Telltale Games: 6 Spiele, die wir uns wünschen!

Kristin Knillmann 37

Telltale sind die Meister im Adaptieren von Comic-, Serien- und Spiele-Vorlagen. Nach The Walking Dead, Game of Thrones und weiteren, kündigte das Adventure-Studio kürzlich an, sich in diesem Jahr den Sandbox-Kassenschlager Minecraft vorzunehmen. Ich vertraue Telltale zwar, habe aber auch ein paar Vorschläge für Umsetzungen, die ich viel lieber sehen würde!

TelltaleWünsche_Teaser

Saga

Telltale_Saga

Mit Tales from the Borderlands hat Telltale bewiesen, dass die Formel des dynamischen Duos – Rhys und Fiona – hervorragend funktioniert, wenn man eine gute Geschichte aus mehreren Perspektiven erzählen will. Etwas, das sich auch wunderbar übertragen lässt auf das Hauptgespann aus dem angesagten Comic-Buch Saga von Brian K. Vaughan: Marko und Alana sind unterschiedlicher Abstammung. Sie gehört zu den geflügelten Leuten aus Landfall, er zu den gehörnten Magiern vom Mond Wreath. Obwohl beide Rassen miteinander im Konflikt stehen, sind Marko und Alana unzertrennlich. Mit dem gemeinsamen Kind Hazel flüchtet das Duo quer durch die Galaxis, um ihre kleine Familie vor der Strafe ihrer Völker und der Rache eifersüchtiger Ex-Partner zu schützen.

Telltales Saga stelle ich mir vor wie eine Mischung aus Tales from the Borderlands und The Wolf Among Us: Wir bekommen die Vorgeschichte der Krieg führenden Völker und das erste Aufeinandertreffen des ungleichen Paares aus der Sicht von Marko und Alana erzählt. Der optische Stil und das verrückte Charakter-Design von Freunden und Gegnern wird dabei klar von der Comic-Vorlage vorgegeben: Bunte Farben treffen auf interessante Figuren, wie die aristokratischen Soldaten mit einem Fernseher als Kopf oder das pinke Geistermädchen Izabel.

Darüber hinaus könnte die Lying Cat, die jede Lüge mit einem gezischten Lying entlarvt, eine neue Komponente in die bislang wenig abwechslungsreiche Spielmechanik von Telltale bringen. Und für Staffel 2 würde ich dann noch den Clementine-Vorschlag machen: Sind wir mit Marko und Alana durch, spielen wir die Weltraum-Oper mit Tochter Hazel weiter.

LOST

Ich bin ganz sicher nicht die Einzige, die die Mystery-Serie LOST extrem vermisst. Da draußen sind bestimmt noch 4 8 15 16 23 42 Leute, denen es ganz genauso geht. Die Fanbase, die eine entsprechende Umsetzung von Telltale kaufen würde, wäre also in etwa so groß wie die, die sich Iron From Ice nicht hat entgehen lassen. Und so unwirklich ist der Gedanke gar nicht: Die Macher von LOST hatten immer schon ein kleines Faible für digitale Spielereihen – ich erinnere da mal an das Alternate-Reality-Game LOST Experience, das mich und viele Fans zwischen Staffel 2 und 3 bei der Stange gehalten und uns mit wertvollen Informationen zur Handlung und den Hintergründen der Serie ausgestattet hat.

Und da lag meiner Meinung nach auch immer der große Haken der Serie: Hat man nicht regelmäßig an solchen Events teilgenommen oder die Fan-Seite Dark UFO mitsamt Theorien verfolgt, hatte man irgendwann nur noch ein großes Fragezeichen über dem Kopf – in etwa so wie die Pearl-Station. Die Chance könnte Telltale nun nutzen und vielen LOST-Fans geben, was ihnen immer gefehlt hat: Eine Adventure-Staffel über die Geschichte der Dharma Initiative und der Hanso Foundation – inklusive physikalischer Anomalien und Zeitreisen, die unsere Hauptfigur diverse aus der Serie bekannte Szenen miterleben lassen. Dabei wird auch das typische … will remember that in einen völlig neuen Kontext gesetzt.

Zugegeben, es würde viel des Mysteriums der Serie nehmen und einige alte Diskussionen im Keim ersticken. Wir Fans sind aber halt einfach zu neugierig und das Finale ist ja inzwischen auch lang genug her. Telltale, pls.

Sweet Tooth

Telltale_Sweet-Tooth

Ich bin immer noch großer Fan von The Walking Dead, halte Sweet Tooth aber für die bessere Endzeit-Geschichte und würde sie deswegen sehr gern in einem Telltale-Adventure sehen: Der neunjährige Gus ist ein seltenes Hybrid-Geschöpf zwischen Mensch und Tier. Nach dem Tod seines Vaters pfeift er auf seine religiöse Erziehung und macht sich auf in die weite, gefährliche, post-apokalyptische Welt vor der er stets gewarnt wurde. Auf seinem Weg in die Freiheit trifft er den Landstreicher Jepperd, der ihm verspricht, ihn zu beschützen und zur Preserve zu bringen – einem scheinbar sicheren Ort für Hybrid-Kinder.

Was wirklich mit Hybrid-Wesen passiert und wie sich die Beziehung zwischen Gus und seinen Hybrid-Freunden, sowie zwischen Gus und seinem „Zieh-Vater“ Jepperd entwickelt, das steht im Zentrum von Sweet Tooth und könnte auch das zentrale Motiv einer Telltale-Umsetzung sein. Was mit Clementine und Lee so fabelhaft funktioniert hat, würde mit der komplizierten Entwicklung zwischen Gus und Jepperd eine neue Ebene erreichen, bei der ich wahrlich gern Entscheider spielen würde.

Die Comic-Reihe umfasst 6 gebundene Ausgaben (Episoden, anyone?) bzw. 40 Heftchen, ist inzwischen abgeschlossen und läuft über den Comic-Verlag Vertigo, bei dem auch die Vorlage zu The Wolf Among Us beheimatet liegt. Eine weitere Kooperation zwischen Vertigo und Telltale wäre also gar nicht so unwahrscheinlich.

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