SD-Karten FAQ: Was muss man beim Kauf beachten? Welche Karte ist schnell?

Sebastian Trepesch 10

Unzählige SD-Karten und microSD-Karten gibt es auf dem Markt. Was muss man beim Kauf beachten? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den populären Speicherkarten für Kameras, Smartphones und andere Geräte. 

SD-Karten FAQ: Was muss man beim Kauf beachten? Welche Karte ist schnell?

Welche SD-Karte brauche ich?

Die naheliegenste Frage, die sich viele stellen, ist: Welche Speichergröße benötige ich? 32 GB-Karten bieten ordentlich Platz und meist ein . Wer viel filmt und fotografiert und eine Kamera mit hoher Auflösung besitzt (z.B. Full-HD, 4K, RAW-Bilder mit 20 MP), braucht viel Speicher. In Smartphones & Tablets können einzelne Filme und Apps einige GB belegen – auch mit 64 GB-Karten fährt man

Die nächsten Überlegungen gelten der Größe und Geschwindigkeit einer Karte.

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Welche SD-Karten-Typen gibt es?

Zunächst einmal unterscheiden wir drei Größen: SD-Card, miniSD und microSD, so die offizielle Schreibweise. Gebräuchlich sind nur noch die größte und kleinste Variationen. Dank Adaptern lassen sich microSD-Karten in SD-Karten-Slots betreiben.

Die unterschiedlichen Größen gibt es jeweils mit technologischen Unterschieden:

Was bedeutet SD, SDHC & SDXC?

In diesen Buchstaben drückt sich die Fortentwicklung aus, sie macht sich in der Geschwindigkeit und maximal möglichen Speichergröße bemerkbar. SDHC („High Capacity“) ist der Nachfolger der gewöhnlichen „SecureDigital“-Karte, SDXC (Extended Capacity“) wiederum der Nachfolger von SDHC. Problematisch ist, dass die neuen Karten nicht vollständig kompatibel mit alten Geräten sind. Wer sicher gehen will, zieht bei Kameras, Smartphones etc., die älter als nur ein paar Jahre sind, die Aufschrift auf dem Produkt oder in der Dokumentation zu Rate. Für neuere Geräte sind SDXC-Karten zu empfehlen.

SD-Kartenbeschriftung: Was bedeuten die Zahlen?

SDHC-Karten bieten Geschwindigkeitsklassen von 2 bis 10, aufgedruckt in einem „C“. Zum Beispiel „Class  4“ bedeutet, dass die Karte eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 4 Megabyte pro Sekunde (MB/s) bietet.

Die „10“ ist bei SDXC-Karten Standard. Hier wird die Geschwindigkeit meist durch die Zahl in einem „U“ beschrieben, der UHS-Class (Ultra High Speed). U1 steht für eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 10 MB/s, U3 für 30 MB/s.

SD-Karten-Geschwindigkeit: Nicht vom Hersteller täuschen lassen

Meist ergänzen die Hersteller die Karten um eine weitere Angabe, zum Beispiel „80 MB/s“. Achtung, hierbei handelt es sich häufig nicht um die Schreib-, sondern um die Lesegeschwindigkeit. Letztere kann deutlich niedriger liegen. Beispiel: SanDisk Ultra 80 MB/s, von uns gemessene Lesegeschwindigkeit 88 MB/s, Schreibgeschwindigkeit 48 MB/s.

Außerdem können weitere Klassifizierungen verwirren. SanDisk benutzt unter anderem die Begriffe „Ultra“ und – noch schneller – „Extreme“. Diese Bezeichnungen wurden aber mit den Jahren angepasst. Es gibt alte Extreme-Karten von SanDisk, die langsamer als neue Ultra-Karten sind. Also aufpassen, dass man kein Auslaufmodell erwischt (oder nur bewusst wegen eines Preisvorteils wählen).

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SD-Karte: Welche Geschwindigkeit brauche ich?

Soweit die Theorie. Doch was benötigt man in der Praxis? Wer eine Karte als Datenspeicher für Musik etc. verwendet, kann sich mit günstigen Produkten begnügen. Zum Abspielen von Filmen sollten ebenfalls so ziemlich in der Lesegeschwindigkeit ausreichen. Wer große Dateien (Filme) hin- und herkopiert, der greift am besten zu Class 10 oder SDXC-Karten. 

Nadelöhr ist bei modernen Kameras die Schreibgeschwindigkeit. Sie liegt erstens niedriger als die Lesegeschwindigkeit. Und wenn sie nicht ausreicht und der Kameraspeicher voll ist, bricht die Aufnahme ab. Die notwendige Datenrate ist von Auflösung, Bildrate, dem Format und der Komprimierung abhängig, eventuell informiert die Bedienungsanleitung über die genauen Voraussetzungen. Oft wird bei Kompaktkameras Class 4 oder 6 als Mindestwert für HD-Videoaufnahmen genannt, am besten wählt man heutzutage aber Class 10 mehr.

Ein paar Minuten Full-HD-Aufnahme (1080p) gelang uns selbst mit einer guten Class 4-Karte. Das muss nicht immer funktionieren: Bei hohen Datenraten können schon 10 MB/s (Class 10) grenzwertig sein. Die von uns getesteten SDXC U1-Karten von Markenherstellern (Samsung, SanDisk) waren trotzdem allesamt gut genug und boten viel Spielraum.

Wer mit 4K-Auflösung aufnehmen will, sollte . Eine solche verlangt die Sony Alpha 7S II sofort, mit einer langsameren fängt sie in der 4K-Einstellung gar nicht erst die Aufnahme an. Auch, wenn die aktuelle vermutlich die  notwendigen Ressourcen bieten würde. Smartphones sind hier nicht so anspruchsvoll.

Bei Fotos kann es weniger zu Problemen kommen als bei Videoaufnahmen, solange der Zwischenspeicher der Kamera groß genug ist. Die Wartezeit bis zur Beendigung des Schreibvorgangs dauert nur länger. Spiegelreflex-Besitzer kaufen dennoch nichts unter Class 10.

SanDisk Ultra oder SanDisk Extreme?

Reicht mir eine neue SanDisk Ultra (80 MB/s) oder soll ich doch lieber die SanDisk Extreme (90 MB/s) für die Nikon-SLR nehmen? Eine Frage, die ich mir persönlich stellte. Letztendlich habe ich beide probiert. Die Messwerte der Karten am Rechner liegen überraschend nah beieinander, die Schreibgeschwindigkeiten der offiziell langsameren „Ultra“ ist im Blackmagic-Test allerdings ungleichmäßiger. In der Spiegelreflexkamera reicht sie locker, sowohl für Bilder als auch Videos (1080p mit 60 Bilder/s).

Ich habe ein paar bei Karten nachgemessen. Ältere Speicher kamen oft nicht mehr an die aufgedruckten Mindestwerte heran. Neue Markenkarten übertrafen sie am Rechner aber bei weitem.

(Messwerte variieren; mehrere Durchgänge durchgeführt)

Auffällig: Die schon etwas ältere und benutzte SanDisk Ultra SDHC erwies sich trotz U1-Klassifizierung als wesentlich langsamer als die jetzt aktuelle Ultra Micro-SDCX U1.

Bremst ein Adapter die Geschwindigkeit?

Nein, ich habe keine nennenswerten Unterschiede einer Karte mit und ohne Adapter in einem Kartenleser feststellen können.

Welcher SD-Kartenleser ist empfehlenswert?

Ich bin mit dem SanDisk Mem Card Reader (siehe Test) sehr zufrieden. USB 3.0, mit Slot für SD, microSD, CompactFlash und mehr.

Viele Android-Geräte bieten einen Slot zur Speichererweiterung. Für das iPhone gibt es Kartenleser, zum Beispiel von PhotoFast. Die ihm beiliegende microSD-Karte ist übrigens eine SDHC U1. Tipp: Aktuell bietet der Hersteller über Amazon 20 Prozent Rabatt. und im Bestellvorgang den Code pf20less eingeben (gilt für alle PhotoFast-Produkte).

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Kann man SD-Karten für Android auch in Kameras verwenden?

Klar. Im Menü der Kamera sicherheitshalber die Karte vor Benutzung formatieren. Android verwendet in der Regel das Dateisystem ext2 oder ext4, bei Kameras, Musikplayern etc ist dagegen exFAT Standard.

Was muss ich sonst noch beachten?

Manchen microSD-Karten liegt ein Adapter auf SD-Größe bei, manchen nicht. Manchen liegt ein kleines Schutzcase bei, manchen nicht.

Keine Fälschungen kaufen. Auch bei einer seriösen Plattform wie Amazon kann man über Marketplace-Anbieter an minderwertige Produkte geraten, geben zumindest Käufer Auskunft. Also die Speicher oder anderen seriösen Händlern anfordern.

Angebote – online und lokal – sind keine Seltenheit.

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