Der amerikanische Fahrdienst-Anbieter Uber muss damit rechnen, in Europa als gewöhnliches Transportunternehmen wie Taxis eingestuft zu werden. Welche Konsequenzen hat das für Kunden und das Unternehmen?

 

Uber

Facts 

Der Europäische Gerichtshof verhandelt über einen Beschluss, den Fahrdienst Uber nur als gewöhnliches Transportunternehmen in der EU zuzulassen. Damit würden auf den Fahrdienst viele Kosten und jede Menge Richtlinien zukommen. Die Taxi-Branche freut sich. Für sie ist der Konkurrent aus den USA schon lange ein Dorn im Auge

Was ist Uber?

Uber bietet seinen Kunden einen Fahrdienst mit Chauffeuren an. Das Unternehmen wurde 2009 in San Francisco gegründet und erreicht im Juli 2015 weltweite Aufmerksamkeit, als das wertvollste Start-up, mit über 50 Milliarden Dollar zu sein. In Deutschland bietet Uber seinen Dienst seit Oktober 2014 an. Anfangs vermittelte Uber private Fahrer in privaten Autos. Sie hatten weder eine Lizenz, noch die nötige Ausbildung, um Personen befördern zu dürfen. Dadurch konnten sie die üblichen Taxi-Preise weit unterbieten. Doch dieser erste Dienst wurde in Deutschland bald verboten. Jetzt bietet Uber den Dienst UberX an. Sie arbeiten dafür mit Chauffeurbetrieben zusammen. Kunden buchen in der eigenen App einen Fahrer, der sie abholt und an ein gewünschtes Ziel bringt. Die App gibt es für alle gängigen Smartphones mit iOS und Android:

Worum geht es in dem Urteil?

Ein Taxiverband in Barcelona hat eine Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht, um ihren Konkurrenten abzustrafen. Bisher wird Uber bloß als Vermittler zwischen privaten Fahrern und Kunden angesehen. Die EU spricht vom „Dienst der Informationsgesellschaft“. Dadurch fallen fast alle Richtlinien, die für Taxis gelten weg. Der EuGH-Generalanwalt Maciej Szpunar argumentiert: „Die Fahrdienstleistung sei das zentrale Element des Dienstes, die Vermittlungs-App zwischen Fahrern und Fahrgästen hingegen nur nebensächlich.“ Das Urteil soll grundlegend klären: Ist Uber nur ein Vermittler von Fahrten, oder ein gewöhnlicher Verkehrsdienstleister.

Tesla Model S und Tesla Model X im Hands-on

Was sind die Konsequenzen?

Ob die obersten Richter der Einschätzung des Generalanwalts folgen und Uber wirklich die Parkkralle anlegen, ist noch nicht sicher. Wenn es so weit kommt, muss Uber alle Richtlinien und Bestimmungen von Taxi-Unternehmen einhalten: So müssen alle Wagen mit Taxametern ausgestattet sein, die Fahrer müssen eine gültige Personenbeförderungslizenz nachweisen und vor allem gelte die Preisbindung der Taxi-Branche.

Die einen sehen in Uber die moderne, innovative und digitale Form der Personenbeförderung. Die anderen einen Zerstörer des alten Taxigewerbes. Welche Seite gewinnen wird, steht erst in ein paar Monaten fest: Das Urteil wird Ende 2017 erwartet.

Quelle: Uber, via Golem