Warum Mozart 2016 erfolgreicher war als Drake und Kanye

Stefan Bubeck

Die meisten CDs hat im Jahr 2016 der Komponist Wolfgang Amadeus Mozart verkauft, obwohl er schon seit 225 Jahren unter der Erde liegt. Dafür gibt es eine Erklärung.

Warum Mozart 2016 erfolgreicher war als Drake und Kanye
Bildquelle: Barbara Krafft [Public domain], via Wikimedia Commons / Pixabay.

Normalerweise gehört zu einer Chartplatzierung ein ganzer Haufen Promo-Arbeit: Auf Konzerttour gehen, Interviews geben, Twitter, Facebook, Instagram und was nicht alles. Das ist extrem anstrengend, aber so ist nun mal das Leben der Stars. Kanye West kann sicherlich bezeugen, dass man da schon mal den Überblick verliert. Aber es gibt auch Stars, die nichts tun müssen und trotzdem Erfolg haben – sie sind bereits tot. Elvis Presley, Michael Jackson, Prince und natürlich auch Mozart.

„Mozart 225: The New Complete Edition“ – 1,25 Millionen CDs verkauft

Der Branchendienst Billboard wertet aus, wie erfolgreich Künstler sind. Für 2016 konnte sich Mozart in der Kategorie „CD-Verkäufe“ mit 1,25 Millionen Exemplaren an die Spitze setzen. Vor bekannten lebenden Künstlern wie Adele, Beyonce oder Drake.

Wie ist das möglich? Nun, dazu muss man etwas genauer hinschauen. Zunächst einmal geht es hier nur um die CD-Verkäufe. Nimmt man alle Vertriebswege hinzu, also beispielsweise digitale Downloads, Vinyl, Streamingdienste wie Spotify und Deezer – dann ziehen die aktuellen Stars wieder am Salzburger Genie des 18. Jahrhunderts vorbei. Trotzdem: CDs sind noch immer schwer angesagt. In Deutschland machen sie 60 Prozent aller Musikverkaufsumsätze aus. So gesehen hat Mozart 2016 ordentlich gerockt und die Kassen klingeln lassen.

Dieser späte Erfolg hat vor allem mit einem einzigen Release zu tun, der CD-Box „Mozart 225: The New Complete Edition“. Zum 225-jährigen Jubiläum des Todestags haben Universal Music, die Deutsche Grammophon und das Salzburger Mozarteum ein Set aus 200 CDs herausgebracht. Darauf befinden sich über 240 Stunden Musik – oder anders formuliert: So ziemlich alles, was Mozart je geschrieben hat. Tja, und wenn man davon 6.250 Stück verkauft, dann lässt man eben alle anderen hinter sich. Der Trick ist also eine Kiste voller CDs für rund 360 Euro.

Vielleicht gibt’s sowas Ähnliches dann eines Tages für unsere Urenkel – zum Beispiel „Justin Biebers Gesamtwerk“ als Sammleredition in einer schicken Box.

Quelle: Billboard

Mozart 225 – The New Complete Edition.

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