Tschüss, SIM-Karten-Wechsel: Samsung und Apple arbeiten an programmierbarer eSIM [Gerücht]

Tuan Le 7

Das Gefummel mit den SIM-Karten könnte in absehbarer Zukunft der Vergangenheit angehören: Einem Bericht der Financial Times zufolge arbeiten Apple und Samsung zusammen daran, fest ins Gerät integrierte eSIM-Karten in Kooperation mit verschiedenen Netzanbietern zu realisieren. Rufnummern- und Anbieterwechsel erfolgen dadurch komplett digital – ohne SIM-Karten austauschen zu müssen.

Tschüss, SIM-Karten-Wechsel: Samsung und Apple arbeiten an programmierbarer eSIM [Gerücht]

Glaubt man dem Bericht der Financial Times, wollen Apple und Samsung die embedded-SIM, kurz eSIM, im großen Stil salonfähig machen. Derzeit sollen Gespräche mit der GSMA (Groupe Speciale Mobile Association), der weltweiten Industrievereinigung der GSM-Mobilfunkanbieter, stattfinden, um die neue Technologie den Netzstandards gemäß in den eigenen Smartphones und Tablets integrieren zu können. Bei der eSIM-Technologie werden die normalerweise in der SIM-Karte abgespeicherten Informationen auf einem speziellen Chip im Inneren des Smartphones oder Tablets abgelegt. Das heißt aber nicht, dass man bis auf alle Ewigkeit dazu verdammt ist, das Gerät mit ein und derselben SIM-Information zu betreiben: Die eSIM-Karte kann bei Bedarf vom jeweiligen Netzanbieter neu beschrieben werden, sodass der Wechsel von Rufnummer oder Anbieter ganz einfach Software-seitig erledigt werden kann.

Tatsächlich wurde die eSIM in der Praxis bislang von den US-amerikanischen Netzanbietern Verizon und AT&T dazu verwendet, die Kunden auch nach Ablauf des Vertrags an sich zu binden. Die dort angebotenen Smartphones besitzen allesamt eine eSIM und lassen sich nicht mit regulären SIM-Karten betreiben: Dadurch behält der Netzanbieter die volle Kontrolle darüber, über welches Netz der Kunde sein Gerät verwenden kann. Auch bei Apple gibt es seit geraumer Zeit – Gerüchte bezüglich der Arbeit an eSIM gibt es schon seit 2010 – Ambitionen in diese Richtung: Für das iPad Air 2 und iPad mini 3 gibt es mittlerweile auch in Europa eine zumindest umprogrammierbare Apple-SIM-Karte. Sowohl die US-amerikanischen als auch europäischen Netzanbieter reagierten jedoch sehr verhalten darauf und machen es Apple mit Beschränkungen beim Wechsel sehr schwer, die neue SIM-Karte zu etablieren.

Der von der GSMA geplante eSIM-Standard soll dagegen in Absprache mit einer ganzen Reihe großer Netzanbieter entwickelt werden: So sollen die Deutsche Telekom, Orange, Telefónica/o2, Vodafone und weitere internationale Netzanbieter die neue Technologie unterstützen. In welcher Form die eSIM allerdings in den Geräten integriert wird und vor allem welche Auswirkungen dies auf den Nutzer haben wird, bleibt abzuwarten. Theoretisch gibt es zwar einige Vorteile bei der Einführung der eSIM-Karte, schließlich spart der Wegfall eines SIM-Slots vor allem auch Platz im Gerät, allerdings besteht die Gefahr, dass Netzanbieter die Technologie zur Kontrolle und Bindung der Nutzer verwenden werden. Der aktuelle Stand der Entwicklung ist aber wohl ohnehin noch nicht allzu weit fortgeschritten; laut der GSMA wird es mindestens ein weiteres Jahr dauern, um die notwendigen Details zu klären.

Quelle: Financial Times (Paywall) via Venture Beat

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