#BoycottApple: Twitter und Google+-Nutzer fordern Apple-Boykott

Frank Ritter 18

Am Samstag berichtete Kollege Amir über die einstweilige Verfügung von Apple gegen Samsung und Google, die bewirkt, dass das Galaxy Nexus in den USA vorerst nicht mehr verkauft werden darf. Nun regt sich Widerstand. Zeitweise waren am Wochenende Tweets und Beiträge mit dem Hashtag #BoycottApple in den Trending Topics der sozialen Netzwerke Google+ und Twitter.

Apple hat es nicht leicht. Da erfindet man mit enorm innovative Ideen und meisterhaften Ingenieursleistungen Smartphones, Tablets und Notebooks neu - und wundert sich dann, dass andere Hersteller auf den Zug aufspringen und ähnliche Produkte auf den Markt bringen. Im Gegensatz zu früher, als jeder Konzern nach eigenem Gutdünken neue Automobile, Waschmaschinen oder Toaster auf den Markt bringen (und in Teilbereichen verbessern) konnte, ist man bei Apple der Meinung, dass kein weiterer Hersteller Smartphones oder Tablets auf den Markt bringen darf, die auch nur ansatzweise ein ähnliches Design oder vergleichbare Funktionalität wie die eigenen Produkte aufweisen.

Seit dem Schwur von Steve Jobs, Apple werde einen „thermonuklearen Krieg“ gegen Android führen, wurden etliche Hersteller von Android-Geräten in verschiedenen Ländern verklagt, Verkaufsverbote verhängt und Rechtstreitigkeiten ausgetragen. Apple macht sich dabei ein Patentsystem zunutze, das Experten zufolge ernstlich reformbedürftig ist.

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Twitterperlen – Die lustigsten Tweets aller Zeiten

Nach der letzten juristischen Offensive seitens Apple, dank der Samsung Galaxy Tab 10.1 und Galaxy Nexus in den USA derzeit nicht mehr verkauft werden dürfen, regt sich Widerstand. So war auf Twitter und Google+ gestern der Hashtag #BoycottApple zeitweise in den Trending Topics, also den heißdiskutierten Themen. Mithilfe von kreativen Botschaften, Witzbildern oder simplen Meinungsäußerungen machten Nutzer über diese Plattformen ihrem Ärger über Apples Gebaren Luft. Hier nur einige davon (Klick öffnet den Originalbeitrag).

i used to be a jedi

apple think different litigate

apple death star

Auch in Blogs schwappt das Thema über. Dabei sind nicht nur die üblichen Wortmeldungen von Android-Fans wie uns zu lesen (die häufig kein Verlangen nach Apple-Produkten haben und demzufolge auch nichts boykottieren können), sondern auch die von kritischer werdenden Apple-Freunden - so etwa einen durchaus differenzierten Post im Blog Technology Poet (Übersetzung von uns):

Apple schafft es auf großartige Weise, Produkte zu erschaffen, die auf ihre Art Kunstwerke sind. Deswegen stellt sich mir die Frage nach dem Sinn all dieser Klagen. Selbst wenn Wetbewerber Apple kopieren, sind deren Produkte bestenfalls fahle Kopien - so als ob man die Mona Lisa auf einem heruntergerockten Xerox-Gerät farbkopiert, das kaum noch Tinte hat. Apple - bitte komm zur Vernunft. Es ist nicht nötig, deinen guten Namen zu besudeln, indem du eine Armee von Anwälten in den Krieg schickst. Deine Produkte sind ein viel machtvollerer Angriff auf deine Kontrahenten als es dein juristischer Zorn je sein könnte.

Hier liegt die eigentliche Gefahr für Apple: Treue Anhänger zu entfremden, die das Understatement von Apple in den juristischen Feldzügen des Konzerns vermissen. Denn ein Konzern, der wie kein anderer vom allgemein anerkannten Nimbus des perfekten Produkts lebt wie Apple, sollte es nicht nötig haben, Konkurrenten auf andere Weise auf ihre Plätze zu verweisen als über ebendiese perfekten Produkte. Schließlich hat selbst Steve Jobs einst klargemacht, dass die besten Produkte immer noch fremdinspiriert sind …

Steve Jobs: Good artists copy great artists steal.

Besitzt ihr Apple-Produkte oder wollt ihr demnächst welche kaufen? Hat das juristische Vorgehen Apples Einfluss auf eure Produktwahl? Meinungen in die Kommentare.

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