Sony: Statement zur Gewährleistung nach Bootloader-Unlock

Lukas Funk 7

Neben HTC bietet auch Sony ein Tool an, mit dem Kunden den verschlüsselten Bootloader ihres Gerätes entsperren können. Dabei, so ein Warnhinweis auf der Seite des Tools, kann der Gewährleistungsanspruch des Gerätes erlöschen. In einem kürzlich herausgegebenen Statement hierzu erklärt Sony nun die Hintergründe.

Sony: Statement zur Gewährleistung nach Bootloader-Unlock

Der Bootloader ist die erste Softwarekomponente, die beim Start eines Smartphones anspringt. Seine einzige Aufgabe besteht darin, die Validität des Betriebssystems zu überprüfen und dieses gegebenenfalls zu starten. Um also eine veränderte ROM auf einem Gerät zum Laufen zu bringen, muss zunächst der Bootloader modifiziert oder ausgetauscht werden, um diesen Sicherheitsmechanismus zu umgehen. Zur Frühzeit von Android war der Zugriff auf den Bootloader offen, was diese Schritte sehr einfach machte. Dies verführte allerdings auch unerfahrenere Nutzer dazu, am System herumzutüfteln, was in den drastischsten Auswüchsen sicher einige überhitzte Akkus und durchgebrannte Prozessoren mit sich brachte. Frustrierte Bastler versuchten natürlich, in solch einem Fall ihren Gewährleistungsanspruch geltend zu machen. Da dieser aber nur bei produktionsfehlerbedingten Hardwareproblemen greift und die frustrierten Bastler mit ihrem Problem alleine waren, fingen Hardwarehersteller an, den Bootloader zu sperren oder gar zu verschlüsseln, um den Nutzer vor sich selbst zu schützen - es ihm aber auch unmöglich zu machen, Custom Kernels und modifizierte Firmwares zu flashen. Nach jahrelangen Protesten aus der Community, bieten die entsprechenden Hardwarehersteller mittlerweile Online-Tools an, um den Bootloader wieder zugänglich zu machen - Sony über unlockbootloader.sonymobile.com, HTC über HTCDev.com.

Soweit der Stand der Dinge. Nun hat Sony auf Anfrage von PhoneArena.com ein offizielles Statement herausgegeben, welches genauer erläutert, warum die Gewährleistung selbst mit dem offiziellen Entsperr-Tool verfällt und unter welchen Voraussetzungen der Service trotz Softwaremodifikationen genutzt werden kann. Hierin wird zunächst darauf hingewiesen, dass man mit dem Tool Problemen von Drittanbieter-Lösungen entgegenwirken wolle, die zu schwerwiegenden Fehlern führen können. Sony sei „stolz, der Entwicklercommunity diese Möglichkeit zur Entsperrung bereitzustellen.“ Wenn nun allerdings auch ein weniger versierter Nutzer von diesem Angebot Gebrauch macht und sein Gerät dadurch Schaden nimmt, muss er für dessen Reparatur selbst aufkommen. Genau auf diesen Fall, so Sony weiter, bezögen sich die Warnhinweise. Die vage Formulierung berücksichtige den Fall, dass unabhängig vom entsperrten Bootloader auch bekannte Produktionsfehler auftauchen können, beispielsweise ein gelbstichiges Display beim Xperia S. In diesem Fall könne die Gewährleistung in Anspruch genommen werden.

Ein Blick in die Nutzerforen relativiert diesen Zuspruch der Japaner aber zu guten Stücken: Dort klagen einige Nutzer, dass ihre entsperrten Geräte von Sonys Servicecentern unrepariert zurückgeschickt wurden, obgleich keine selbstverschuldeten Schäden vorlagen. Andere wiederum hatten damit kein Problem und durften sich über ein wieder voll funktionsfähiges Gerät freuen.

Was haltet ihr von der Unart, Geräte mit verschlüsseltem Bootloader auszuliefern? Berücksichtigt ihr dies beim Kauf eines neuen Smartphones? Der Kommentarbereich freut sich über eure Meinung.

Quelle: PhoneArena.com

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