Auf dem MWC hat Sony sein neues Mittelklasse-Smartphone Xperia P vorgestellt. Herausragendes Merkmal des Gerätes ist das ultrahelle „White Magic“-Display (wir berichteten). Wir erklären, wie genau das Display funktioniert.

In den meisten Displays besitzt ein Bildpunkt (Pixel) drei Subpixel: einen roten, einen grünen und einen blauen - man spricht daher von einer RGB-Matrix. Einzelne Subpixel können individuell beleuchtet werden. Je nach Beleuchtung der Subpixel entstehen unterschiedliche Farben. Für die Farbe Weiß müssen alle Subpixel komplett leuchten. Sony hat nun im White Magic-Display einen weiteren Subpixel hinzugefügt, der für sich genommen bereits weiß leuchten kann.

rgbw matrix
Dieser zusätzliche Subpixel ergibt eine RGBW-Matrix. RGBW hat zwei Vorteile: Zum einen kann diese erheblich heller leuchten - wenn alle Subpixel eines gesamten Bildpunktes aktiviert sind, immerhin doppelt so hell wie herkömmliche Smartphones mit LCD-Screen. Das Xperia P kann so bis zu 935 nit (entspricht der Einheit Candela pro Quadratmeter) erreichen - zum Vergleich: Bei voller Helligkeit kommt das iPhone 4(S) auf 484 nit, das Samsung Galaxy S2 auf 362 nit (Quelle).

Wir konnten uns auf dem MWC von der Helligkeit des Xperia P überzeugen - auf voller Stufe ist das Display geradezu gleißend hell. Das heißt, es dürfte auch bei prallem Tageslicht gut ablesbar bleiben.

Der andere Vorteil ist, dass auch ein reguläres Bild deutlich weniger Strom verbraucht, da bei weißen Flächen nur noch ein Subpixel leuchten muss und auch bei regulären Bildern mit natürlichen Farben weniger Hintergrundbeleuchtung notwendig ist. Ironischerweise ist das White Magic-LC-Display im Xperia P somit ein Gegenentwurf zu auf AMOLED-Technik basierenden Display, die dann am energieeffizientesten sind, wenn das Bild schwarz ist.

sony lcd

Sony hat softwareseitig zwei Displaymodi in das Xperia U integriert: Im „Outdoor“-Modus wird die volle Displayhelligkeit genutzt, im „Indoor“-Modus eine softwareseitig gesteuerte intelligente Abdunklung. Dieser liegen die Daten eines Helligkeitssensors zugrunde, der in das Smartphone integriert ist.

Abgesehen von der komplett manuellen Einstellung der Displayhelligkeit hat der Nutzer im Xperia P noch die Auswahl zwischen „Bright Mode“ und „Power Efficient Mode“. Ersterer tendiert eher zu helleren Bildern als letzterer - bei beiden Modi bleibt aber die intelligente Softwareumschaltung zwischen Indoor und Outdoor aktiv.

In folgendem Video wird White Magic noch einmal kurz und knapp erklärt.

Xperia™ NXT Series Smartphones from Sony - your questions answered pt2

Unser Fazit: Mit dem White Magic-Display hat Sony ein gutes Werk getan. Sollte sich die Helligkeitserhöhung nicht negativ auf das Gesamt-Displaybild in puncto Schärfe und Qualität auswirken - den EIndruck hatten wir beim Hands-On nicht - hat Sony hier vielleicht eine Schlüsseltechnologie in petto, um den Stromverbrauch von Smartphones deutlich zu reduzieren. Denn das Display ist neben mobilen Datenverbindungen immer noch der größte Stromfresser in der neuen Kommunikationswelt. Wir freuen uns auf weitere Geräte mit White Magic-Technologie.

Quellen: Sony Developer Blog, Sony Mobile @ Facebook

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