Noch ist für Sony kein Ende des Schreckens in Sicht: Eine aktuelle Wirtschaftsprognose spricht trotz gestiegener Smartphone-Verkaufszahlen von einem Verlust in Höhe von 1,6 Milliarden Euro im Smartphone-Sektor. Infolgedessen müssen insgesamt 2.100 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen – was Carl Pei, Co-Gründer von OnePlus, für einen Seitenhieb ausnutzt.

 

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Die Leidensgeschichte der mobilen Sektion von Sony steht im krassen Gegensatz zu den florierenden Zahlen der Playstation- und Kamera-Abteilung. Während letztere seit jeher ein festes Standbein des japanischen Unternehmens darstellen, gelingt es schlicht und ergreifend nicht, mit Smartphones und Tablets Gewinne einzufahren – trotz zweifellos attraktiver Geräte wie dem Sony Xperia Z3 und Z3 Compact. Nun hat Sony eine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung bis zum März gegeben und zugleich einige neue Zahlen zum vergangenen Quartal veröffentlicht.

In den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres, also im dritten Quartal des Wirtschaftsjahres, konnte Sony zwar mit 11,9 Millionen Exemplaren insgesamt 27 Prozent mehr Smartphones als im gleichen Quartal 2013 verkaufen. Trotz des dadurch erwirtschafteten Gewinns in Höhe von knapp 69,3 Millionen Euro (9,3 Milliarden Yen) wird aber bis zum Ablauf des Wirtschaftsjahres am 31. März ein Verlust in Höhe von 1,6 Milliarden Euro (215 Milliarden Yen) im mobilen Sektor erwartet. Dieser ist vor allen Dingen auf die außerplanmäßige Abschreibung zurückzuführen, die Sony Mobile aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Abwärtstrend für notwendig hielt und eine Wertminderung des Unternehmens um 1,48 Milliarden Euro einbrachte. Obendrein müssen weitere 1.100 Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, erst im Oktober verkündete man die Entlassung von 1.000 Angestellten.

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OnePlus-Mitbegründer erlaubt sich Seitenhieb

Einen kleinen Seitenhieb angesichts der misslichen Lage von Sony konnte sich Carl Pei, seines Zeichens Co-Gründer von OnePlus, nicht verkneifen. Auf Google+ sprach er von den Expansionsplänen des eigenen Unternehmens nach Europa sowie der Eröffnung einer Entwicklungs-Abteilung in hiesigen Gefilden. Dafür sei man natürlich stets auf der Suche nach großen Talenten, schrieb Pei - und bot durch die Verlinkung eines Artikels über die Entlassung von 1.000 Mitarbeitern bei Sony somit indirekt eine neue Perspektive für ehemalige Mitarbeiter des japanischen Unternehmens.

Ob sich OnePlus dies erlauben darf, kann skeptisch hinterfragt werden - Sony hat trotz aller Verluste in den letzten Monaten zwölf Mal mehr Smartphones verkauft als das Start-Up OnePlus seit dessen Gründung.

Sony trotz Verlusten optimistisch

Obwohl die Zukunft der Abteilung für Smartphones bei Sony nach wie vor unsicher ist, gibt sich die Unternehmensleitung insgesamt recht optimistisch; die Strukturierungen würden laut des Finanzchefs Konichiro Yoshida von Sony zwar Zeit in Anspruch nehmen, aber bereits erste Früchte tragen. Grund für die Gelassenheit von Sony ist vermutlich vor allem, dass die Playstation-Verkäufe zum Weihnachtsfest die Erwartungen weit übertroffen haben und auch der Verkauf von Kamera-Sensoren ein recht profitables Geschäft darstellt. Indirekt profitierte das japanische Unternehmen nämlich von den starken Verkäufen des iPhone 6, welches einen Kamera-Sensor von Sony verwendet, zudem ist der schwache Yen-Kurs für eine Eindämmung der Verluste förderlich. Dadurch kann sich das Unternehmen als Ganzes weiterhin wirtschaftlich über Wasser halten, doch dass dies auf Dauer eine Lösung für die missliche Lage bei den Smartphone-Verkäufen sein kann, ist abwegig.

Quellen: Wallstreet JournalCarl Pei@ Google+ via Android Authority, GizChina

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Tuan Le
Tuan Le, GIGA-Experte.

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