Frecher Plan: So will 1&1 den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren

Johann Philipp 5

Plant 1&1 ein eigenes Mobilfunknetz in Deutschland? Wenn es nach dem Chef des Anbieters geht, kann es gar nicht schnell genug gehen. Doch es gibt einige Hürden.

Frecher Plan: So will 1&1 den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren
Bildquelle: Pexels CC0.

Eigenes 1&1-Netz in Deutschland: So sehen die Pläne aus

Bisher gibt es mit der Telekom, Telefonica und Vodafone nur drei Anbieter mit eigenen Netzen in Deutschland. Ralph Dommermuth, Chef von United Internet, macht sich im Interview mit der Zeitung Welt stark für ein viertes Netz. Zu seinem Unternehmen gehören Marken wie 1&1 und GMX, die zwar eigene Tarife anbieten, aber auf die Netze der drei großen Netzbetreiber zurückgreifen.

„Die Politik sollte sich wieder für ein viertes Mobilfunknetz entscheiden, damit mehr Wettbewerb möglich wird“, argumentiert Dommermuth. Er wittert seine Chance auf ein eigenes Netz bei der Vergabe der neuen 5G-Frequenzen, die für noch schnelleres Internet unterwegs sorgen sollen. Jeder Anbieter muss diese Frequenzen bei der Bundesnetzagentur ersteigern. Sie sollen noch in diesem Jahr vergeben werden. Die Telekom, Vodafone und Telefonica gelten als gesetzt. Sollte sich 1&1 auch um Frequenzen bemühen, gibt es allerdings noch ein großes Problem.

1&1: Ohne Roaming kein viertes Netz

Ein 5G-Netz aufzubauen ist kostspielig und langwierig. Wie wir alle wissen: Selbst das bisherige Mobilfunknetz in Deutschland ist alles andere als zuverlässig – geschweige denn überall verfügbar. In den Genuss von 5G würden zu Beginn nur Bewohner in Städten und Ballungsgebieten kommen. Und da gibt es für 1&1 ein großes Problem: Was machen die Kunden, wenn sie mal aufs Land fahren?

Während die drei großen Konkurrenten ihr bisheriges LTE-Netz anbieten können, müsste 1&1 Vereinbarungen schließen, damit ihre Kunden über ein fremdes Netz überhaupt telefonieren könnten. 1&1 hat kein eigenes „normales“ Netz. Diese Vereinbarungen sind auch besser bekannt unter dem Namen Roaming. 1&1-Chef Dommermuth meint: „Ohne Roaming wird es in Deutschland kein viertes Netz geben“, und sieht dazu die Regierung in der Pflicht. Er fordert eine nationale Roaming-Verpflichtung für die drei großen Netzbetreiber.

Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter lehnte in der Welt diesen Vorschlag ab. Dommermuth bleiben also nur noch zwei mögliche Partner. Dabei könnten am Ende alle von der Roaming-Idee profitieren: Wenn die drei deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber zusammenarbeiten, könnten sie gemeinsam die letzten weißen Flecken auf der Netzkarte schließen und die Kosten teilen. Das Smartphone der Kunden nutzt dann das am stärksten verfügbare Netz, egal, bei welchem Anbieter man ist. Dazu müsste die Regierung aber erst das Kartellrecht ändern. Pläne gibt es schon – es besteht also Hoffnung.

Deutsche Mobilfunknetze.

Wie viele Netze es in Deutschland am Ende auch immer gibt, sie sollten leistungsfähig und überall verfügbar sein. Wie die bisherige Situation aussieht, erfahrt ihr oben im Video. Was meint ihr zu den Plänen vom 1&1-Chef? Brauchen wir ein viertes Mobilfunknetz?

Quelle: Welt, via teltarif

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