Marsmission: Elon Musk will das größte Raumschiff aller Zeiten bauen

Stefan Bubeck 4

Der SpaceX-CEO und Visionär Elon Musk hat gestern in einem ausführlichen Vortrag enthüllt, wie die Menschheit den Mars erreichen und dauerhaft besiedeln soll. Dazu zeigte er Details des „Interplanetary Transport Systems“ – ein wiederverwendbares Raumschiff, dass pro Reise über 100 Menschen und deren Gepäck zum Roten Planeten bringen wird.

SpaceX Marsmission: Interplanetary Transport System.

Ein wiederverwendbares Transportsystem mit Methanantrieb

Das „Interplanetary Transport System“ ist imposant: Der Verbund aus Antriebsstufe und bemannten Raumschiff bringt es auf eine Gesamthöhe von 122 Metern. Das überragt alle Raketensysteme der Vergangenheit, man denke an Saturn V oder Ariane 5. Auch die Traglast von 300 Tonnen zeigt eindrucksvoll, dass SpaceX das nächste Level der Raumfahrt beschreiten will.

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Die Antriebsstufe (Booster) nimmt 77,5 Meter ein und ist mit 42 Raptor Engines bestückt. Dabei handelt es sich um Triebwerk, das flüssiges Methan einsetzt – der Vorteil ist, dass man diesen Treibstoff auch auf dem Mars erzeugen kann und so Nachschub für die Rückreise oder andere Missionen bereitsteht.

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An Bord des 55 Meter langen Raumschiffs sollen Games, Kinos und Restaurants für die Unterhaltung und das Wohlergehen der Passagiere sorgen – keine schlechte Idee, denn der Flug zum Mars dauert rund 80 Tage. Die genaue Reisedauer ist abhängig von der Position von Erde und Mars beim Zeitpunkt des Abflugs. Musk hofft, diese eines Tages auf 30 Tage senken zu können.

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Auf dem Mars werden zukünftig 1 Million Menschen leben

Die Befürchtung, dass sich die Pioniere auf eine Reise ohne Wiederkehr begeben könnten, räumte der SpaceX-Chef aus: Selbstverständlich rechne man damit, dass einzelne Teilnehmer zurückkehren möchten, die Möglichkeit der Rückreise sei eingeplant. Das große Ziel ist allerdings ein anderes: Die Menschheit wird den Mars besiedeln, er soll dauerhaft ein zweites Zuhause für uns werden. In den nächsten Jahrzehnten erwartet Musk rund eine Million Mars-Siedler: „Die Menschheit sollte eine multiplanetare Spezies werden.“ Aus dem Publikum kamen auch unbequeme Fragen, unter anderem, wie man denn die Gefahr für Strahlungsschäden einschätze. Musk ist sich dessen bewusst, hält diese aber für „gering“, zudem werde man Schutzvorkehrungen treffen. Alles in allem also „keine große Sache“.

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Flug zum Mars: Unter 200.000 Dollar pro Person

Die Marsmission hat nicht nur eine technische Seite, deren Herausforderungen gigantisch sind – es gibt auch noch das Problem der Kosten, die die Unternehmung mit sich bringt. Würde man die heute zur Verfügung stehende Technologie nutzen, würde ein Mars-Trip mit rund 10 Milliarden Dollar pro Person zu Buche schlagen, so Musk. Die von SpaceX anvisierte Variante, die sich massiv auf die Wiederverwendbarkeit fast aller Komponenten stützt, werde einen Preis von unter 200.000 Dollar ermöglichen. In Zukunft wäre es sogar möglich, die 100.000 Dollar pro Kopf zu unterschreiten.

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Wir reisen zum Mars – und zwar in Kürze

Derzeit laufen noch diverse Tests bezüglich Antrieb und Raumschiff, aber bereits 2025 sollen die ersten Menschen in dieses „großartige Abenteuer“ starten, kündigt Musk an. So beeindruckend und detailliert der Vortrag auch war – einige Fragen sind weiterhin offen. Insbesondere was die Marskolonie an sich betrifft, wie Menschen dort leben und arbeiten werden, dazu gibt es noch kein klares Bild. Immerhin könnte die Basis auf dem zwischen 56 und 401 Millionen Kilometern entfernten Erd-Nachbarn eines Tages der Startpunkt für interstellare Reisen werden. Aber Elon Musk wäre nicht der große Zukunftsvisionär, wenn er uns das nicht beim nächsten Mal verraten würde.

Der Vortrag „Making Humans a Multiplanetary Species“ dauerte rund 95 Minuten und wurde live ins Netz übertragen, ihr findet ihn hier auf Youtube, die passenden Präsentationsfolien gibt es direkt bei SpaceX als PDF.

Quellen: heise, space, spacex

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