Künstliche Intelligenz komponiert Musik: So klingen die ersten Songs

Stefan Bubeck

Ein Sony-Forschungsteam aus Paris hat zwei Popsongs von einer künstlichen Intelligenz komponieren lassen und auf Youtube gestellt. Mehrere Alben sollen folgen.

Wenn Computer Musik machen, dann kann das doch nichts werden, denen fehlt einfach die notwendige Kreativität – oder vielleicht doch nicht? Es war im Prinzip nur eine Frage der Zeit, bis Systeme mit künstlicher Intelligenz auch diesen zutiefst menschlichen Bereich erobern: Das Komponieren von Musik. Die aus dem SONY CSL Research Laboratory stammende Technologie „Flow Machines“ scheint dazu in der Lage zu sein – die ersten Resultate namens „Daddy’s Car“ und „Mr Shadow“ klingen zwar ein wenig seltsam, aber nicht kalt und gefühllos. Ein gewisser Ohrwurmfaktor lässt sich heraushören.

Bei „Daddy’s Car“ waren die Beatles das Vorbild, der französische Künstler Benoît Carré steuerte die Lyrics bei und finalisierte den Song in Sachen Producing und Mixing. Die Kreativität der Computer entsteht nicht einfach so: Grundlage für die AI-Komposition ist eine Datenbank mit 13.000 Einträgen, welche die Bausteine zahlreicher Musikrichtungen beschreiben. Den Musikern unter euch könnte das als „Lead-Sheet“ bekannt sein. Die Maschinenintelligenz bekommt also ein paar Vorgaben, was die Stilrichtung angeht und legt dann selbstständig los.

2017 kommen ganze AI-Musik-Alben raus

Für SONY CSL waren die zwei Popsongs erst der Anfang, denn 2017 sollen mehrere Alben erscheinen, die aus den Federn der künstlichen Intelligenz stammen. Man kann also sagen, wir sind, was Popmusik angeht, an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter. Wohin das führt und ob bald nur noch Maschinen Musik machen, das ist noch nicht absehbar. Aber dass wir in Zukunft nicht mehr genau sagen können, was „Handarbeit“ ist und was aus den Tiefen einer Datenbank stammt – davon kann man jetzt schon ausgehen.

Quellen: the verge, flow machines

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