Das britische Unternehmen RHA zeigt mit dem MA750, was in Sachen Verarbeitung für unter hundert Euro möglich ist.

RHA MA750
RHA MA750

Verarbeitung

Sauber verarbeiteter Edelstahl, ein äußerst stabiles Kabel, wertige Fräsprofile und ein spiralförmiger Kabelbruchschutz am Stecker – der RHA tritt sehr professionell auf. Im Gegensatz zu allen anderen Testkandidaten setzen die Briten auf eine Over-Ear-Kabelführung, das Kabel wird vom Ohrstöpsel aus erst nach vorne und dann über das Ohr nach hinten gelegt. Dieses Prinzip ist im Profibereich (In-Ear Monitoring) weit verbreitet und soll zu einem besonders sicheren Sitz führen. Das tut es auch beim RHA, allerdings muss man sich daran unter Umständen erst mal gewöhnen. Wer eine Brille trägt, kennt das Gefühl, etwas auf dem Ohr aufliegen zu haben. Der MA750 fühlt sich etwas schwerer an als beispielsweise der iTeufel Move, es ist nicht ganz so einfach zu vergessen, dass man gerade Kopfhörer trägt.

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RHA MA750 (Quelle: Hersteller)
RHA MA750 (Quelle: Hersteller)

Die Ausstattung ist vorbildlich. Im großen Transport-Case befinden sich zehn verschiedene Ohrstöpsel auf einem Stück Stahlblech, unter anderem mit Doppelflansch oder aus Memory-Schaumstoff. Besonders letztere haben es uns angetan, sie sitzen fest und isolieren hervorragend. Bei dieser Auswahl braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Klang

Der RHA macht nicht nur optisch Anleihen beim Profilager, sondern auch beim Sound. Sehr neutral, kein aufgeblähter Bass oder übertrieben angehobene Frequenzen. Stattdessen eine vorbildliche Staffelung des Geschehens und kontrollierte Kicks. „Six Blade Knife“ von den Dire Straits groovt wunderbar, während die Gitarren sich klar abheben können – und das auch bei moderater Lautstärke.

In seinen Allround-Fähigkeiten kommt der MA750 dem Soundmagic E80C recht nahe. Erst bei extremen Lautstärken jenseits des dauerhaft Erträglichen beginnt der RHA die Kontrolle über das Klanggeschehen etwas früher abzugeben. Allgemein muss man den RHA im Lager der Feingeister verorten, er fühlt sich wohl bei Klassik, Jazz und handgemachten Klängen. Tanzbare Musik, die nach hohen Pegeln und Spaß verlangt, wird zwar ordentlich abgebildet, mehr aber auch nicht.

Es ließen sich quer durch alle Gattungen der Musik keine Schwächen feststellen. Einzig die etwas zurückgenommene Ausprägung der höchsten Frequenzen lässt bestimmte Songs etwas belegter erscheinen, als das so mancher Konkurrent umsetzt. Dabei handelt es sich aber um eine Nuance, die nur im direkten Vergleich und eher bei akustischer Musik zutage tritt.

Fazit

Wenn ein Kopfhörer unbedingt zum Joggen mit soll, dann würden wir den RHA MA750 empfehlen. Die Kabelführung über die Ohren in Kombination mit einem per verschiebbaren Verbindungsstück nah ans Kinn gezurrten Kabelpaar führen zu einem bombenfesten Sitz, fast vollkommen befreit von Störgeräuschen. Aber auch Zuhause, fürs entspannte Hören bei moderater Lautstärke, macht der RHA eine gute Figur.

Einzelwertung für den RHA MA750

  • Klang: 70 Prozent
  • Tragekomfort: 80 Prozent
  • Hardware, Design & Funktionen: 80 Prozent

Gesamt: 75 Prozent
Der Klang bildet 50 Prozent der Gesamtnote.

RHA-MA750-Badge

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