Tizen: Das könnte Samsung mit dem OS vorhaben (Kommentar)

Martin Malischek 5

Samsung steht in der Abhängigkeit von Google (Android). In Zukunft könnte das Unternehmen sich deshalb von Android frei machen wollen. Die aktuelle große Ankündigung des Open Source-Betriebssystems Tizen, an welchem Samsung stark beteiligt ist, könnte dieser Schritt sein. Doch wo geht es für Samsung hin und was hat der koreanische Technologie-Marktführer vor? Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht.

Vor allem der vor Kurzem gestartete Versuch, den Samsung App Store Entwicklern durch höhere Beteiligungen an den Verkaufspreisen schmackhaft zu machen zeigt, dass Samsung sich von Android frei machen möchte. Der beste Markt um erste Schritte mit dem OS zu machen ist wohl die Low Budget-Sektion, da diese nicht allzu hohe Ansprüche hat und froh ist, wenn ein billiges Gerät flüssig läuft. Mit der Ankündigung, dass eine abgespeckte Version des Linux-Betriebssystems bereits ab 256 MByte läuft, zeigte Samsung zu was das Betriebssystem fähig ist.

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Warum möchte sich Samsung frei von Google machen?

Samsung hat eigene Film- und Musikdienste, außerdem einen eigenen Appstore, sowie einen Messenger (ChatOn). Diese unter Android zu vermarkten ist schwer, da Google natürlich seine mit dem Play Store verknüpften Dienste relativ präsent auf Android-Geräte parkt. Die Stockfirmware von Android verzichtet beispielsweise auch komplett auf einen SMS/MMS-Clienten, die Funktionalitäten hierfür sind in Googles Hangout integriert.

Samsung hat die Kurznachrichtendienste auch in seinen Messenger gepackt, dieser erfreut sich ohnehin aber keiner großen Begeisterung. Jedoch ist der Südkoreaner natürlich auch wie Google nicht nur an Umsätzen durch die Hardware, sondern auch durch angebotene Medien interessiert. Und hier geht ihm massig an Umsatz verloren, setzt Google sich hier durch die oben erwähnte Präsenz seiner Dienste ordentlich in Szene und stellt Samsungs Angebote in den Schatten.

Um sich auch softwaretechnisch stärker im Markt zu positionieren, ist ein eigenes Betriebssystem dringend notwendig. Eine weitere Abhängigkeit besteht im Android-OS selbst. Der Suchmaschinenriese gibt vor, was in kommenden Updates passiert. Das entscheidet der Konzern natürlich nicht in Rücksichtnahme auf andere Hersteller, sondern um seine eigenen Dienste auf Vordermann zu bringen und zu vertreiben.

Und woher kommen die Apps für die Smartphones?

Anzunehmen ist, dass Samsung ihren eigenen App Store mit auf das neue Betriebssystem packen, der momentan noch voll mit Android-Apps ist. Hier wird man, falls dieser Schritt kommt, wohl die Entwickler dazu „anheizen“ ihre Apps für Tizen neu zu programmieren, bzw. anzupassen.

Wie bereits die Kollegen von GIGA Foto berichteten, will Samsung ein OS schaffen, bei dem alle technischen Errungenschaften miteinander kommunizieren. Auch in Haushaltsgeräte wie zum Beispiel einem Kühlschrank soll das OS zu finden sein. Interessant könnte das werden, wenn man mobil abfragen kann was sich in dem Kühlschrank befindet, während man gerade auf dem Weg in den Supermarkt ist.

Samsung möchte wohl sein eigenes Imperium schaffen. Mit welchen Partnern der koreanische Konzern das realisieren möchte, erfahrt ihr auf der nächsten Seite.

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