Texas Instruments: Investoren fordern Rückzug vom Mobile-Markt

Daniel Kuhn

Lange nichts mehr aus dem Hause Texas Instruments gehört … und genau da liegt auch das Problem. Während Nvidia mit dem Quad Core-Tegra 3-Prozessor und Qualcomm mit dem Dual Core Snapdragon S4 ganz klar den Markt beherrschen, kam in letzter Zeit kaum ein Gerät mit einem texanischen Chipsatz auf den Markt. Nun fordern Investoren und Analysten als Konsequenz den Rückzug aus dem mobilen Geschäft.

Mal abgesehen vom Huawei Ascend P1, das wir gerade getestet haben, war das Galaxy Nexus das letzte nennenswerte Smartphone, das mit einem Prozessor von Texas Instruments ausgeliefert wurde – im Tablet-Bereich sieht es nicht viel besser aus. Einer der Gründe dafür ist die immer noch aktuelle OMAP 4-Prozessorgeneration – während die Konkurrenz von Nvidia und Samsung längt im Quad Core-Bereich angekommen ist und Qualcomm mit dem Snapdragon S4 zeigt was eine geringere Fertigungsdichte aus einem Dual Core-SoC rausholen kann, merkt man den OMAP 4-Prozessoren ihr Alter inzwischen an.

Auf dem Mobile World Congress wurde zwar der beeindruckende OMAP 5-Chipsatz, mit Cortex A15-Kernen und 28 Nanometer Fertigungsdichte vorgestellt, in einem mobilen Endgerät ist er bisher aber nicht zu finden und dadurch verliert Texas Instruments immer mehr an Boden gegenüber der Konkurrenz. Dies haben sowohl Investoren als auch Marktanalysten erkannt und fordern nun, dass TI sich nach der Baseband-Chip-Sparte auch von den mobilen Prozessoren trennt. Die Mobilfunksparte ist schuld daran, dass die Aktien des ansonsten erfolgreichen Konzerns seit März um 13 Prozentpunkte gefallen sind.

Sollte TI es nicht schaffen, die Mobilfunksparte innerhalb des nächsten Jahres wieder in die Gewinnzone zu bringen, dürfte der Druck der Investoren so groß werden, dass der texanische Konzern um die Trennung nicht mehr herum kommt. Zumindest könnte der Bereich durch eine baldige Abspaltung noch gewinnbringend verkauft werden. Zwar gibt es derzeit noch keine konkreten Interessenten, aber sowohl LG als auch Huawei könnten als Käufer in Frage kommen um eine eigene Chipproduktion aufzunehmen, oder die vorhandenen Kapazitäten auszubauen.

Was denkt ihr, schafft Texas Instruments noch ein Comeback auf dem Prozessormarkt, oder sollten sie sich lieber gleich von der Mobilfunksparte trennen?

Quelle: Reuters [via Androider]

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung