Review: Toshiba Excite Write im Test

Franz Feuerer
Review: Toshiba Excite Write im Test

Das Toshiba Excite Write wurde Anfang Juni 2013 im Rahmen der Computex in Taipeh offiziell vorgestellt. Neben dem Excite Pure und dem Excite Pro will es vor allem durch die Kombination aus High-End-Hardware und einem Wacom Digitizer inklusive Stylus überzeugen. Als eines der ersten Tablets mit dem Nvidia Tegra 4 SoC hatte das Excite Write in den ersten Tests jedoch noch mit Überhitzungsproblemen und Kinderkrankheiten zu kämpfen. Ob es Toshiba mittlerweile gelungen ist diese Probleme in den Griff zu bekommen, und ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Toshiba Excite Write Test.

Testgerät: Toshiba Excite Write inkl. Bluetooth-Keyboard-Cover 32GB WiFi-only – Preis ab ca. 530€ bei Amazon | Cyberport
Software: Android 4.2.2

Toshiba Excite Write Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Excite Write Front

Toshiba setzt beim Gehäuse des Excite Write größtenteils auf Kunststoff. Die Rückseite und die Seiten sind dabei in einer graufarbigen Golfballmusterstruktur mit leichter Gummierung gehalten. Das sorgt für einen hervorragenden Grip und wirkt relativ solide. Wertigkeitstechnisch gibt es deutlich ansprechendere Tablets, das Design erfüllt aber seinen Zweck.
Auch verarbeitungstechnisch hat uns das Excite Write überzeugt: Die Tasten sitzen alle sehr fest und haben einen guten Druckpunkt, Spaltmaße konnten wir nicht entdecken und auch bei stärkerem Druck konnten wir dem Gehäuse keinerlei Knarzer entlocken.

Excite Write Slot 1

Das Excite Write misst 261mm x 179mm und ist 10,5mm dick. Damit gehört es definitiv zu den größeren 10.1″ Android-Tablets des Jahres 2013, was hauptsächlich den relativ breiten Displayrändern geschuldet ist. Noch problematischer ist allerdings das Gewicht von satten 630g. Wenn man bedenkt, dass ein iPad Air nur 469g oder ein Samsung Galaxy Note 10.1 2014 Edition mit ähnlicher Hardware 547g wiegt, wirkt das Toshiba Excite Write schon ziemlich massiv. Man braucht fast immer zwei Hände, um das Tablet zu halten.
Das hohe Gewicht war mit der einzige Punkt, der uns an den physischen Eigenschaften des Excite Write wirklich gestört hat.

Excite Write Tasten 3

Auf der linken Seite des Tablets befinden sich der 3,5mm-Klinkenanschluss, die Lauter/Leiser-Wippe und der Netzteil-Anschluss. Außerdem findet man hier eine Kunststoff-Abdeckung unter der Toshiba den Micro-USB-Anschluss, einen Micro-HDMI-Port und einen microSD-Slot platziert. Der 32GB große interne Speicher kann also problemlos erweitert werden. Während die Unterseite und die linke Seite blank gehalten sind, findet man dann auf der Oberseite nur noch den Power Button.

Excite Write Rahmen

Auf der Vorderseite findet man die 1,2 Megapixel Frontkamera und keinerlei physische oder touch-sensitive Tasten – Toshiba setzt auf On-Screen Tasten. Das Display wird von Corning Gorilla Glass der zweiten Generation geschützt. Auf der Rückseite platziert man die 8 Megapixel Hauptkamera mit Foto-LED, sowie die beiden Harman Kardon Stereo-Lautsprecher. Diese konnten uns lautstärke- und auch klangtechnisch absolut überzeugen. Leider wurde deren Position etwas ungünstig gewählt. Gerade bei der Nutzung des Tablets im Landscape-Mode kommt es oft vor, dass man beide Lautsprecher mit den Händen verdeckt und somit die Soundqualität deutlich verschlechtert.

Excite Write Anschluesse

Der WLAN-Empfang ist absolut in Ordnung. Das Toshiba Excite Write gibt es in der von uns getesteten WiFi-only Version für momentan etwa 530€ sowie in einer 3G-Version für etwa 620€. Beide Modelle kommen mit 32GB internem Speicher und einem Bluetooth-Keyboard-Cover.

Bluetooth Keyboard Cover

Excite Write Cover

Erfreulicherweise liefert Toshiba ab Werk ein Bluetooth-Keyboard-Cover für das Excite Write mit. Wie der Name schon vermuten lässt, kann dieses zum Tippen, aber auch zum Schutz des Tablets genutzt werden. Das Keyboard-Cover besteht größtenteils aus gummiertem Kunststoff und ist relativ gut verarbeitet. Das Excite Write wird dabei einfach in die Halterung hineingesnappt und sitzt sehr fest. Natürlich gibt es Aussparungen für die Kamera, den Power-Button usw.

Das Tastatur-Cover wird über einen Micro-USB-Anschluss geladen und verfügt über insgesamt zwei Tasten an der linken Seite: Einen Power-Button und einen Bluetooth-Button. Die Koppelung von Tablet und Keyboard-Cover über Bluetooth funktioniert schnell und problemlos. Der Druckpunkt der Tastatur ist relativ gut und bietet einen deutlichen Mehrwert im Vergleich zu der virtuellen Android-Tastatur.

Excite Write Tastatur

Außerdem kann das Excite Write mithilfe des Tastatur-Covers auch in Notebook-Manier aufgestellt werden. Leider ist das nur in einem einzigen Blickwinkel möglich, der für unseren Geschmack nicht optimal zum Tippen auf dem Tisch oder der Couch gewählt wurde.
Klappt man das Tastatur-Cover zu, wird das Excite Write natürlich vor Kratzern oder dergleichen geschützt – das ist ziemlich praktisch.

Stylus

Excite Write Stylus

Wie bereits in unserem Unboxing gezeigt, liefert Toshiba auch einen Stylus mit. Dieser ist im Vergleich zum Stylus des Samsung Galaxy Note 10.1 2014 oder vieler anderer Android Tablets ziemlich groß und massiv geraten.
Dies hat uns im Test aber relativ gut gefallen, da der Stylus somit deutlich besser in der Hand liegt und man schneller damit zeichnen/schreiben kann.

Leider gibt es keine integrierte Halterung für den Stylus, sodass dieser schnell verloren gehen könnte.

Display

Excite Write Display

Toshiba verbaut im Excite Write ein 10.1″ großes Pixel Pure IPS-Display, das mit phänomenalen 2560×1600 Pixeln bei 300ppi auflöst. Das Display ist unser persönliches Highlight dieses Tablets.

Die Darstellung ist aufgrund der enorm hohen Pixeldichte naürlich gestochen scharf. Einzelne Pixel konnten wir in keiner Anwendungssituation ausmachen. Was uns aber vor allem gefallen hat sind die Farbintensität und die Farbkorrektheit. Das Panel des Excite Write ist nahezu perfekt kalibriert, der Weißwert ist hervorragend und auch der Schwarzwert ist für ein IPS-Display sehr gut.
Diesbezüglich kann das Excite Write durchaus mit einem iPad Air konkurrieren.

Excite Write Blickwinkel

Auch die Blickwinkelstabilität ist IPS-typisch natürlich auf einem sehr hohen Niveau. Selbst bei extremsten Blickwinkeln verwaschen die Farben kaum. Auch in Sachen Helligkeit konnte uns das Toshiba Excite Write größtenteils überzeugen. Hier kann es zwar nicht ganz mit einem iPad Air oder gar einem Nexus 7 (2013) mithalten, liegt aber trotzdem über dem Durchschnitt.

Performance

Excite Write Performance

Wie bereits erwähnt, ist das Excite Write eines der ersten Tablets, das mit Nvidias Tegra 4 SoC kommt. Der Vierkerner taktet mit 1,8GHz je Kern und wird von 2GB Ram unterstützt.

Auch performancetechnisch konnte uns das Excite Write durchaus überzeugen. Egal ob beim Navigieren durch die Homescreens oder beim Surfen mit dem Toshiba-eigenen Browser – Micro-Ruckler gab es nur sehr selten. Auch beim Spielen aufwändiger Spiele wie Modern Combat 4 oder Dead Trigger 2 hat uns das Excite Write sehr gut gefallen. Die Grafik ist beeindruckend und auch die Gaming-Performance bewegt sich auf einem hohen Niveau.

Wie anfangs bereits erwähnt, beklagten sich die ersten Tester über eine relativ starke Hitzeentwicklung bei der Nutzung des Toshiba Excite Write. Deswegen haben wir uns angesehen, wie sich das Tablet bei etwa 60 Minuten Dauerzocken (Modern Combat 4 und Dead Trigger 2 auf Grafikstufe „high“) verhält. Auch bei unserem Testgerät bemerkten wir eine verstärkte Wärmeentwicklung. Zunächst im unmittelbaren Bereich um die Hauptkamera, später dann in der gesamten linken Hälfte der Rückseite.
Das Ganze war keinesfalls so schlimm, dass man das Tablet nicht hätte weiternutzen können oder dass wir unser Spiel beenden hätten müssen, aber es fiel ziemlich deutlich auf.
Bei unserem üblichen „Benchmark-Marathon“ konnten wir eine ähnliche Entwicklung feststellen.

Für einen Vergleich mit anderen aktuellen Highend-Android-Tablets findet ihr hier eine Tabelle, die die wichtigsten Benchmarks umfasst:

Toshiba Excite Write Samsung Galaxy Note 10.1 2014 Asus Transformer Pad TF701T Sony Xperia Tablet Z Google Nexus 10 (2012) Nexus 7 (2013) Asus New Padfone A86
Vellamo 2023 2242 2710 2242 1769 1331 2933
Peacekeeper: 1097 821 1242 361 645 611 1179
Antutu Benchmark: 31099 31920 32051 20336 13630 18897 34971
Quadrant Standard Benchmark: 11902 19146 17658 7413 4497 5733 22341
SunSpider: 652,1ms 606,4ms 623,20 1867,9ms 1463,7ms 849,8ms 644,1ms

Akku

Excite Write Back

Auf der offiziellen Vorstellung des Excite Write kommunizierte man noch eine Akkukapazität von 4230mAh. Nachdem wir das Tablet nun knapp 2 Wochen durchgehend getestet haben, kommt uns dieser Wert etwas niedrig vor. Auch in Anbetracht des hohen Gewichtes. Leider breitet Toshiba über die genaue Kapazität des Akkus den Mantel des Schweigens.
Wie im Unboxing bereits erwähnt, kommt das Tablet mit einem relativ großen und altmodisch wirkenden Netzteil. Der Vorteil ist jedoch, dass der Akku schon innerhalb von 3 Stunden komplett aufgeladen ist.

Die Akkulaufzeit würden wir insgesamt als durchschnittlich bewerten.
Bei unserem üblichen Test bei voller Displayhelligkeit, eingeschaltetem WLAN und ständiger Widgergabe eines YouTube-Videos schaffte das Excite Write eine Laufzeit von etwa 6 Stunden.

Bei alltäglicher Nutzung des Tablets zum Surfen, Notizen-Machen, Lesen von PDF-Dateien und Musikhören über die integrierten Lautsprecher brachten wir es auf eine Laufzeit von etwa eineinhalb Tagen.

Kamera

Excite Write Kamera

Toshiba verbaut im Excite Write, wie bereits erwähnt, eine 8 Megapixel Hauptkamera, die bei guten Lichtbedingungen durchaus überzeugen kann. Die Bilder werden relativ scharf und farbgetreu – können aber auch in Sachen Details überzeugen.
Im LowLight-Bereich kann dann auch das Excite Write, ähnlich wie viele andere aktuelle Tablets, nicht wirklich überzeugen. Die Aufnahmen werden viel zu dunkel und Bildrauschen tritt sehr schnell ein.

Die Kamera kommt standesgemäß mit einem HDR-Modus und einem Panoramabild-Modus.

Einige Testfotos findet ihr in der folgenden Galerie:

Software

Excite Write Screenshot

Das Toshiba Excite Write kommt ab Werk noch mit Android 4.2.2. In den letzten Tagen kommunizierte Toshiba, dass das Android 4.3 Update fertig und für manchen Geräte bereits verfügbar sei. Leider konnten wir es bis heute noch nicht auf unserem Testgerät installieren, da es für dieses anscheinend noch nicht verfügbar war.

Toshiba setzt beim Excite Write auf eine Benutzeroberfläche, die sehr nah an der Vanilla-UI orientiert ist. Designtechnisch unterscheidet sie sich kaum, Toshiba hat nur einige wenige nützliche Features hinzugefügt. So gibt es ganz links einen vierten On-Screen-Button, mit dessen Hilfe man einen Screenshot aufnehmen kann.

Excite Write Stylus Mobile

Eines der Kern-Features ist und bleibt natürlich der Stylus. Toshiba installiert hierfür die Handschrifterkennungs-App „Stylus Mobile“ vor. Diese funktionierte im Test sehr gut: Sowohl die Handschrifterkennung als auch die Handflächenunterdrückung klappten bei uns sehr schnell und zuverlässig. Vor allem Letzteres ist bei einem 10.1″ Tablet natürlich fundamental. Leider muss „Stylus Mobile“ zuerst in den Einstellungen aktiviert werden. Möchte man dann wiederum mit der normalen virtuellen Tastatur tippen, muss „Stylus Mobile“ erneut mühsam in den Einstellungen deaktiviert werden. Ein schnelles und einfaches Umschalten zwischen virtueller Tastatur und Handschrifteingabe, wie man es bspw. von Samsung kennt, gibt es hier leider nicht.

Excite Write TruWrite

Toshiba installiert außerdem einige Apps, die vom Stylus profitieren, vor. Mit „TruNote“ kann auf spezielle Vorlagen (liniertes oder kariertes Papier bspw.) via Handschrifterkennung geschrieben oder gezeichnet werden. Außerdem installiert Toshiba auch einen relativ intuitiven und praktischen Datei-Manager vor.

Mit dabei ist auch „True Capture“, eine App, die das Abfotografieren von Whiteboards oder dergleichen erleichtern soll. So ist es möglich, die Meeting-Notizen vom Whiteboard abzufotografieren, anschließend zu digitalisieren und in ThinkFree Office 6.0 zu verarbeiten. Das funktionierte im Test ziemlich gut und zuverlässig.

Fazit

Toshiba Excite Write AT10PE
Gut
84%
08/2016
Preis: 530€ Das Toshiba Excite Write überzeugt im Test vor allem durch das geniale Display, den Stylus und die clevere Software.
Vorteile– Geniales Display
– Performance
– Wacom Digitizer
– Zahlreiches Zubehör
– Nützliche Software
Nachteile– Gewicht
– Wärmeentwicklung
– Ungünstig positionierte Lautsprecher

Das Toshiba Excite Write hat uns im Laufe des Tests wirklich positiv überrascht. Waren wir anfangs noch von dem hohen Gewicht und der etwas zu starken Hitzeentwicklung beim Spielen aufwändiger Games abgeschreckt, konnte uns das Gerät im Laufe des Testings mehr und mehr überzeugen. Vor allem das hochauflösende, perfekt kalibrierte und relativ helle IPS-Panel trug dazu bei. Aber auch das relativ praktische Bluetooth-Keyboard-Cover und der sehr ergonomische Stylus sowie die gut implementierten Stylus-Funktionen haben uns gefallen.

Die Verarbeitung ist ordentlich und das Design absolut zweckmäßig. Leider hat Toshiba die ansonsten sehr gut klingenden Lautsprecher etwas ungünstig platziert und auch die Tatsache, dass es keine spezielle Halterung für den Stylus gibt, macht uns etwas Sorgen.
Für einen Nachfolger würden wir uns auch eine optionale LTE-Version wünschen.

Insgesamt bekommt man für momentan rund 530€ ein sehr preisleistungsstarkes Android Tablet mit massig Zubehör, Wacom-Digitizer und genialem Display. Wer mit dem hohen Gewicht und den sonst erwähnten Nachteilen leben kann, kann dieses Tablet durchaus einem ASUS Transformer Pad TF701T oder dem Samsung Galaxy Note 10.1 2014 Edition vorziehen.

Haptik / Verarbeitung 8 Display 9 Batterie 8 Performance 9 Konnektivität 8 Software 9 Preis / Leistung 8

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