Tesla Model S: Fahrer stirbt während Autopilot aktiv ist

Tuan Le

Zum ersten Mal seit der Einführung des Autopilot-Modus im Tesla Model S ist es zu einem Unfall gekommen, bei dem der Fahrer bei aktivem Autopilot ums Leben gekommen ist. Offenbar haben weder der Fahrer noch die künstliche Intelligenz einen sich nahenden Traktor bemerkt, von den Behörden wurden jetzt die Ermittlungen aufgenommen.

Tesla Model S: Fahrer stirbt während Autopilot aktiv ist

Selbstfahrende Autos – für viele Menschen nach wie vor ein heikles Thema, bei dem vor allem die Frage im Raum steht: Wer übernimmt die Verantwortung, wenn der Autopilot einen Unfall verursacht? In den Köpfen der meisten Unternehmen, die sich mit der Thematik beschäftigen – neben Tesla auch Google, Volvo und GM – scheint man diesen Faktor durch die Eliminierung der Unfallrate zu 0 Prozent schlichtweg umgehen zu wollen. Tesla hat sogar derart viel Vertrauen in den Autopiloten, dass man bereits für die breite Masse im Rahmen des Betaprogramms den autonomen Fahrmodus freigegeben hat. Seitdem gibt es immer wieder recht berunruhigende Berichte über Fahrer, die die Steuerung ganz und gar dem Autopiloten überlassen und während der Fahrt die Hände ganz vom Lenkrad nehmen oder gar ein Nickerchen halten.

Es kam, wie es kommen musste: Am 7. Mai starb der 40-jährige Tesla-Fahrer Joshua Brown bei einer Kollision mit einem Traktor. Wie mittlerweile bekannt geworden ist, war zum Zeitpunkt des Unfalls tatsächlich der automatische Modus aktiv, weder dieser noch der Fahrer hatten aber das Fahrzeug rechtzeitig erkannt. Die genauen Umstände des Unfalls werden aktuell noch von der National Highway Transportation Safety Administration (NHTSA) ergründet. Tesla drückte in einem offiziellen Statement zum einen Bedauern für den tragischen Unfall aus, betonte allerdings auf der anderen Seite auch, dass der automatische Modus sich derzeit noch in der Betaphase befinde und jeder Tesla-Fahrer auch ausdrück darauf hingewiesen wird, weiterhin beide Hände am Lenkrad zu behalten und jederzeit bereit zu sein, die Kontrolle zu übernehmen.

Autopilot rettete Tesla-Fahrer bereits einmal das Leben

Besonders bemerkenswert an der Sache ist, dass Joshua Brown bei einer ähnlichen Situation einem Unfall entging, weil der Autopilot seines Tesla-Fahrzeugs rechtzeitig abbremste und dadurch eine Kollision vermied – ein entsprechendes Video gibt es sogar auf dem YouTube-Kanal des Verstorbenen. Tesla gerät indes immer mehr in Kritik, nicht ausreichend über die Gefahren und Mängel des Autopiloten aufmerksam zu machen: Ein Volvo-Ingenieur sagt dazu etwa, dass das Fahrsystem von Tesla den Nutzern Fähigkeiten vorgaukle, die es gar nicht hat.

Nur weil der Autopilot in den meisten alltäglichen Situationen zuverlässig funktioniert, heißt es noch lange nicht, dass in kritischen Gefahrensituationen nicht ein menschliches Einschreiten vonnöten ist. Der tragische Tod von Joshua Brown könnte verheerende Auswirkungen auf die weitere Entwicklung selbstfahrender Autos haben und gegebenenfalls sogar dazu führen, dass Tesla das Beta-Programm nochmal überdenkt. In jedem Falle tun Google und Co. gut daran, die Tests weitehin im privaten Rahmen durchzuführen – die größte Fehlerquelle ist und bleibt nunmal der Mensch.

Quelle: The Verge

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