Übernahme-Krimi um Ubisoft: Sind die Franzosen noch zu retten?

Martin Eiser 4

Doch auch das Image von Ubisoft hat ein paar Kratzer bekommen. Als Patrice Désilets, der ehemalige Creative Director von Assassin’s Creed, zu THQ wechselte, um Amsterdam: 1666 zu entwickelten, klagten die Franzosen sogar gegen diesen Schritt. Dann kaufte man das Studio mit Désilets und die Rechte aus der Insolvenzmasse von THQ. Allerdings trennten sich Ubisoft und der Entwickler wegen Uneinigkeiten beim neuen Vertrag im Streit. Die Franzosen stellten das Projekt später wegen Qualitätsmängeln ein. Erst jetzt im Frühjahr, drei Jahre später, endete der Streit und Désilets bekam die Rechte an seinem Spiel zurück.

Außerdem zeigten die Probleme mit Assassin’s Creed: Unity, dass Ubisoft offensichtlich durchaus bereit war, zugunsten der Veröffentlichung im lukrativen Weihnachtsgeschäft, bei der Qualität ein paar Abstriche zu machen. Obwohl zwei große Teams mit Unterstützung anderer Studios an Spielen arbeiten, blieb der Druck enorm hoch, ein solches Projekt in so kurzer Zeit zu stemmen. Activision-Blizzard etwa lässt Call of Duty von gleich drei Entwicklern bearbeiten, um den jährlichen Rhythmus zu halten. Ob tatsächlich ein echtes Umdenken eingesetzt hat, wird die Zeit zeigen.

Die Zukunft von Ubisoft und Gameloft

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Sowohl Gameloft als auch Ubisoft sind stetig gewachsen und haben sich immer wieder dem Markt angepasst. Gameloft etwa hat sein Angebot auf die deutlich erfolgreicheren Free-to-Play-Spiele umgestellt und baut derzeit an Konzepten, die stärker auf Werbung basieren. Ubisoft versucht jede Plattform mit innovativen und exklusiven Inhalten zu versorgen und das Unternehmen probiert sich immer wieder auch an neuen Marken. Ein Grund dafür ist auch, dass Entwickler bei Ubisoft auch die Möglichkeit bekommen, an kleinen, aber interessanten Projekten zu arbeiten – so wie Child of Light. Das fördert Kreativität.

Im Zuge der Übernahme-Gerüchte sind die Aktienkurse von Ubisoft und Gameloft deutlich gestiegen. Für Vivendi könnte es schwieriger werden, weitere Anteile zu kaufen. Die beiden Unternehmen haben in den letzten zwölf Monaten etwa um die Hälfte zugelegt. Die letzten Zahlen und Aussichten waren auch wieder besser. Gameloft ist nach Downloads gerechnet die Nummer 2 auf iOS und Android. Beim Umsatz liegt man allerdings noch deutlich abgeschlagen auf Platz 24.

For Honor Weltpremiere E3.

Die nächste Welle an Spielen ist vielversprechend. Ubisoft arbeitet derzeit unter anderem an Ghost Recon Wildlands und einer Fortsetzung von Watch Dogs. Letzteres gleicht wohl zumindest zum Teil das Fehlen von Assassin’s Creed aus. Außerdem erscheint South Park: The Fractured but Whole, eine Koproduktion zwischen Ubisoft und South Park Digital Studios. Und dann ist da noch For Honor, der Shooter mit Schwertern. Auch dieser Titel soll im aktuellen Geschäftsjahr erscheinen. Eine neue Marke und Ubisofts erster Ausflug in das Hack’n’Slash-Genre.

Auf der letzten Seite folgen Beispiele für andere Übernahmen und ein Fazit.

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