Zugriff verboten: Vodafone sperrt zwei illegale Download-Seiten für alle Kunden

Stefan Bubeck 7

Kunden mit Anschlüssen von Vodafone und United Internet wird der Zugriff auf zwei einschlägige Foren für illegale Downloads verweigert. Wer steckt hinter der Sperrung und lässt sich die Blockade umgehen?

Vodafone sperrt „Boerse.to“ und „DDL-Music“

Internet Musik, Videospielen oder Software – die Webseite „Boerse.to“ ist dafür bekannt, dass hier Inhalte verbreitet werden, bei denen die Zustimmung der Rechteinhaber fehlt. Mit anderen Worten: Es handelt sich um illegales Download-Portal. Seit dem 26. März 2019 können Vodafone Kunden weder auf die Webseite „Boerse.to“, noch auf die ähnliche Seite „DDL-Music“ zugreifen. Beide Seiten werden nicht geladen – weder Zuhause, noch mobil auf dem Smartphone. Stattdessen erscheint beispielsweise folgender Text im Browserfenster: „Wichtiger Hinweis: Dieses Portal ist aufgrund eines urheberrechtlichen Anspruchs nicht verfügbar.“

 

Die illegalen Webseiten wurden vom Internetanbieter per DNS-Blocking gesperrt. Betroffen sind laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung „potenziell 25 Millionen Kunden von Handy- oder Festnetzverträgen“, darunter auch Kunden von Anbietern, die das Vodafone-Netz nutzen – etwa 1&1 und Otelo.

„Boerse.to“ gesperrt: Eine Maßnahme der GEMA

Vodafone musste die beiden Seiten blockieren, weil es zuvor so von der GEMA gefordert wurde. Diese vertritt als eine der weltweit größten Autorengesellschaften zahlreiche Künstler, Komponisten und Verleger, für die sie die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht verwaltet. Kein Wunder, dass Seiten wie „Boerse.to“ der GEMA ein Dorn im Auge sind.

Der Provider Vodafone hat dem Druck letzten Endes nachgegeben. Gegenüber Golem heißt es: „Die Gema hat Vodafone per Notifizierung glaubhaft gemacht, dass Inhalte dieses Internetportales ohne die erforderliche Zustimmung der Rechteinhaber und damit illegal abrufbar sind. (…) Grundsätzlich stehen wir als Accessprovider diesen Sperranforderungen kritisch gegenüber, wir kommen hier aber einer gesetzlichen Verpflichtung nach“, so Vodafone-Unternehmenssprecher Volker Petendorf.

Die aktuelle Situation erinnert an die Sperrung von „Kinox.to“ – eine illegale Streaming-Seite für Filme und Serien, die ebenfalls von Vodafone blockiert werden musste. Damals auf Verfügung des Studios Constantin Film. Vodafone wehrte sich dagegen, unterlag dann aber vor dem Oberlandesgericht München.

Finger weg von illegalen Downloads – gute Unterhaltung gibt’s auch bei legalen Anbietern:

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DNS-Blocking lässt sich relativ leicht umgehen

Dass ein Provider eine Webseite für alle Kunden sperrt, das ist eine Situation, die in Deutschland relativ selten anzutreffen ist. Das im aktuellen Fall eingesetzte Verfahren nennt sich DNS-Blocking. Die aufgerufene Seite (z.B. „Boerse.to“) wird vom DNS („Domain Name System“) schlichtweg nicht in die sich dahinter verbergende IP-Adresse des zugehörigen Servers aufgelöst.

Diese Art der Blockade ist technisch relativ leicht zu umgehen, denn es muss lediglich ein anderes DNS verwendet werden. Einige Nutzer sind ohnehin schon aus anderen Gründen (z.B. Geschwindigkeit) auf Alternativen ausgewichen, etwa das beliebte DNS von Google. Einfach ausgedrückt: Die oben genannten Seiten sind zwar im „Telefonbuch“ von Vodafone gestrichen, aber nicht in den „Telefonbüchern“ anderer Anbieter. Die Blockade funktioniert nur über das DNS von Vodafone, andere Anbieter sind nicht betroffen.

Von der Nutzung von „Boerse.to“ und „DDL-Music“ ist aber trotzdem unbedingt abzuraten: Wer Urheberrechtsverletzungen begeht, macht sich strafbar. Mittlerweile gibt es für Filme, Serien und Musik zahlreiche legale Alternativen mit hervorragender Auswahl.

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