Wenn ein einziger Notch nicht mehr ausreicht: Ein japanischer Hersteller hat jetzt ein Smartphone vorgestellt, das gleich über zwei Notches verfügt. Warum wir uns das antun sollten, bleibt fraglich. Es gibt aber auch gute Nachrichten zum Sharp Aquos R2 Compact.

 
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Sharp Aquos R2 Compact mit doppeltem Notch

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Das doppelnotchige Aquos R2 Compact von Sharp wird aller Voraussicht nach nur in Japan erscheinen. Mit etwas Glück vielleicht noch in Südkorea und China – hierzulande dürfte der „neue Klassiker“ des fehlgeleiteten Designs nicht offiziell verkauft werden. Die Chancen stehen also recht gut, dass wir das neue Sharp-Smartphone nie wirklich zu Gesicht bekommen werden.

Schon der Vorgänger, das Sharp Aquos R Compact, besaß eine Aussparung am oberen Bildschirmrand. Hier versteckte sich die Kamera, aber keine weiteren Sensoren. Entsprechend war der Notch nicht besonders groß und erinnerte an das Essential Phone. Der untere Rand hingegen war so unglaublich dick, dass sich die Ingenieure bei Sharp nun zu einem drastischen Schritt entschieden haben. Der Nachfolger, der jetzt vorgestellt wurde, hatte einen deutlich schmaleren unteren Rand, aber dafür tatsächlich einen zweiten Notch. Dieser wird als überdimensionierter Fingerabdruckscanner eingesetzt.

Wie das Sharp Aquos R2 Compact aussieht, erfahrt ihr im offiziellen Trailer zum Handy:

Sharp Aquos R2 Compact mit zwei Notches

Doppelter Notch: Mehr Pixel für das kleine Display

Warum genau sich Sharp beim Aquos R2 Compact für zwei Notches entschieden hat, weiß wohl nur der Hersteller selbst. Im Vergleich zum Vorgänger hat sich das Verhältnis von Display zu Gehäuse aber zumindest stark erhöht. Der riesige Balken unter dem Bildschirm ist verschwunden, dafür wartet jetzt eben ein unansehnlicher Notch, der gerade bei Vollbildvideos stören dürfte. Hinzu kommt, dass die Notches nicht gleich groß sind, was das Symmetrie-Empfinden stören dürfte. Trotz Doppel-Notch sind die Ränder auch nicht besonders schmal. Gerade der untere Rand ist deutlich dicker als die anderen.

Das LC-Display selbst kommt nur auf eine Diagonale von 5,2 Zoll und löst mit 2.280 x 1.080 Pixel auf. Hinzu kommt noch eine hohe Bildwiederholfrequenz von 120 Hz, ganz wie beim Razer Phone 2, dessen Displays ebenfalls von Sharp stammen.

Im Inneren des Aquos R2 Compact wartet ein schneller Snapdragon 845, dem 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Festspeicher zur Seite stehen. Android 9 Pie ist bereits ab Werk mit von der Partie und wird von einem Akku mit einer Leistung von leider nur 2.500 mAh angetrieben.

Sollte Sharp im nächsten Jahr mit einem Aquos R3 Compact auf den Markt kommen, sollte der Konzern aber aufpassen: Vor wenigen Monaten hat Google neue Richtlinien formuliert, nach denen Smartphones mit Android nicht mehr als zwei Notches besitzen dürfen.

Quelle: Sharp via The Verge, Phone Arena