Sony erwägt Verkauf der Smartphone- und Tablet-Sparte [Gerücht]

Oliver Janko

Obwohl Sony mit der Xperia-Serie diverse Topgeräte am Start hat, hat der japanische Hersteller weiterhin mit Verlusten in der Mobilsparte zu kämpfen. Jüngsten Gerüchten zufolge ist ein Verkauf der Abteilung nicht mehr ausgeschlossen. Aber auch ein Joint Venture, also eine Kooperation mit einem anderen Unternehmen wird erwogen.

Wie Reuters in Bezugnahme auf nicht genannte Quellen berichtet, sei zwar momentan kein konkreter Deal am Tisch, man müsse sich aber bewusst werden, dass „Sony einzelne Sparten abstoßen kann“, kein Gewerbe sei „für die Ewigkeit“. Erst vor rund einem Jahr verkaufte der Hersteller seine Notebooksparte, die unter der Bezeichnung „Vaio“ am Markt firmierte. Rund 5.000 Mitarbeiter verloren seinerzeit den Job.

Ob nun auch die Angestellten der Mobilfunkabteilung um ihre Stellen bangen müssen, ist momentan noch in der Schwebe: Wie Kaz Hirai, seines Zeichens CEO von Sony, im Pressegespräch auf der CES in Las Vegas anklingen ließ, sei „Elektronik weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Geschäfts“. Man müsse die Vorgänge in einzelnen Abteilungen aber „mit wachsamen Augen betrachten – beispielsweise die TV- und die Mobilsparte.“

Bilderstrecke starten(11 Bilder)
10 Spiele für Pärchen auf PS4, Nintendo Switch, PC und Xbox

Insgesamt also eher vage Aussagen seitens der Führungsriege. Dass sich Sony um etwaige Verkaufs- oder Kooperationslösungen umsieht, verwundert aber nicht weiter -- aus zwei Gründen: Erstens ist es bei Unternehmen dieser Größenordnung grundsätzlich nicht unüblich, den Markt nach Möglichkeiten zu sondieren, und zweitens läuft das Geschäft bereits seit Jahren schleppend. Bereits im August des Vorjahres berichteten wir über die herben Verluste der Mobilfunksparte, im September musste Sony die Prognosen für das Geschäftsjahr dann endgültig über Bord werfen. Bis Ende März 2015 rechnen die Sony-Experten mit einem Verlust von rund 1,66 Milliarden Euro, Schuld daran trägt großteils die Smartphone- und Tablet-Abteilung.

Geplante Neuausrichtung bei Sony

Bei all den negativen Meldungen, sollte man Sony noch nicht abschreiben: Wie bereits Ende des letzten Jahres bekannt wurde, wird sich der Hersteller in Zukunft auf einige wenige Smartphone-Modelle, vorwiegend aus dem High End-Sektor, konzentrieren. Wie Hiroki Totoki, der Chef der Mobil-Abteilung, erklärte, werde man nur noch so viele Geräte herstellen, wie auch sicher verkauft werden können.

Ob dieser Weg von Erfolg gekrönt sein wird, muss sich noch erweisen -- nicht alle Experten sind davon aber überzeugt: Kota Ezawa, ein Analyst der Citigroup, ist der Meinung, die eingeschlagenen Schritte seien nicht weitreichend genug. Die TV- und Mobilfunksparte würden eine „drastische Neuausrichtung“ erfordern, ohne Joint Ventures oder anderen Allianzen seien beide Sparten „innerhalb von drei Jahren in den roten Zahlen“ -- was angesichts der momentanen Verluste wohl nicht die gewagteste Aussage ist.

Bei Sony wird in den nächsten Monaten wohl kein Stein auf dem anderen bleiben. Unsere Frage an die Leser: Warum verkaufen sich die Smartphones von Sony so schleppend? Meinungen in die Kommentare.

Quelle: Reuters, via Androidcentral

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung