Handy in der Schule: WhatsApp-Verbot für Lehrer in der Diskussion

Johann Philipp 5

Für Schüler ist WhatsApp unverzichtbar, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Längst nutzen aber auch Eltern und Lehrer den Messenger untereinander, um Noten bekannt zu geben und Krankmeldungen zu verschicken. Damit befinden sie sich allerdings in einer rechtlichen Grauzone, die mehrere Bundesländer nun schließen wollen. Sie fordern ein WhatsApp-Verbot zwischen Eltern und Lehrern.

Handy in der Schule: WhatsApp-Verbot für Lehrer in der Diskussion
Bildquelle: GIGA.

WhatsApp an Schulen: Krankmeldung über Messenger

In Hessen und Baden-Württemberg ist es verboten, Niedersachsen prüft Alternativen und Berlin erlaubt es: Die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern über WhatsApp und andere soziale Netzwerke. Die Vorteile liegen auf der Hand: Schnell dem Lehrer per Whatsapp die Krankmeldung des Kindes schicken oder über Ausfälle und Vertretungen informieren. Das ist datenschutzrechtlich jedoch problematisch.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz stößt nun eine Debatte an, ob WhatsApp für die Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern generell verboten werden soll. Über Messenger-Dienste wie WhatsApp dürfte man keine personenbezogenen Daten austauschen, betonte der Präsident, Alexander Lorz, gegenüber der Berliner Morgenpost.

Vor allem sensible Daten wie Krankmeldungen sollen nicht in soziale Netzwerke geladen werden. „Aber auch Daten und Informationen, die unterrichts- und notenrelevant sein könnten, dürfen nicht ausgetauscht werden. Zu diesen Daten zählen auch Benotungen oder Hinweise zu Hausaufgaben“, erklärt Lorz.

Auch llka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, sagt gegenüber der Berliner Morgenpost: „Sensible Daten über Schüler müssen geschützt werden“. Was von den WhatsApp-Gegnern dabei aber offensichtlich übersehen wird: Der Messenger ist mit seiner Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sogar die bessere Alternative als eine E-Mail oder das Telefon.

Tipps für WhatsApp zeigen wir hier:

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WhatsApp: 22 Tipps für jeden Nutzer.

WhatsApp an Schulen: Keine einheitlichen Regeln

Bundesweit ist der Umgang mit WhatsApp in der Schule nicht klar geregelt: In Niedersachsen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz dürfen Lehrer WhatsApp nicht für dienstliche Zwecke nutzen. In Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hamburg ist es dagegen erlaubt. Jedes Bundesland kann selbst entscheiden.

Das Problem dabei ist, dass die Lehrer oft selbst nicht mehr wissen, was sie dürfen. Daher wird nun eine bundesweite Entscheidung gefordert. Dazu müsste man nur alle Landesregierungen an einen Tisch bringen.

Der Deutsche Lehrerverband fordert hingegen die Nutzung von Elternportalen als eine Alternative. Einmal eingerichtet sollen Schüler, Eltern und Lehrer in einem passwortgeschützten Bereich kommunizieren, erklärt der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger.

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