So werden normale In-Ears zu Noise-Cancelling-Kopfhörern

Stefan Bubeck

Endlich Ruhe dank effektiver Geräuschdämmung: Noise Cancelling kann man bei handelsüblichen In-Ear-Kopfhörern nachrüsten, es ist nicht einmal besonders teuer.

So werden normale In-Ears zu Noise-Cancelling-Kopfhörern
Bildquelle: GIGA.

„Echte Geräuschunterdrückung“ – also mittels aktivem Noise Cancelling (ANC) – erfordert Elektronik, die den Preis für Kopfhörer nach oben treiben kann. Ein Kopfhörer, der per Gegenschall den Umgebungslärm ausknipst, kostet auch mal einen dreistelligen Betrag. Wer gerne kompakte In-Ears trägt, steht einer nicht allzu großen Auswahl von ANC-Modellen gegenüber (z.b. Pioneer Rayz Plus mit Lightning) – es stellt sich also die Frage, ob es nicht einen Trick gibt, um die Geräuschdämmung konventioneller Modelle zu verbessern.

Noise Cancelling nachrüsten: Memory-Schaum ist die Lösung

Bei manchen In-Ear-Kopfhörern sind Ohrpasstücke aus anpassungsfähigem Memory-Schaum Teil des Lieferumfangs (z.B. ). Sie sorgen im Vergleich zu den normalen Silikonstöpseln für eine flexiblere Abdichtung des Ohrkanals, so wird Umgebungslärm besser abgeschirmt.

Solche Schaumstoff-Ohrstücke lassen sich einzeln nachkaufen. Man findet sie im Handel unter Markenbezeichnugnen wie , oder . Sie ersetzen die Silikon-Passstücke und passen auf die allermeisten Treibereinheiten gängiger In-Ear-Kopfhörer. Um sie korrekt einzusetzen, sollte man die Memory-Schaum-Pfropfen vorher etwas zusammendrücken, wie im Video von Comply Foam erklärt wird.

Anbringen der COMPLY Ohrpaßstücke (Herstellervideo).

Vor allem hochfrequente Geräusche wie Zischen und Fiepen werden mit Memory-Schaum-Aufsätzen durch die starke Isolation besser ausgeblendet. Bei tiefen Frequenzen (Motorbrummen) können die Aufsätze allerdings nicht mit elektronischen ANC-Systemen mithalten. Trotzdem kann man das Preis-Leistungs-Verhältnis als gut bezeichnen, denn in unseren zahlreichen Tests konnten wir nebenbei auch stets eine Klangverbesserung feststellen: Meist profitiert die Bass-Wiedergabe vom besser sitzenden In-Ear.

Das Tragegefühl ist gewöhnungsbedürftig, nicht jeder mag das weiche und teigartige Material der Memory-Schaum-Aufsätze. Außerdem verdrecken manche Modelle recht schnell, denn ihre Oberfläche ist porös und nicht so leicht zu reinigen wie glatte Silikon-Stöpsel.

Fazit: In-Ear-Aufsätze aus Memory-Schaum können In-Ears zu besserem Klang und vor allem besserer Isolation verhelfen, zumindest was hochfrequenten Umgebungslärm angeht.

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