Sony hatte sich offenbar auf eine Undercover-Mission begeben: Wie sich nun herausstellt, ist die von einem vermeintlichen Start-Up vorgestellte und per Crowdfunding finanzierte FES Watch mit E-Paper-Display in Wirklichkeit von dem großen japanischen Technikkonzern ins Leben gerufen worden. Der Grund für die Geheimniskrämerei ist einleuchtend – man wollte die Reaktion des Marktes auf das Produkt unabhängig vom Branding beobachten und sehen, ob eine echte Nachfrage besteht.

Eine Marktstudie der ganz ungewöhnlichen Art und Weise hat Sony offenbar in den vergangenen Monaten durchgeführt. Die in der Presse ebenso wie in der Nutzerschaft mit Wohlwollen aufgenommene FES Watch stammt, wie nun enthüllt worden ist, nämlich tatsächlich von dem japanischen Unternehmen und nicht, wie zu vor angenommen worden ist, von einem kleinen kleinen, unabhängigen Start-Up. Das „Fashion Entertainments“-Projekt findet also in Wirklichkeit unter Sonys Leitung statt und soll die Bedürfnisse modebewusster Kunden untersuchen und entsprechend ein Produkt entwerfen, das diese erfüllt. Gelungen ist das Vorhaben definitiv, denn auch ohne den großen Namen des Konzerns konnte sich die FES Watch auf der japanischen Crowdfunding-Plattform Makuake die Begeisterung der Nutzer sichern.

Es handelt sich hierbei um eine Armbanduhr, bei der Ziffernblatt wie auch das Armband aus einem neuartigen E-Paper-Display besteht. Der Vorteil solcher Displays liegt in der leichten Ablesbarkeit unter Sonnenlicht und dem enorm geringen Stromverbrauch – im Prinzip wird nur beim Wechsel der Darstellung ein wenig Energie benötigt, die Laufzeit soll dadurch bis zu 60 Tage betragen. Die Technologie wird bei der FES Watch jedoch nur zur Anzeige verschiedener Armbänder und Ziffernblätter verwendet, hat also eher optischen als praktischen Nutzen. Von einer Smartwatch zu sprechen wäre angesichts mangelnder Anbindungsmöglichkeiten zum Smartphone und Funktionen wohl zu viel des Guten. Vorerst soll Fashion Entertainments an weiteren Kleidungsstücken arbeiten, die ebenfalls dank E-Paper-Display auf Wunsch die Oberfläche verändern können. In einem Werbevideo erhält man einen Vorgeschmack auf die wandlungsfähige Garderobe:

Möglicherweise profitieren aber auch bald Smartphone-Nutzer von der Technologie, denn erst vor kurzem tauchten Gerüchte darüber auf, dass Sony bereits Pläne für eine Smartwatch mit E-Paper-Display in petto hat. Das neue Material ist zudem sehr flexibel in der Verarbeitung: In einem Video wird dies durch das Zurechtschneiden eines solchen Displays mit einer Schere demonstriert, ohne dass die Funktionalität darunter leidet.

Da sich nun herausgestellt hat, dass man mit der FES Watch bereits gute Ansätze vorzuweisen hat, könnte eine Umsetzung in Form einer richtigen Smartwatch schon in absehbarer Zukunft stattfinden. Sollte es Sony gelingen, die E-Paper-Technologie mit den Vorzügen von Android Wear zu verbinden und vor allem eine enorm lange Laufzeit zu gewährleisten, könnte man durchaus den technisch versierten Massenmarkt für sich begeistern.

Wird Sony mit der neuen Technologie erfolgreich sein? Meldet euch unten in den Kommentaren zu Wort.

Quelle: Wallstreet Journal, Makuake [via WinFuture]