Bessere Netzabdeckung: Vodafone testet Mobilfunk aus Gullydeckeln

Stefan Bubeck 3

Statt bei Großveranstaltungen zusätzliche Funkmasten aufzustellen, geht Vodafone einen anderen Weg: Funkzellen werden unter die Erde verlegt, der Kanaldeckel wird dabei zur Antenne.

Bessere Netzabdeckung: Vodafone testet Mobilfunk aus Gullydeckeln

Events wie das Public Viewing auf der Fanmeile in Berlin oder die Wiesn in München sind extreme Belastungen für Mobilfunknetze. In Stuttgart tummeln sich jedes Jahr rund 4 Millionen Besucher auf dem Gelände des Cannstatter Wasens beim zweiwöchigen Volksfest. Das mobile Datenaufkommen ist enorm: 2015 lag es bei rund sechs Terabyte, dazu kommen noch eine Million Sprachminuten – eine Steigerung um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Üblicherweise versuchen die Mobilfunkanbieter, den erhöhten Traffic durch das Aufstellen zusätzlicher Funkmasten in den Griff zu bekommen. So sollen die vielen Gäste auch weiterhin Bilder versenden, Videos hochladen und telefonieren können.

Mobilfunkstation unter der Erde

Auf dem Wasen ist allerdings der Platz knapp, da muss man neue Wege gehen – zum Beispiel nach unten. Vodafone hat dieses Jahr in Stuttgart erstmals „funkende Kanaldeckel“ im Einsatz, um die Netzversorgung auf dem Volksfest zu optimieren. Die wasserdichte Systemtechnik und die Antennen befinden sich dabei unter einem Deckel aus Kohlenstofffaser. Große Flächen lassen sich mit diesem Funksignal aus dem Untergrund nicht abdecken – es wird vielmehr versucht, Plätze mit hohem Besucheraufkommen gezielt mit Empfang zu versorgen. Bei der Installation auf dem Wasengelände handelt es sich um einen Test, dessen Auswertung noch aussteht.

Vodafone feierte mit dem neuen Konzept in Stuttgart eine Deutschlandpremiere, in der Schweiz hat der Netzbetreiber Swisscom die Technik bereits seit 2015 im Einsatz. Laut Mobilfunkanbieter werden wir in Zukunft ein immer engmaschigeres Netz vorfinden, dessen Antennen neue Plätze erobern, etwa Bushaltestellen, Straßenlaternen – oder eben elegant versteckt unter Gullydeckeln. Die Gully-Methode ist zudem kostengünstig, da sich Strom- und Glasfaseranbindung im Idealfall ganz in der Nähe befinden. Der klassische Weg, also der Aufbau eines Mastens auf einem Dach, kann hingegen vergleichsweise aufwendig sein.

Funkender Gullydeckel der SWISSCOM: Kathrein Street Connect.

Quellen: Vodafone, Esslinger Zeitung, Golem

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