Bitte nicht folgen: 300 australische Haie sind jetzt bei Twitter

Peer Göbel 2

Ob man Raubfischen wirklich folgen sollte? Über 300 Haie vor der Westküste Australiens sind jedenfalls seit kurzem bei Twitter - in gewissem Sinne. Wissenschaftler haben die Tiere mit akustischen Transmittern versehen, die automatisch einen Tweet auslösen, wenn sich ein Hai auf eine halbe Meile einem Strand nähert.

Bitte nicht folgen: 300 australische Haie sind jetzt bei Twitter

Neben der ungefähren Position twittern die Haie noch ein paar weitere Informationen. Das sieht dann im Feed von Surf Life Saving Western Australia ungefähr so aus:

tweet

338 Haie wurden bislang für das „Shark Detection Network“ der australischen Regierung getaggt - darunter rund 140 Weiße Haie, 170 Grauhaie und 20 Tigerhaie. Das größte Exemplar ist ein vier Meter langer Weißer Hai, den die Wissenschaftler im Oktober 2013 markierten. Den Tieren wird auf See in einer kurzen Operation ein Transmitter in den Bauch implantiert, der dann von einem Netz von Monitor-Stationen erkannt und in einen Tweet umgewandelt wird.

Twitter versorge die Surfer und Badegäste sehr viel schneller mit Informationen als die traditionellen Warnsysteme, sagte Chris Peck von Surf Life Saving Western Australia gegenüber Sky News. Der US-Haiforscher Kim Holland urteilte gegenüber NPR dagegen, das System könne Surfer auch in falscher Sicherheit wiegen. Zudem sei eine räumliche Nähe noch nicht unbedingt ein Hinweis darauf, dass das Baden gefährlich sei - auf Hawaii hielten sich Tigerhaie häufig in Ufernähe auf, die Zahl von Angriffen sei aber sehr gering.

Australien ist das Land mit den meisten tödlichen Hai-Angriffen weltweit - durchschnittlich einem pro Jahr. Haie gelten als Menschenfresser und große Gefahr, die Zahl von Angriffen liegt aber deutlich niedriger, als oft vermutet wird. Die offizielle ISAF-Statistik listet rund fünf Tote weltweit pro Jahr - also etwa halb so viele, wie täglich in Deutschland im Straßenverkehr sterben. Nicht zuletzt Steven Spielberg brachte den Fischen diesen Ruf ein - eine Unmenge von schlechten Hai-Schocker-Filmen folgte. Die kreative Nutzung von Twitter kann immerhin helfen, die Begegnung mit den Raubfischen zu vermeiden - Australien-Urlaubern sei deshalb ans Herz gelegt, den Haien zumindest auf Twitter zu folgen.

via Marco und npr

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