Sony Ericsson: Mutterkonzerne in Gesprächen zur Übernahme des Ericsson-Anteils

Frank Ritter

Sony befindet sich nach einem Bericht des Wall Street Journals in Gesprächen mit Ericsson, den Ericsson-Anteil von Sony Ericsson zu kaufen. Sony möchte damit effektiver im nach wie vor wachsenden Smartphone-Markt agieren. Analysten schätzen den Wert von Ericssons Hälfte am Gesamtunternehmen zwischen 1 und 1,25 Milliarden Dollar ein.

Sony Ericsson: Mutterkonzerne in Gesprächen zur Übernahme des Ericsson-Anteils

Im Jahr 2001 wurden die Mobilfunksparten des japanischen Konzerns Sony und des schwedischen Konzerns Ericsson fusioniert, um fortan unter dem Markennamen „Sony Ericsson“ Handys zu produzieren. Sony und Ericsson halten jeweils 50% an dem Unternehmen. Seitdem agiert die Firma eigenständig und konzentriert sich seit 2010 überwiegen auf Android als Betriebssystem für neue Geräte. Sony selbst stellt seit kurzem aber parallel auch Android-Smartphones und Media Player unter dem Walkman-Label sowie die Tablets Sony Tablet S und Sony Tablet P unter eigener Flagge her.

In der Vergangenheit habe es laut Wall Street Journal bereits Verhandlungen zwischen Sony und Ericsson gegeben, diese seien aber an der Verkaufssumme gescheitert. Sony erhofft sich von den erneuten Übernahmeverhandlungen, dass man die Mobilfunksparte in Zukunft einfacher mit den Geschäften in den Bereichen Spielkonsolen, Tablets und PCs synchronisieren kann, um gegenüber Unternehmen wie Apple und Samsung konkurrenzfähig zu bleiben.

Für das Sony-Management ist der Smartphonebereich ein integraler Bestandteil der eigenen Strategie. Man habe in der Vergangenheit aufgrund der Verbindung mit Ericsson davor zurückgeschreckt, große und wichtige Marken wie „PlayStation“ mit neuen Geräten zu assoziieren, weswegen das Anfang des Jahres vorgestellte Gaming-Smartphone von Sony Ericsson auch nicht „PlayStation Phone“ hieß, sondern etwas umständlich „Sony Ericsson Xperia Play“. Das Gerät wurde entsprechend nur als „Playstation certified“ verkauft. Die Gespräche zwischen Sony und Ericsson sind noch in keinem fortgeschrittenen Zustand und könnten „jederzeit“ abgebrochen werden, so die Quelle des WSJ.

Ericssons Kerngeschäft ist der Verkauf von Netzwerk-Equipment für Mobilfunkanbieter, deswegen wäre ein Verkauf der eigenen Anteile nicht sinnlos, zumal Sony Ericsson in den letzten Jahren Marktanteile im Handybereich verloren hatte und der Konzern 2008 und 2009 rote Zahlen schrieb. Sprecher aller drei Konzerne verweigerten, die gegenwärtigen Entwicklungen zu kommentieren. Sony Ericsson-CEO Howard Stinger äußerte jedoch bereits in diesem Jahr, dass über den Sachverhalt „viel und weiterhin“ gesprochen werde.

Wall Street Journal: Sony Itches to Return to Mobile Arms Race

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