NOONTEC Rio S im Test

Stefan Bubeck 2

Durch fast quadratisches Gehäuseprofil und die blau-violette Farbgebung kann sich der Rio S aus der Masse hervorheben.

Verarbeitung

Das Schlimmste zuerst: Die Treibergehäuse haben beim Einsetzen und Zurechtrücken leicht ins Ohr gepiekst. Wenn man der Sache auf den Grund geht, muss man leider feststellen, dass sich an den Kabelmündungen scharfe Metallstege befinden, die man mit den Fingern ertasten kann. Das ist zwar nur ein winziges Detail, das im Alltagsgebrauch keine Probleme macht – aber sowas sollte eigentlich nicht vorkommen.

Ansonsten ist die Verarbeitung solide, gut gefallen hat uns das flache Kabel, weniger gut die klapprige Klammer zum Befestigen an Kleidung.

Klang

Der Noontec ist – um ihn in einem Wort zu beschreiben – klanglich unspektakulär. Das ist je nach Standpunkt ein Auschlusskriterium oder ein Kaufgrund. Uns gefällt der Sound vom Typ „keine Experimente“ ganz gut. Wo der Rio S ein wenig Charakter zeigt, ist die Direktheit des Klangs – auch hier wieder sehr stark von den persönlichen Vorlieben abhängig, ob das als besonders aufgeweckte Wiedergabe oder als auf Dauer zu anstrengend empfunden wird. Der Soundmagic E80 bietet der Musik im direkten Vergleich einen größeren Raum.

Suzanne Vegas Acapella-Version von „Tom’s Diner“ wird glasklar wiedergegeben, aber auch pulsierende Bassdrums bei Technotracks meistert der Noontec souverän. Allerdings müssen die Ohrstücke sehr präzise sitzen, eine leichte Änderung kann schnell zu einem kraftlosen Klangbild führen. Wir haben die Memory-Schaum-Stöpsel, die beim RHA und beim Soundmagic beiliegen, zu Testzwecken einfach auf den Noontec aufgesteckt – die Auswirkungen sind positiv: Neutral und räumlich, mit der richtigen Prise Spielfreude. Metallicas „Enter the Sandman“ strotzt nur so vor Kraft. Der Noontec profitiert deutlich von den Polstern, die bei ihm leider nicht zum Lieferumfang gehören. Hier empfiehlt sich gegebenenfalls ein Nachrüsten, indem man die Passstücke einzeln nachbestellt.

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Fazit: Direkter Klang mit Potenzial

Sehr gute Voraussetzung bei einer leider nicht perfekten Umsetzung: Der Noontec verspielt Potenzial bei der Verarbeitung und ist eine Spur anfälliger für Bewegungen der Ohrstücke als andere. Der Klang ist neutral, druckvoll und herrlich präsent – wenn der Noontec richtig sitzt.

Einzelwertung für den Noontec Rio S

  • Klang: 75 Prozent
  • Tragekomfort: 70 Prozent
  • Hardware, Design & Funktionen: 50 Prozent

Gesamt: 68 Prozent
Der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote.

NOONTEC-Rio-S-Badge

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Auf der nächsten Seite geht es weiter mit dem RHA MA750.

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