Spotify: Diese Funktion macht uns wahnsinnig

Johann Philipp

Die eigenen Songs mit einem Streamingdienst verbinden: Google Play Music kann es, die Amazon-Dienste können es, Spotify kann es eigentlich auch, nur so richtig einfach funktioniert es nicht.

Was nützen 30 Millionen Songs, wenn der Lieblingstitel nicht dabei ist. Die Streamingdienste bieten in ihren Katalogen zwar eine große Auswahl an Musiktiteln an, doch die Möglichkeit auch eigene Songs hinzuzufügen, war von Anfang an für viele Kunden wichtig. Die Dienste von Google und Amazon machen es leicht – bis zu 250.000 eigene Songs kann man hinzufügen. Bei Spotify ist das ohne Anleitung schwierig.

Spotify, lasst uns eigene Songs hochladen – schnell und einfach!

Bilderstrecke starten(12 Bilder)
Die 11 größten Spotify-Lücken: Diese Alben und Künstler fehlen im Angebot

Die Konkurrenz macht vor, wie es geht: Bei Google können bis zu 50.000 eigene Songs hochgeladen werden, dazu lädt man sich entweder das kostenlose Programm „Musik-Manager“ herunter, oder man nutzt den Chrome-Browser. Man klickt an, dass Songs in Google Play Music hochgeladen werden sollen, meldet sich mit seinem Google Account an, wählt die Quelle aus und wartet, bis die Songs hochgeladen sind. Fertig. Sie erscheinen dann auf jedem beliebigen Gerät mit einem Zugang zu Google Play Music in der „Bibliothek“. Bei Amazon funktioniert das ganz ähnlich. Bei Spotify allerdings nicht.

Eigene Songs auf das Smartphone bringen

Die einfache Handhabung der Konkurrenz schafft Spotify nicht. Wer nur auf dem Computer Musik hört, kann über die Einstelllungen im Spotify Player zwar auch sehr einfach eigene Songs integrieren, aber sobald man diese auch auf dem Smartphone hören möchte, wird es schwierig. Sie müssen auf dem PC oder Mac in eine eigene Playlist integriert werden. Das Smartphone muss sich dann im selben WLAN-Netzwerk, wie der Computer befinden, damit die Songs übertragen werden. Anschließend muss diese Playlist auf dem Smartphone offline verfügbar sein, damit die Songs auch ohne Computer in der Nähe gespielt werden können. Warum so kompliziert? Und damit nicht genug:

Strikte Vorgabe bei Formaten

Spotify unterstützt nur Dateien in den Formaten .mp3 und .mp4. Wenn ihr eure Musik als .flac, .wav, .ogg oder in einem anderen nicht unterstützten Musikformat abgespeichert habt, müsst ihr sie in MP3 umwandeln. Bei Play Music übernimmt das Google für euch. Play Music unterstützt .aac, .wma, .flac und .aac, die allerdings in der Cloud in MP3-Dateien mit 320 kbit/s konvertiert werden. Amazon bietet eine ähnliche breite Auswahl an Formaten an.

Hochladen nur mit Premium-Account

Die Upload-Funktion von Google Play Music ist kostenlos, lediglich ein Account muss angelegt werden. Ein kostenpflichtiges Abonnement für Google Play Music wird nicht benötigt. Wer also im Streaming-Zeitalter lieber weiter auf eine private Musiksammlung setzt, kann auf diese Weise dennoch kostenlos die Vorteile von Streaming nutzen. Auch Amazon bietet an, bis zu 250 Songs gratis ohne Abo hochzuladen. Spotify verlangt dagegen ein Premium-Account für 10 Euro im Monat, um eigene Songs hochzuladen.

Spotify ist der Platzhirsch beim Musikstreaming – mehr als 60 Millionen zahlende Kunde haben sie laut neuesten Zahlen. Aber bei der Integration von eigenen Songs hat man das Gefühl, sie seien ein kleines Start-Up, das gerade erst ein paar Hundert Kunden hat. Ob das Problem mit einem Update behoben werden kann? Nicht so einfach ohne weitere Vorkehrungen an den Servern. Es scheint so, als sei Spotify der Meinung, dass 30 Millionen Songs ausreichen und man seine eigene Musik eben lokal auf dem Smartphone speichern kann. Ganz schön arrogant diese Streaming-Schweden.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung