Let’s Play: Wollte sich Sony den Begriff unter den Nagel reißen?

Marco Schabel

Videospiele haben nicht nur eine Industrie der Entwickler, Publisher und journalistischen Medien hervorgebracht, sondern auch die Spieler, die an den Spielen Geld verdienen. Mit sogenannten Let’s Plays. Wollte Sony da jetzt fleißig mitverdienen?

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Seit mehr als 40 Jahren gibt es sie schon, die Videospielindustrie. Sie hat Höhen und Tiefen erlebt und wurde in der Wüste in New Mexico begraben. Nintendo ließ sie wieder auferstehen und brachte unabsichtlich auch den heutigen Marktführer Sony ins Spiel. Dennoch ist Nintendo bis heute der erfolgreichste Hersteller von Videospiel-Plattformen. Seit ein paar Jahren sind es aber nicht nur Entwickler, Publisher, Hersteller und die Medien, die an der größten und wichtigsten Form der Unterhaltungsmaschinerie mitverdienen, sondern auch die Spieler selbst. Mit Let’s Plays schaffte es vor allem PewDiePie zum Millionär. Seit einiger Zeit wollen auch einige ältere Vertreter der Industrie, allen voran ausgerechnet Nintendo mitverdienen. Offenbar ist Nintendo da aber nicht alleine.

Nachdem das japanische Unternehmen aus Kyoto, welches als einziges schon seit 125 Jahren Spiele und nur Spiele und Spielsysteme herstellt, vor einiger Zeit eine neue Let’s Play-Strategie ankündigte, sprangen die Streamer auf die Barrikaden. Ein neues Dokument lässt jetzt vermuten, das Konkurrent Sony noch einen großen Schritt weiter gehen wollte. Offenbar wollte das Unternehmen sich den Begriff „Let’s Play“ als Marke sichern lassen.

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Wollte Sony am Begriff Let’s Play verdienen?

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Das erwähnte Dokument tauchte jüngst im Patentarchiv der Seite trademarks.justia.com auf und sorgt seit seiner Entdeckung für Wirbel. Laut der Patentanmeldung sollte der Begriff als „Standard character mark Typeset“ aufgenommen werden. Das würde bedeuten, dass die Verwendung in Schriftform eine Markenrechtsverletzung darstellen würde – zumindest in den USA. Außer natürlich, es wird eine Lizenzgebühr an Sony gezahlt. Ob es sich bei dem Eintrag, der von Sonys Patenbeauftragten Kyle Samia stammen soll, tatsächlich um einen echten Vorstoß des Unternehmens handelt, ist fraglich. Es wäre nicht das erste Mal, dass Betrüger in böser Absicht einen Markenantrag stellen. Bislang hat sich Sony allerdings nicht zu dem Eintrag geäußert.

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Ohnehin ist jede Panik hier unangebracht, da der Antrag offenbar abgelehnt wurde. Nachdem er im Oktober eingereicht worden sein soll, verweist der letzte Status vom 29. Dezember darauf, dass nichts unternommen wird. Das bedeutet, dass der Begriff Let’s Play auch weiterhin ungeschützt bleibt. Vermutlich, weil entweder Zweifel an der Echtheit des Dokuments aufkamen, oder aber der Begriff so sehr in den täglichen Sprachgebrauch übergegangen ist, dass er sich nicht mehr schützen lässt.

Lets-Play-Patent

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