Vodafone kassierte irrtümlich Geld für nicht erbrachte Leistungen [Update]

Ansgar Warner 4

Ein Fehler im Abrechnungssystem hat das Prepaid-Guthaben von Vodafone-Kunden dahinschmelzen lassen – selbst wenn diese ihr iPhone, Android-Phone oder BlackBerry gar nicht benutzt haben.

„Money for nothing“, das klingt gut – das aber nur, wenn man der Empfänger ist. Muss man Geld für nichts bezahlen, ist das blöd. Genauso erging es aber in den letzten Monaten fast 50.000 Vodafone-Kunden: Auch wenn sie mit ihrem Smartphone weder telefonierten noch im Web surften, berechnete der Mobilfunkanbieter regelmäßig kleine Beträge im einstelligen Cent-Bereich. Aufgedeckt wurde das „Abrechnungs-Gate“ jetzt vom Mobilfunk-Portal Areamobile.

Die Redakteure waren stutzig geworden, als das Restguthaben von zwei Prepaid-SIM-Karten in verschiedenen Testgeräten auch dann abnahm, wenn die Geräte nur über das hausinterne WLAN ins Netz gingen. Beobachtet wurde das merkwürdige Phänomen auf Smartphone-Modellen mit Android, iOS, Winodws Phone und Blackberry – in unregelmäßigen Abständen verschwand jeweils genau der Betrag von 9 Cent.

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Als man Kontakt zu Vodafone aufnahm, stellte sich heraus, dass dem Unternehmen das Problem bereits bekannt war. Offenbar wurden Kunden, die sich beschwerten, ganz einfach die entsprechenden Beträge zurückerstattet. Den Areamobile-Redakteuren wurde auch gleich eine Gutschrift von 5 Euro versprochen. Eine genauere Überprüfung durch Vodafone-Techniker ergab dann aber endlich das wahre Ausmaß des Problems.

„Grund für die Anomalie ist eine Fehleinstellung im LTE–Netz gewesen, die wir inzwischen behoben haben“, bestätigte Vodafone gegenüber GIGA. Bei einem Teil der Kunden seien durch die Fehleinstellung auch bei ausgeschalteter Datenverbindung so genannte „Signalisierungspakete“ fälschlicherweise berechnet worden. Mit Hilfe dieser Datenpakete werde die Verbindung zu im Netz eingebuchten Smartphones aufrecht erhalten.

Insgesamt waren laut Vodafone 47.000 Kundenverträge betroffen, sowohl Prepaid- wie auch Postpaid-Kunden bekämen nun die entsprechenden Beträge gutgeschrieben. Spiegel Online zufolge soll es sich bisher insgesamt um weniger als 10.000 Euro handeln – allerdings hängt die Gesamtsumme natürlich auch davon ab, wie lange das Problem tatsächlich bestand.

Update: Hier das komplette Statement von Vodafone Deutschland im Wortlaut.

Hallo Giga,

Grund für die fälschlicherweise abgerechneten Datenpakete war eine Fehleinstellung im LTE-Netz, die Vodafone inzwischen behoben hat. Hierdurch wurden einem sehr kleinen Teil unserer Kunden auch bei ausgeschalteter mobiler Datenverbindung so genannte Signalisierungspakete irrtümlicherweise berechnet.

Diese Signalisierungspakete sind winzige, für Mobiltelefonie zwingend erforderliche Datenmengen mit einer Größe von wenigen Bytes pro Paket und insgesamt wenigen Kilobytes pro Tag. Mit diesen halten Mobilfunknetze permanent Kontakt zu den im LTE-Netz eingebuchten Smartphones – auch, wenn der Nutzer nicht im Netz surft oder seine mobilen Daten im Endgerät abgestellt hat. Vodafone hat das oben benannte Phänomen für die vergangenen drei Monate bis Mai dieses Jahres nachvollziehen können. Die von Vodafone identifizierten Prepaid Kunden erhalten eine entsprechende Gutschrift.

Zudem wurden auch Postpaid Kunden identifiziert, bei denen diese sehr kleinen Signalisierungspakete fälschlicherweise berechnet wurden. Diese Kosten haben wir bereits von der jeweils noch zu versendenden Rechnung genommen. Die beiden Vormonate vor dem aktuellen Rechnungslauf werden derzeit noch analysiert. Auch hier werden wir Kunden Gutschriften erteilen, wenn fehlerhafte Abbuchungen identifiziert werden.

Sollten Kunden auf ihren Rechnungen im angegeben Zeitraum Auffälligkeiten feststellen, können sie sich am besten über die MeinVodafone-App, die Hotline oder direkt per PN über Facebook Service Seite (Zur Info: Die Inhalte werden unverschlüsselt übertragen.) an den Kundenservice wenden, um den Sachverhalt klären zu lassen.

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