samsung zu Nokia aufschließen, die Smartphones mit sehr guten und zudem lichtstarken Kameras bauen.

Software: Starker Fokus auf neue TouchWiz-Generation

Samsungs eigene auf Galaxy-Smartphones und Tablets vorzufindende Software TouchWiz polarisisert seit eh und je – entweder man mag oder hasst sie. Hinzu kommt, dass die Software auf Galaxy S4 und Co. eine Unzahl an Features enthält, die viele Smartphone-Besitzer kaum nutzen. Zudem fressen die vielen Zusatzfeatures eine Menge an Ressourcen. Samsung hat im Zuge des Analyst Days eingestanden, dass die Software nicht das Gelbe vom Ei sei, und man entsprechende Schritte eingeleitet habe, um diesem Zustand Herr zu werden. So hat der südkoreanische Hersteller die Hälfte seiner R&D-Abteilung (Research and Development) auf dieses Projekt angesetzt, um auf dem Software-Sektor genauso gut dazustehen wie in puncto Hardware. Wie sich dies konkret gestalten wird, wurde bislang nicht im Detail erläutert, allerdings sei man dabei, Unternehmen zu akquirieren, die mithelfen sollen, auf regionale Bedürfnisse einzugehen.

Im Grunde ist es keine Überraschung, dass Samsung an allen Baustellen gleichzeitig werkelt, um weiterhin obenauf zu bleiben. Doch dass die Südkoreaner sich so stark in die Karten schauen lassen, ist interessant. Diese Einblicke in die kommenden Entwicklungen machen uns auf jeden Fall neugierig, was Samsung im nächsten Jahr abliefern wird und ob die bekannten Kritikpunkte, die es an Hard- und Software gibt, sinnvoll ausgebessert wurden.

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Quellen: Samsung, Wall Street Journal [via Android Beat; SamMobile, The Verge]

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