Sharp: Smartphone- und Tablet-Displays mit 600 ppi angekündigt

Andreas Floemer 20

Während wir gerade erst im Zeitalter der WQHD-Smartphone-Display ankommen, geht der japanische Technologiekonzern und Bildschirmspezialist Sharp bereits einen Schritt weiter: Der Hersteller hat heute angekündigt, Displays für Smartphones und Tablets mit einer Pixeldichte von 600 ppi anbieten zu wollen – damit sind 4K-Smartphones nicht mehr fern.

Sharp: Smartphone- und Tablet-Displays mit 600 ppi angekündigt

Mit dem Vivo Xplay 3S hat alles angefangen: Dessen chinesischer Hersteller BBK konnte bei seinem 6 Zoll-Phablet als erster ein WQHD-Display mit einer stattlichen Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln verbauen. Anschließend kam OPPO mit seinem Find 7, bei dem diese Auflösung gar auf einem 5,5 Zoll-Display untergebracht wurde. Diese Displays stammen allesamt vom Branchenprimus Japan Display. Sharp ist zweiter im Bunde und will schnellstmöglich aufschließen, beziehungsweise den Mitbewerber gar übertrumpfen.

Dies könnte Sharp unter Umständen gelingen, denn der Hersteller kündigte nun an, ab Frühjahr nächsten Jahres erste Displays mit einer Pixeldichte von 600 ppi in Massenproduktion gehen zu lassen. Man beabsichtigt anfangs Displays mit einer Displaydiagonale von 5,5 Zoll mit besagter Pixeldichte zu bauen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen Displays für Tablets mit Diagonalen von 7 bis 9 Zoll folgen. Ziel sei es, 4K-Inhalte auf kleinere Screens zu bringen. Der Mitbewerber Japan Display hat bislang „nur“ ein 10-Zoll-Display für Tablets mit 4K-Auflösung angekündigt.

PPI-vergleichstabelle

Die Ansagen Sharps sind leider etwas vage, wenn es darum geht, welches Display denn nun mit 600 ppi und 4K-Support daherkommen soll. Dieses Rätsel lässt sich mit etwas Rechnerei allerdings rasch auflösen: Um 4K-Inhalte auf 5,5 Zoll-Displays in voller Auflösung darstellen zu können, benötigt man etwas mehr als eine Pixeldichte von 600 ppi. Ein 5,5 Zoll-Screen müsste über etwa 800 ppi verfügen, um auf die Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln zu kommen. Ein 7,3 Zoll-Display mit entsprechender Pixeldichte und Auflösung wäre da realistischer. Ein Phablet-Display mit 5,5 Zoll müsste bei einer Pixeldichte von 600 ppi eine Auflösung von 2.880 x 1.620 Pixeln aufweisen – die exakte Mitte zwischen Full HD und 4K, bezogen auf die Anzahl der Pixel an beiden Achsen.

Über den Sinn und Unsinn solcher Auflösung für Smartphone-Displays lässt sich vortrefflich streiten. Schließlich erkennt man bereits auf Full-HD-Displays kaum einzelne Pixel mit dem bloßen Auge. Anstelle weiter an der Pixelschraube und der Displaygröße zu drehen, wäre es aus unseren Augen sinnvoller, Full HD-Panels in Sachen Darstellungsqualität und Energieeffizienz zu verbessern. Samsung ist dies bei seinem Galaxy S5-Display allem Anschein nach schon gelungen, zumindest hat es im Test bei den Display-Experten beste Noten erhalten. Dennoch will auch Samsung gerüchtehalber in Kürze ein Galaxy S5 Prime mit WQHD-Display vorstellen.

Sharp und Japan Display sind nicht die einzigen Hersteller, die sich schon für den nächsten Pixelkrieg wappnen: Samsung hatte bereits im letzten Jahr angekündigt, ab 2015 Geräte mit UHD-/4K-Displays auf den Markt zu bringen. Wir gehen davon aus, dass auch LG an entsprechender Technologie arbeitet.

Was haltet ihr von den Entwicklungen auf dem Displaymarkt? Wäre euch ein Top Full HD-Display lieber oder wartet ihr schon gespannt auf die ersten 4K-Smartphones?

Quelle: Nikkei [via AndroidAuthority]

Hinweis: Das Bild oben zeigt das Sharp Aquos Pad SHT22 mit Full HD-Display.

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