Review: Toshiba Encore im Test

Franz Feuerer
Review: Toshiba Encore im Test

Das Toshiba Encore ist eines der immer beliebter werdenden 8 Zoll Windows 8.1 Tablets auf dem Markt und tritt hauptsächlich gegen Geräte wie das sehr preisleistungsstarke Dell Venue 8 Pro oder das Lenovo Miix 2 an. Nachdem wir diese drei Geräte bereits ausführlich miteinander verglichen haben, widmen wir uns in diesem Test voll und ganz dem Toshiba Encore. Ob sich ein Kauf lohnt und ob es in unserem ausführlichen Test überzeugen konnte, lest ihr jetzt.

Testgerät: Toshiba Encore 32GB – Preis ab ca. 295€ bei Amazon | Cyberport | notebooksbilliger
Software: Windows 8.1

Toshiba Encore Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Toshiba Encore Front

Designtechnisch wirkt das Toshiba Encore auf den ersten Blick wie eine größere Version des vor kurzem getesteten Excite Write. Man setzt auch beim Gehäuse des Encore größtenteils auf Kunststoff. Die Rückseite und die Seiten sind dabei in einer graufarbigen Golfballmusterstruktur mit leichter Gummierung gehalten. Das sorgt für einen guten Grip und wirkt relativ solide. Wertigkeitstechnisch gibt es deutlich ansprechendere Tablets, das Design erfüllt aber seinen Zweck.

Auch die Verarbeitung unseres Testgerätes ist relativ ordentlich. Die Tasten sitzen ausreichend fest und haben einen guten Druckpunkt. Teilweise konnten wir dem Kunststoff-Gehäuse bei stärkerem Druck aber ein leichtes Knarzen entlocken.

Toshiba Encore Tasten

Das Encore misst 213mm x 135,9mm und ist 10,68 mm. Damit ist es definitiv nicht das handlichste 8 Zoll Tablet. Unser Hauptproblem ist aber das vergleichsweise hohe Gewicht von 445 Gramm. Das Tablet liegt durch die abgerundeten Kanten zwar recht gut in der Hand, das hohe Gewicht stört allerdings auf Dauer trotzdem ziemlich. Wenn man bedenkt, dass die Konkurrenz von Dell oder Lenovo merkbar leichter ist, fragen wir uns, wieso Toshiba hier nicht etwas mehr auf das Gewicht geachtet hat.

Toshiba platziert auf der linken Seite des Tablets den Einschub für eine microSD-Speicherkarte. Wenn man bedenkt, dass bei der von uns getesteten 32GB Version ab Werk nur etwa 9,8GB freier Speicher zur Verfügung stehen, ist dieser auch bitter nötig. Außerdem verkauft Toshiba noch ein Modell mit 64GB internem Speicher.
Auf der gegenüberliegenden rechten Seite findet man dann den Power-Button und die Lauter/Leiser Wippe.

Toshiba Encore Buttons

Auf der Oberseite befindet sich der 3,5mm-Klinkenanschluss, der microUSB-Anschluss und erfreulicherweise auch ein Micro-HDMI-Port. Das ist ein klarer Pluspunkt für das Encore. Auf der Unterseite verbaut Toshiba dann noch die beiden Stereo-Lautsprecher. Ein echter Stereo-Klang kann sich hier aber aufgrund der unklugen Positionierung nicht wirklich entwickeln. Nutzt man das Tablet einmal im Landscape-Mode, kommt es vor, dass man einen der beiden Lautsprecher aus Versehen verdeckt. Die Lautsprecher klingen durchschnittlich laut und der Klang ist etwas blechern. Insgesamt gibt es deutlich bessere.

Toshiba Encore Back

Auf der Vorderseite platziert Toshiba lediglich die Frontkamera und den touch-sensitiven Windows Button. Auf der Rückseite findet sich dann eine weitere Besonderheit: Anders als die Konkurrenz kommt das Toshiba Encore mit einer 8 Megapixel und keiner 5 Megapixel Kamera.
Die Qualität bei guten Lichtbedingungen ist ordentlich, bei schlechteren Lichtverhältnissen ist aber auch das Encore nahezu unbrauchbar.

Der WLAN-Empfang ist absolut in Ordnung. Das Toshiba Encore gibt es in der von uns getesteten WiFi-Only-Version mit 32GB internem Speicher für momentan ca. 295€ sowie in einer Version mit 64GB internem Speicher für etwa 349€.
Eine Cellular-Version gibt es nicht.

Display

Toshiba Encore Display 1

Wie schon erwähnt, verbaut Toshiba im Encore ein 8“ großes „Toshiba AutoBrite HFFS Display“. Dabei handelt es sich um ein LCD-Panel, das Toshiba selbst als „Hochhelligkeits-Display“ bezeichnet. Wie bei der Konkurrenz löst auch dieses mit 1280×800 bei etwa 189ppi auf.

Die Darstellung ist nicht besonders scharf, reicht aber in den meisten Anwendungssituationen aus. Wer kein höherauflösendes Display gewohnt ist, wird zufrieden sein. Farbdarstellung und Farbkorrektheit sind ab Werk ordentlich, teilweise aber etwas zu blass. Der Schwarzwert ist durchschnittlich, der Weißwert ebenfalls.

Das „Hochhelligkeits-Display“, das Toshiba bewirbt konnten wir bei unserem Testgerät leider nicht vorfinden. Das Display ist allenfalls durchschnittlich hell. Wir hatten im Außeneinsatz meist keinerlei Probleme, Inhalte vom Display abzulesen – an sonnigen Sommertagen könnte dies allerdings durchaus problematisch werden.

Toshiba Encore Blickwinkel

Ab Werk wird die Displayhelligkeit von einem Helligkeitssensor geregelt. Die ständigen Helligkeitsschwankungen sind allerdings schnell störend. Über den Intel-Grafiktreiber und die Energiesettings in der Systemsteuerung kann die automatische Helligkeitssteuerung bei Bedarf aber deaktiviert werden.

Die Blickwinkelstabilität hat uns überzeugt. Bei extremsten Blickwinkeln bleichen die Farben zwar merkbar aus, bei alltäglicher Nutzung stört dies allerdings nicht.

Bei der Bedienung des Touchscreens gab es keine Probleme, das Multitouch-Display nahm Berührungen wie gewollt an und zeigte sich im Test als genau.

Performance

Toshiba Encore Gaming

Wie das Dell Venue 8 Pro oder das Lenovo Miix 2 kommt auch das Toshiba Encore mit dem Intel Bay Trail Z3740 Quad Core Prozessor, der sich bei Bedarf von 1,33GHz auf 1,86GHz übertakten lässt. Mit an Bord sind außerdem 2GB Arbeitsspeicher. Die Lese- und Schreibwerte des eMMC Speichers betrugen bei unserem Test 88,00 MB/s (lesen) und 38,18 MB/s (schreiben).

Anfangs wirkte das Toshiba Encore beim Installieren von Programmen und Updates etwas träge. Nachdem wir den vorinstallierten McAfee-Antivirenschutz deinstallierten und gegen ein Alternativprogramm tauschten, besserte sich dies deutlich. Vor allem der Desktop-Betrieb lief jetzt deutlich flüssiger. Die Modern-UI sowieso. Gut gefallen hat uns auch die Browser-Performance. Selbst aufwändige Seiten lädt das Encore ziemlich schnell – Scrollen oder Pinch-to-Zoom laufen butterweich.

Toshiba Encore microSD

Auch Spiele wie Asphalt 8, das wir direkt aus dem Windows Store installiert haben, laufen relativ flüssig und konnten uns in Sachen Grafik überzeugen. Auch 1080P Flash-Videos können problemlos wiedergegeben werden. Wie schon einige der Konkurrenten wird auch das Encore bei leistungsintensiven Spielen oder Programmen etwas wärmer. Dies hielt sich unserer Meinung nach aber noch im normalen Bereich.

Bei der 32GB Version stehen dem Nutzer, wie anfangs bereits erwähnt, nach dem ersten Start, der vollständigen Installation von Microsoft Office und den Windows Updates, lediglich ca. 9,8GB zur Verfügung. Der interne Speicher kann natürlich mittels Speicherkarte erweitert werden, allerdings können beispielsweise Programme aus dem Windows Store nur über Umwege auf dieser installiert werden.

Im Benchmarkvergleich nehmen sich das Toshiba Encore und die beiden Haupt-Konkurrenten das Dell Venue 8 Pro und das Lenovo Miix 2 insgesamt kaum etwas:

Toshiba Encore Dell Venue 8 Pro Lenovo Miix 2 8 Microsoft Surface Pro 2
PC Mark 7 2415 2282 2508 4681
3D Mark 06 1806 1981 2089 6156
Peacekeeper 683 670 686 2565
SunSpider 399,1ms 417,2ms 486,8ms 112ms

Akku

Toshiba Encore Logo

Über die genaue Akkukapazität schweigt Toshiba sich, wie schon beim Excite Write, leider aus. Teilweise ist die Rede von 2665mAh. Da das Encore aber ähnliche Laufzeiten wie das Dell Venue 8 Pro oder das Lenovo Miix 2, die allesamt einen deutlich größeren Akku haben, schafft, halten wir diesen Wert für deutlich zu gering.

Wie dem auch sei. Wir haben natürlich auch mit dem Encore wieder unsere typischen Akku-Tests durchgeführt. Bei durchgehender Videowiedergabe, verbundenem Wlan und voller Display-Helligkeit, erreichten wir eine Laufzeit von etwa 7 Stunden und 15 Minuten. Definitiv ein ordentlicher Wert.

Wie schon beim Test des Lenovo Miix 2 haben wir auch hier den Eindruck, dass die aktuellen Windows 8.1 Tablets mit 8″ in Sachen Akkulaufzeit mehr oder weniger auf einem Level sind. Das liegt vermutlich daran, dass sie größtenteils auf identische Hardware setzen.

Software

Toshiba Encore Modern UI

Das Toshiba Encore kommt mit vollwertigem Windows 8.1 Betriebssystem und vorinstalliertem Microsoft Office Home and Student 2013 (Vollversion). An der Oberfläche an sich hat Toshiba nicht viel verändert. Auch Toshiba hält sich mit den vorinstallierten Programmen zurück. So findet man lediglich die hauseigene Toshiba Service Station, die für Updates zuständig ist ein Benutzerhandbuch und McAfee Antivirus vorinstalliert.

Wie bereits erwähnt, würden wir euch empfehlen, letzteren direkt zu deinstallieren und gegen eine andere Antiviren-Software auszutauschen, da die Performance ansonsten unnötig eingebremst wird.

Toshiba Encore Apps

Wie schon die Konkurrenz kommt auch das Toshiba Encore mit einer Vollversion von Microsoft Office 2013 (Word, Power Point, Excel und One Note 2013). Somit können unterwegs fast alle Arten von Dokumenten bearbeitet werden. Ein großer Vorteil gegenüber vielen iOS- oder Android-Tablets.

In der Desktop-Ansicht haben wir die Skalierung auf 125% gestellt. Dann ist die Oberfläche deutlich touch-freundlicher und lässt sich auch auf 8″ einigermaßen komfortabel bedienen.

Fazit

Toshiba Encore
Befriedigend
76%
08/2016
Preis: 295€ Das Toshiba Encore kann durch das gute Preis / Leistungsverhältnis, die gute Verarbeitung und eine ordentliche Performance überzeugen.
Vorteile– Preis
– Leistung
– Software
– Akku
– MicroHDMI
Nachteile– Hohes Gewicht

Das Toshiba Encore ist eines der ersten und mit momentan etwa 295€ auch ein sehr günstiges 8 Zoll Tablet mit vollwertigem Windows 8.1. Dafür bekommt man ein gut verarbeitetes, relativ performantes und kompaktes Gerät mit einer Vollversion von Microsoft Office. Hauptkritikpunkt, gerade im Vergleich zur Konkurrenz, ist und bleibt natürlich das hohe Gewicht von 445 Gramm. Dieses lässt das Encore schon ziemlich massiv wirken.

Als Alternativen bieten sich natürlich das vor kurzem getestete und nun schon oft erwähnte Dell Venue 8 Pro und das Lenovo Miix 8 an. Beide bieten ein etwas besseres Display und ein merkbar geringeres Gewicht. Das Venue 8 Pro ist außerdem nochmal etwa 50€ günstiger und kommt mit einem Digitizer.
Wer allerdings viel Wert auf einen Micro-HDMI-Anschluss legt, der sollte definitiv zum Toshiba Encore greifen.

In unserem Vergleich zwischen diesen drei Tablets gehen wir nochmals ausführlich auf die Unterschiede ein.

Alles in Allem ist das Toshiba Encore definitiv ein empfehlenswertes Gerät, das uns vor allem preisleistungstechnisch überzeugen konnte.

Haptik / Verarbeitung 6 Display 7 Batterie 9 Performance 7 Konnektivität 7 Software 8 Preis / Leistung 9

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