So will Tesla die Stromkonzerne herausfordern

Stefan Bubeck

Jetzt auch in Deutschland: Die Solar-Module von Tesla sehen aus wie herkömmliche Dachziegel und sollen durch einen günstigen Preis und extreme Haltbarkeit punkten. Alle Infos hier:

So will Tesla die Stromkonzerne herausfordern
Bildquelle: Tesla.
Update vom 03.08.2017, 11:10 Uhr:
Tesla hat die US-Preise für das Solardach auf seiner Internetseite bekannt gegeben. Wie bereits vermutet, kostet ein Square Foot 21,85 US-Dollar, was umgerechnet rund 216 Euro pro Quadratmeter sind. Elon Musk hält sein Versprechen: In den USA ist das Dach damit 20 Prozent günstiger als ein herkömmliches – die Stromersparnis ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Die ersten Häuser sind bereits mit den neuen Ziegeln ausgerüstet. Wie beim Elektroauto Model 3, sind Teslas eigene Mitarbeiter die ersten Kunden. Auch Tesla-Chef Elon Musk hat die Solarziegel auf seinem Dach. Außerdem gibt das Unternehmen bekannt, dass es eine lebenslange Garantie auf das Produkt gibt. Auf der Seite heißt es dazu: „Die Garantie ist unendlich oder auf die Lebenszeit ihres Hauses gesetzt, was immer zuerst kommt.“

Originalartikel vom 11.05.2017:
Fahrzeug, Solardach und Energiespeicher – all das will Tesla aus einer Hand anbieten: Das kalifornische Unternehmen steht für weit mehr als elektrisch angetriebene Sportwagen – der Gründer Elon Musk plant offenbar nicht weniger, als eine Energie-Revolution in großem Stil umzusetzen. So gibt es von Tesla auch Energiespeicher („Powerwall“) sowie Energieerzeuger in Form von Solar-Dachziegeln. Diese wurden bereits letztes Jahr angekündigt, nun sind weitere handfeste Informationen dazu veröffentlicht worden.

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Tesla Solar Roof: „Unsichtbare Solarzellen“

Die neue Webseite zu Teslas „Solar Roof“ (Solar-Dach) ist online und zeigt vier Varianten: Strukturiert, Glatt, Toskanisch und Dachschiefer. Allen gemeinsam ist, dass sie so aussehen wie herkömmliche Dachziegel – ein Unterschied dürfte einem Betrachter auf der Straße vor dem Haus nicht auffallen.

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Dazu kommt eine extreme Robustheit: Der Hersteller verspricht, dass die Solar-Module „dreimal so fest wie Standard-Dachziegel“ seien. Ein entsprechendes Video zeigt Zeitlupenaufnahmen von 5-cm-Hagelkörnern, die mit 160 Stundenkilometern auf verschiedene Ziegel geschossen werden. Normale Dachziegel zerbersten in Stücke, die Tesla-Schindel widersteht der Attacke mühelos. Das gilt ebenso für einen Versuch mit einem Gewicht, bei dem Teslas gehärtetes Glas am besten abschneidet:

Tesla Solar Roof-Dachziegel im Härtetest.
Tesla gibt eine „unbegrenzte Dachziegelgarantie“ sowie Energieerzeugungs- und Wetterfestigkeitsgarantien von jeweils 30 Jahren. Die Hagelfestigkeit entspricht der Klasse 4 FM 4473 (höchste Hagelfestigkeit). Allerdings ist das Kleingedruckte zu beachten: „Alle Garantien und Klassifizierungen gelten nur für die USA. Ähnliche Garantien und Bewertungen werden für andere Märkte entwickelt.“

Die neuen Solarziegel können ab sofort weltweit vorbestellt werden, so auch in Deutschland und Österreich. Dabei wird eine Anzahlung von 930 Euro fällig. Über konkrete Preise – etwa eines einzelnen Solar-Ziegels – schweigt sich der Hersteller noch aus. In einem Blog-Beitrag nennt Tesla durchschnittliche Kosten von 21,85 US-Dollar pro Square Foot (umgerechnet rund 216 Euro pro Quadratmeter). Das Beispiel geht von einem Dach aus, das zu 35 Prozent aus Solarziegeln besteht, der Rest aus herkömmlichen Ziegeln. Das reiche aus, um ein Solardach effektiv betreiben zu können.

In den USA wird die Auslieferung und Installation bereits im Juni 2017 starten, die ausländischen Märkte sollen 2018 „im Zuge des Ausbaus der Produktion“ folgen.

Quellen: Tesla, Golem, Futurezone

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