Ubisoft: Steht etwa eine Übernahme bevor?

Marco Schabel

Einer der größten Videospiel-Publisher der Welt könnte bald in den Händen eines Medienkonzerns liegen. Vivendi hat die eigenen Aktien an Ubisoft erneut deutlich aufgestockt und ist jetzt größter Aktionär.

Herzlich willkommen zu einer kleinen Wirtschaftsstunde, nimm doch Platz und lausche meinen Worten. In der Wirtschaft gibt es mehrere sogenannte Geschäftsformen, davon sind die bekanntesten wohl die GmbH und die AG. Erstere ist, wie der Name schon sagt, nur beschränkt haftbar und besteht in der Regel aus festen Gesellschaftern. Eine Übernahme ist relativ schwierig. Eine AG, so wie Ubisoft eine ist, ist im Prinzip wie eine Torte auf dem Wochenmarkt. Jeder hat die Möglichkeit sich ein Stückchen von dieser Torte zu krallen und wer das größte Stück hat, dem gehört die Leckerei. Mit anderen Worten: Eine AG steht im Prinzip durchweg zum Verkauf, weil das gesamte Unternehmen in Aktien eingeteilt ist. Das ist kein Problem, so lange Ubisoft selbst mindestens 50%+1 Aktie dieser Aktien besitzt.

Vivendi hat Aktienanteil an Ubisoft aufgestockt

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Das Problem, welches der französische Publisher jetzt möglicherweise hat, ist, dass ein ebenfalls aus Frankreich stammendes Medienunternehmen namens Vivendi die Absicht haben könnte, selbst die Mehrheit der Aktien zu besitzen. Entsprechende Befürchtungen kamen bereits zu Beginn der Woche auf, als Vivendi 140 Millionen Euro in die Hand nahm, um sich 6,6 Prozent der Ubisoft-Aktien zu kaufen. Zu diesem Zeitpunkt betonte Ubisoft-Chef Yves Guillemot, dass er auf jeden Fall um die Unabhängigkeit des Publishers kämpfen wolle und er nicht einfach so zulasse, dass ein anderes Unternehmen Ubisoft aufkauft. Völlig beeindruckt von dieser Aussage hat Vivendi jetzt noch einmal 288 Millionen Euro aus der Portokasse investiert, um größter alleinstehender Anteilseigner an Ubisoft zu werden. 10,39 Prozent der Aktien liegen damit bereits bei dem Medienkonzern.

Gleichzeitig scheint Vivendi auch an Gameloft Interesse zu zeigen. Das Mobile-Game-Unternehmen (geführt von Michel Guillemot) ist allerdings etwas günstiger. 54,11 Millionen Euro kostete es den Konzern, um sich 10,2 Prozent an Gameloft zu sichern. Es wurde von Vivendi bereits angekündigt, dass hier in beiden Fällen noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Sowohl Ubisoft, als auch Gameloft könnten demnach zeitnah noch mehr Anteile verlieren. Vivendi ist im Bereich der Videospiele keine unbekannte Größe. Der weltweit zweitgrößte Publisher Activision Blizzard war noch bis 2013 in fester Hand des Konzerns. Erst eine Summe von satten 8 Milliarden Dollar, bereitgestellt von anderen Unternehmen und einer von Activision angeführten Investorengruppe, konnte den Publisher freikaufen. Vivendi besitzt 58.000 Mitarbeiter und kann auf einen Jahresumsatz von mehr als 22 Milliarden Euro stolz sein.

Ich will auch etwas Ubisoft haben!*

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