Toshibas Speicherchip-Sparte: Gemeinsame Investition durch Apple und Foxconn denkbar

Florian Matthey

Wer übernimmt die Speicherchip-Sparte von Toshiba? Jüngsten Gerüchten zufolge werden Apple und Foxconn gemeinsam in den Geschäftsbereich investieren, während Toshiba einen Anteil behalten wird.

Toshiba möchte sein Speicherchip-Geschäft verkaufen, um die drohende Insolvenz der amerikanischen Tochter Westinghouse Electric Company abzuwenden. Westinghouse betreibt in den USA Kernkraftwerke, machte zuletzt aber massive Verluste. Die Tatsache, dass sich Toshiba mit der US-Regierung auf eine Zukunft der Tochter einigen muss, macht den anstehenden Verkauf der Sparte zu einem Politikum: Offenbar wollen die Regierungen der USA und Japan dafür sorgen, dass nur Käufer aus bestimmten Ländern in Frage kommen. Die japanische Regierung spricht insoweit von „Sicherheitsbedenken“.

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Aufgrund dessen sollen die Interessenten Foxconn und TSMC für eine Komplettübernahme nicht in Frage kommen, da die Verbindungen der Unternehmen aus Taiwan nach China zu Groß seien. Zuletzt hieß es, dass Apple, Google und Amazon an der Übernahme interessiert seien. Auch für die US-Giganten wäre es aber eine Übernahme mit einem ungewöhnlich großen Umfang: Foxconn soll kürzlich für den Fall, dass eine Komplettübernahme doch möglich sein sollte, bis zu 3 Billionen Yen – fast 26 Milliarden Euro – geboten haben. Zum Vergleich: Die bisher größte Apple-Übernahme ist die von Beats Electronics für 3 Milliarden US-Dollar. Google zahlte einst für Motorola Mobility 12,5 Milliarden US-Dollar.

Jüngsten Meldungen aus Japan zufolge planen sowohl Foxconn als auch Apple jetzt keine Komplettübernahme. Stattdessen wollen die Partner kooperieren: Foxconn – beziehungsweise das Mutterunternehmen Hon Hai Precision Industry – könnte rund 30 Prozent der Anteile übernehmen, Apple selbst werde einen „substantiellen Anteil“ bekommen. Toshiba werde wiederum mit einer Minderheit beteiligt bleiben. Durch diese Konstellation blieben amerikanische und japanische Unternehmen mehrheitlich an dem Chip-Hersteller beteiligt. Und sowohl Apple als auch Foxconn könnten sich selbst eine stabile Quelle für Speicherchips sichern.

Toshiba prüfe neben diesem Angebote aktuell noch weitere Optionen. Selbst bei einer substantiellen Beteiligung würde es sich jedenfalls um die bisher mit Abstand größte Apple-Investition in ein anderes Unternehmen handeln. Allerdings würde dies Apple nicht vor größere Probleme stellen: Apple verfügt über mehr als 250 Milliarden US-Dollar an „Barreserven“.

Quelle: NHK World via Mac Rumors

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