Randlos-Smartphone: Vivo Nex kann in ersten Tests nicht komplett überzeugen

Simon Stich

Das Vivo Nex ist die Zukunft des Smartphones. Oder doch nicht? In ersten Tests kann das futuristische Gerät nicht in allen Punkten überzeugen, wie sich zeigt.

Vivo Nex: Alles wollen, aber nicht alles können

Mit dem Vivo Nex hat der chinesische Hersteller gerade ein besonderes Smartphone im Programm, das weltweite Aufmerksamkeit generieren konnte. Kein Wunder, denn das Gerät kommt nahezu randlos daher und verzichtet sogar auf den unbeliebten Notch, den wir zum Beispiel vom iPhone X, Huawei P20 und OnePlus 6 kennen. Hier stört kein Einschnitt am oberen Display-Rand die Symmetrie. Die Frontkamera fährt bei Bedarf aus dem Gehäuse heraus, sobald die Kamera-App gestartet wird. Auch der direkt im Display integrierte Fingerabdrucksensor ist ein Feature, das noch längst nicht bei den Größen der Branche angekommen ist. Eine kurze Übersicht gibt es in folgendem Video:

Vivo Nex: Das erste wirklich randlose Smartphone.

Vor wenigen Tagen haben viel Tech-Seiten erste Reviews des Vivo Nex veröffentlicht. Dort kommt das Gerät recht gut weg – allerdings brauchen die innovativen Features des Smartphones definitiv noch Arbeit. Bei GSMArena ist man von der Kamera nicht begeistert, die besonders bei ungünstigen Lichtverhältnissen kaum zu gebrauchen sei. Auch der Fingerabdrucksensor soll nur unregelmäßig funktionieren. Diese Kritik zieht sich wie ein roter Faden durch alle Reviews: Mal wird der Besitzer gar nicht, mal nur mit deutlicher Verzögerung erkannt.

Vivo Nex mit „problematischer Software“

Die stärkste Kritik richtet sich bei Android Authority und Forbes nicht an die spektakuläre Ausstattung, sondern an die Software. Diese sei „problematisch“ und würde kaum Individualisierung durch einen anderen Launcher erlauben. Externe Launcher können zwar installiert werden, doch Vivos „FunTouch OS“ stellt bei jedem Druck auf den Homebutton den alten Standard wieder her.

Nicht nachvollziehbar hingegen ist die Kritik von zum Beispiel Pocket-lint, in der der Fokus auf China als Negativmerkmal hervorgehoben wird. Das Vivo Nex ist ein chinesisches Gerät, das für den chinesischen Markt konzipiert wurde und auch nur dort in den Handel geht. Eine chinesische SIM-Karte wird für den Vivo-Account benötigt, was in Europa oder den USA sicher eine nervige Hürde darstellt, dem Hersteller aber nicht übel genommen werden sollte.

Vivo Nex: Innovativ, mit Luft nach oben

Von den genannten Problemen abgesehen kommt das Vivo Nex in vielen Reviews gut weg. Das schicke Design, die clevere Kamera und vielleicht auch die Willenskraft des Herstellers, dem Notch-Einheitsbrei bei Android-Flaggschiffen einfach innovativ aus dem Weg zu gehen, kommt bei vielen Testern gut an. Ob das Gerät auch im Alltag außerhalb Chinas zu gebrauchen ist, sei mal dahingestellt. Die verbauten Techniken und Kniffe dürften aber schon bald auch bei anderen Smartphones zu bewundern sein.

Quelle: GSMArena, Forbes, TechRadar, Pocket-lint, Android Authority

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