Vodafone Deutschland: 2 Millionen Kunden-Datensätze gestohlen

Frank Ritter 21

Vodafone Deutschland sind Kundendaten gestohlen worden – und zwar im großen Stil: Ein Hacker konnte nach Angaben des Konzerns persönliche Daten von 2 Millionen Nutzern des Internet- und Telekommunikations-Unternehmens entwenden. Bei einem Tatverdächtigen wurde bereits eine Hausdurchsuchung vorgenommen; Vodafone-Kunden können in einem Online-Tool nachprüfen, ob sie von dem Datenklau betroffen sind.

Wir machen uns in der Redaktion gerne mal über Cybercrime lustig — das betrifft allerdings nur die Begrifflichkeit, weniger den Umstand, den er beschreibt. Denn der Diebstahl von persönlichen Daten, welcher Art auch immer, ist natürlich eine ernste Angelegenheit, gerade im Licht der NSA- und PRISM-Enthüllungen in den vergangenen Monaten. Absurderweise erscheint da das soeben bekannt gegebene Datenleck von Vodafone in Deutschland beinahe profan: So soll ein „Cyberkrimineller“ Stammdaten von zwei Millionen Vodafone-Nutzern aus Deutschland gestohlen haben.

Die Daten umfassen Namen und Adressen von Kunden, deren Geburtsdatum und Geschlecht sowie Bankdaten. Der Missetäter hatte offenbar Zugriff auf die Vodafone-eigenen Datenbanken, das allerdings nicht über ein Konzern-internes System sondern über die Schnittstelle zu einem Dienstleister. „Dieser Angriff war nur mit hoher krimineller Energie sowie Insiderwissen möglich und fand tief versteckt in der IT-Infrastruktur des Unternehmens statt“, so Vodafone. Derzeit suche man noch nach den Schuldigen — man habe zwar eine konkrete Person in Verdacht, bei der die Polizei auch bereits eine Hausdurchsuchung durchgeführt habe. Dessen Schuld könne aber noch nicht zweifelsfrei bestätigt werden.

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Vodafone hat eine spezielle Seite eingerichtet, bei der Kunden anhand der Eingabe ihrer Kontodaten über eine sichere Verbindung überprüfen können, ob sie von der Datenlücke betroffen sind. Des Weiteren erhalten Vodafone-Kunden Nachricht über die Lücke per Post, zusammen mit einer Entschuldigung und dem Versprechen, dass Vodafone seine Datenbanken zukünftig noch besser absichern wolle.

Die drei Vodafone-Kunden in unserer Redaktion haben das überprüft und waren nicht betroffen. Wer jedoch zu den Geschädigten gehört, dem können wir derzeit keinen besseren Rat geben, als genau zu prüfen, welche Kontoabgänge in der nächsten Zeit verzeichnet werden.

vodafone https adresszeile

Außerdem sollte man grundsätzlich besonders achtsam bei der Dateneingabe auf Internetseiten sein, etwa wenn man per Mail zur Eingabe sensibler Daten aufgefordert wird. Achtet darauf, dass die Domain im Browser dem Anbieter entspricht, der eure Daten haben will, und die Übermittlung über eine gesicherte Verbindung stattfindet — erkennbar an einem Schlüssel- bzw. Schlosssymbol und dem https:// am Anfang der Adresszeile im Webbrowser.

Gehört ihr zu den Betroffenen des Vodafone-Datenlecks? Erzählt es uns — in den Kommentaren.

Vodafone: Überprüfen, ob eigene Daten gestohlen wurden

[via Süddeutsche]

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