Sony: Mobilfunk-Sparte verursacht Milliarden-Verluste

Rafael Thiel 41

Kalte Dusche für Sony-Aktionäre: Der japanische Konzern musste die Prognosen für das aktuelle Geschäftsjahr nachträglich um ein Vierfaches nach unten korrigieren und streicht infolge dessen die Dividenden. So rechnet der japanische Konzern bis zum nächsten März mit Verlusten von umgerechnet 1,66 Milliarden Euro. Schuld an dieser Misere trägt ausgerechnet die Mobilfunksparte Sony Mobile. Als Folge strebt Sony einen Strategiewechsel an: Anstatt Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte will Sony fortan den Fokus auf teure High-End-Smartphones legen.

Das ewige Problemkind von Sony sorgt dafür, dass die Aktie des Konzerns immens abrutscht und zum ersten Mal seit dem Börsengang 1958 keine Dividenden an Aktionäre ausgezahlt werden. Die Mobilfunksparte muss umgerechnet 1,3 Milliarden Euro abschreiben. Nachdem man vor zwei Monaten für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März einen Nettoverlust von lediglich 50 Milliarden Yen anmeldete, musste diese Zahl nun auf 230 Milliarden Yen erhöht werden. Das entspricht 1,65 Milliarden Euro - eine Vervierfachung gegenüber der bisherigen Annahme.

Sony rechnet damit, weitaus weniger Smartphones zu verkaufen als ursprünglich veranschlagt. In der offiziellen Mitteilung heißt es zudem, dass sich der Verkauf von Einsteiger- und Mittelklasse-Geräten mit nur geringem Profit nicht ausgezahlt habe. Stattdessen wolle man sich in Zukunft auf High-End-Smartphones konzentrieren um künftig Risiken durch Unbeständigkeit der Branche zu reduzieren. Sony-Präsident Kazuo „Kaz“ Hirai hat einen umfassenden Umbau des Konzerns eingeleitet, der langfristig zurück in die schwarzen Zahlen führen soll. So wurde etwa die PC-Sparte mit der Marke Vaio abgestoßen, zudem sollen 5.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die ebenfalls kriselnde Fernsehsparte, die kaum Gewinn einbringt und unter starker Konkurrenz leidet, dürfte aber erhalten bleiben. Es wird also wohl noch eine Weile dauern, bis Sony wieder schwarze Zahlen schreiben wird - da kann sich die PlayStation 4 noch so erfolgreich verkaufen.

Quelle: Sony [via The Verge]

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