5G-Netze: Vodafone und TU Dresden arbeiten am LTE-Nachfolger

Oliver Janko 29

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone und die Technische Universität Dresden arbeiten künftig zusammen, mit dem Ziel, den Nachfolger von LTE/4G zu realisieren. Ein eigens eingerichtetes Labor soll beste Möglichkeiten schaffen, die technischen Richtlinien für die Entwicklung eines flächendeckenden 5G-Netzes zu realisieren.

5G-Netze: Vodafone und TU Dresden arbeiten am LTE-Nachfolger

Was kommt nach LTE? Welche Spezifikationen der Nachfolger des mittlerweile endlich etablierten mobilen 4G-Datenübertragungsstandards besitzen soll, ist bislang noch unklar. Vodafone nimmt sich des Themas nun a – mit akademischer Hilfe. Für die Forschungsaktivitäten hat die TU Dresden ein umfangreiches Arsenal an Hilfsmitteln und technischen Geräten zum Prüfen und Auswerten des 4G-Nachfolgers im „5G-Labor“ bereitgestellt. Vor Ort werden 20 Professoren zusammen mit einem interdisziplinären Team, bestehend aus rund 500 Studenten, Assistenten und Gruppenleitern an der Entwicklung der nächsten Mobilfunk-Generation arbeiten. Dank neuester Geräte und Technik zur Erforschung des 5G-Standards kann die Entwicklung rasch vorangetrieben werden, wie Luke Ibbetson, seines Zeichens Forschungs- und Entwicklungschef von Vodafone, erläutert. Seinen Aussagen zufolge befindet sich die Forschung allerdings noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium – es würden noch einige Jahre vergehen, bis 5G marktreif sei.

Trotz des frühen Forschungsstands prognostizieren Forscher bereits jetzt, dass 5G sowohl die Geschwindigkeit, Belastbarkeit und „Intelligenz mobiler Netzwerke“ enorm erhöhen wird und überdies das Potenzial besitzt, Latenzzeiten merklich zu reduzieren und auf diese Weise anspruchsvolle „Mobile-to-Mobile“-Anwendungen zu realisieren. Auch die Anzahl von Geräten, die simultan mit einem Netzwerk verbunden sein können, lässt sich wesentlich erhöhen. Überdies soll eine höhere Bandbreiteneffizienz sowie die Reichweite extrem schneller mobiler Netzwerke erreicht werden.

tu-dresden-5G-requirements

Bevor 5G aber umgesetzt werden kann, steht man noch vor einigen Herausforderungen. Vor allem im Bereich der Datenübertragungszeiten, der Sensortechnik und auch bei den Bauelementen. Huawei beispielsweise will noch dieses Jahr das erste „5G-Smartphone“ vorstellen – dieses wird allerdings das Gegenteil von handlich. Dieses soll in etwa die Größe eines handelsüblichen Kühlschranks aufweisen – 2015 soll aber bereits Schuhkartongröße erreicht werden.

Sofern 5G funktionsfähig ist – man rechnet damit, dass es in etwas fünf Jahren soweit sein wird –, sollen mobile Datenübertragungsraten von 1 GBit/s zur Verfügung stehen, laut Huawei sogar bis zu 10 GBit/s. Die Reaktionszeiten sollen mit dem neuen Standard gerade einmal eine Millisekunde betragen. Zum Vergleich: Der derzeit schnellste Standard LTE-A liefert maximale Übertragungsraten von 300 Mbit/s, hierzulande ist das aber nur sehr begrenzt der Fall. Standard sind derzeit zwischen 50 Mbit/ bis maximal 100 MBit/s, wobei diese Werte oftmals aufgrund technischer Hindernisse nicht erreicht werden können.

Auch die EU hat übrigens auch ein 5G-Projekt lanciert: In Zusammenarbeit mit Samsung will die Europäische Union ebenfalls 5G etablieren, 2020 soll die Technologie den EU-Plänen zufolge Einzug halten.

Quelle: Vodafone (2), 5GLabs [via Golem]

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