Aus wunderhübsch wird leider Meh: Dieser YouTuber enthüllt Ubisofts Downgrades

Lisa Fleischer

Grafik-Schwindeleien sind leider keine Seltenheit bei Videospielen. Dass davon nicht nur kleinere Spiele, sondern vor allem Veröffentlichungen größerer Publisher wie Ubisoft betroffen sind, beweißt ein Video von YouTuber CrowbCat.

Von E3 zu Retail:


Dass Videospiele oftmals mit einem besseren Bild beworben werden, als sie eigentlich bieten, ist nicht erst seit gestern so. Schon zu Anfang der Gaming-Geschichte war es keine Seltenheit, dass aufwendige Artworks das Spiel-Cover zierten, während der Inhalt nur selten über eine klötzchenhafte Anordnung von riesigen Pixel hinausging. Auch hat man in Videospiel-Zeitschriften oft Hochglanz-Scrennshots gesehen, während das Endergebnis ein matschiger Pixelhaufen war (Mission Impossible lässt grüßen!). Dass aber auch bei Spielen, die für sich genommen eine gute Qualität bieten würden, zunehmend geschwindelt wird, ist vor allem in den letzten Jahren zum traurigen Trend geworden. Der YouTuber Crowbat hat anhand einiger Beispiele aus dem Hause Ubisoft einen Vergleich angestellt:

So steht es momentan um Ubisoft

Einige Spiele, die in letzter Zeit erschienen sind, zeigen, wie der Publisher versucht, Dich mit opulenten Bildern auf großen Gaming-Messen wie der E3 von seinem Produkt zu begeistern – und das funktioniert auch wunderbar, Ubisofts Pressekonferenz der E3 zählte in den letzten Jahren immer zu den Besten der Messe. Leider halten die Verkaufs-Versionen oft nicht das Versprechen, das im Vorfeld gegeben wurde. Im jüngsten Fall von No Man’s Sky bezog sich das auf Inhalte, die angekündigt aber nie realisiert wurden. Das YouTube-Video konzentriert sich jedoch ausschließlich auf grafische Unterschiede: Während die E3-Aufnahmen darin natürlich direkt vom Publisher stammen, hat er die Vergleichsbilder aus der Handels-Versionen selbst aufgenommen. Laut eigener Aussage hat er dazu alle Spiele in 1080p mit den höchsten Grafikeinstellungen am PC mit dem Controller gespielt. Dabei sehen die Spiele zwar immer noch sehr gut aus, aber doch nicht ganz so gut, wie es uns Spielern anfangs verkauft worden ist:

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13 Geheimtipps von bekannten Entwicklern und Publishern.

Watch Dogs

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Watch Dogs wurde von Ubisoft zwar mit viel Tam-Tam angekündigt, letzten Endes konnte das Spiel aber nur wenige von sich überzeugen. Das lag neben dem repetitiven Gameplay vor allem an der enttäuschenden Grafik. Wurde Dir auf der E3 noch der Mund mit tollen Schatten- und Spiegelungs-Effekten wässrig gemacht, wirkte die finale Version doch eher blass und fast schon steril. Auch, wenn das der Schärfe des Bildes zu Gute kam, ging dabei die doch eher düstere Atmosphäre aus den Vorab-Trailern verloren. Der Nachfolger, Watch Dogs 2, steht in den Startlöchern und sieht in seiner bisherigen Präsentation schon sehr beeindruckend aus. Wir hoffen sehr, dass die Entwickler auf das Feedback der Fans gehört haben und uns spielerische und grafische Verbesserungen erwarten.

The Division

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Auch wenn The Division definitiv eines der realistischsten Spiele der letzten Zeit ist, die E3-Version versprach doch noch einen Tick mehr. Während Du damals vor allem Spiegelungen im Wasser, Nebel, der die Farbe der Umgebung genau wiederspiegelt und unglaublich realistischen Schnee bewundern konntest, sieht die fertige Version aus wie ein Schatten ihrer selbst. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Leuchtete auf der Map in der E3-Version (zu sehen bei Minute 2:55) jeder interessante Ort noch orange auf, bietet die finale Map eher ein trostloses Grau in Grau. Kein Wunder, dass sich Spieler angesichts dieser phantastischen Versprechen, die dann doch nicht eingehalten wurden, selbst über minimale Fehler wie dem Entweichen der Luft eines angeschossenen Autoreifens an der falschen Stelle aufregten.

Rainbow Six: Siege

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Im Gegenteil zu Story-lastigen Spielen wie Watch Dogs oder The Division baut Rainbow Six: Siege mehr auf ein spaßiges Spielerlebnis als auf Top-Grafiken. Wie Dir aber das Gameplay schmackhaft machen, ohne dass Du Rainbow Six: Siege jemals zuvor gespielt hättest? Klar, mit einem fulminanten Trailer! Und: Das Ergebnis ist wirklich atemberaubend: Realistische Lichteffekte, scharfe Texturen, eine tolle Physik und eine Geisel, welcher der Schock richtig anzusehen ist. Leider ist davon aber so gut wie nichts im finalen Spiel zu finden. Im Eifer des Gefechts gestört hat das nicht – Rainbow Six: Siege hat sich mittlerweile zum stillen Dauerbrenner, der viel Laune macht, entwickelt – ärgerlich ist es aber trotzdem.

Far Cry 3

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Mit der Konsolen-Generation der PS4 und Xbox One ist es für die Entwickler noch besser möglich, realistische Gesichter zu generieren. Eines der besten Beispiele dafür ist wohl Uncharted 4. Aber auch Far Cry 3 versuchte sich 2012 als eines der ersten Spiele an komplexeren Gesichtern. Das sieht man vor allem an Vaas. Während sein E3-Pendant noch ein Gesicht glatt wie ein Babypopo hat, weist seine finale Version Falten an der Stirn, buschigere Augenbrauen und Rötungen umd Augen und Nase auf – eben so, wie auch echte Menschen sie haben. Leider scheint darunter aber die Tiefenschärfe und der Kontrast gelitten zu haben. Und so wirkt Vaas trotz der realistischeren Haut wie eine verschwommene Kopie seines E3-Bruders.

Welche Grafik-Downgrades haben Dich in letzter Zeit besonders geärgert? Sind Dir schon mal Unterschiede von der angekündigten zur finalen Version aufgefallen?

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