Alle von uns gehen davon aus, dass der WhatsApp-Kauf durch Facebook unter Dach und Fach ist. Wettbewerbshüter könnten jedoch auf den Plan gerufen werden, wenn Facebook die gegebenen Vorwürfe nicht dementieren kann. Die EU-Kommission prüft derzeit ein Einschalten der Wettbewerbshüter.

 

WhatsApp Inc.

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Das WhatsApp-Team dürfte sich über das 19 Milliarden Dollar schwere Angebot gefreut haben, welches ihnen Facebook-Chef Mark Zuckerberg gemacht hat. Die Übernahme durch den Social Network-Riesen schmeckt jedoch vielen Nutzern nicht, da sie eine Auswertung der Nutzerdaten durch Facebook befürchten.

„Facebook könnte ein Monopolist mit Facebook in Europa werden“

Jedoch nicht nur die Nutzer selbst sind nicht gerade über den Einkauf von Facebook erfreut, sondern auch die EU-Kommission. Jan Philipp Albrecht von den Grünen sieht beispielsweise die Marktführung des Sektors von Facebook & WhatsApp sehr kritisch: „Es ist offenkundig, dass Facebook und WhatsApp zusammen eine marktbeherrschende Stellung einnehmen und zu Monopolisten in Europa werden“, so Jan Philipp Albrecht gegenüber dem Handelsblatt.

Außerdem forderte er bestürzte Nutzer des Messengers auf, sich eine sichere Alternative zuzulegen, wenn sie Sorge um ihre Daten hätten. Der Datenschutz bei Facebook und WhatsApp sei ein großes Problem, so Albrecht. Auch Johannes Casper, Datenschutzbeauftragter von Hamburg, sieht den Datenschutz kritisch. Er möchte sich von Facebook Auskunft geben lassen, ob Nutzerdaten zum Verkauf angeboten würden. Hierzu stelle er eine Anfrage bei der Hamburger Niederlassung des Messengers.

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WhatsApp-Deal noch nicht unter Dach und Fach: Prüfung in den USA steht aus

Weitere Datenschützer und Branchenexperten befürchten, dass Facebook die Daten der beiden Dienste anhand der Handynummer zusammenführt um so noch mehr Daten von Nutzern abzugreifen. Neben der womöglich kommenden Prüfung durch die Wettbewerbshüter in Deutschland, steht definitiv eine wettbewerbsrechtliche Prüfung in den USA bevor, denn ohne diese bekommt der Deal nicht Brief und Siegel.

So endgültig wie sich der Deal aus dem Mund von Mark Zuckerberg anhörte, ist er tatsächlich noch nicht. Die Prüfung durch deutsche Behörden kann jedoch seine Zeit beanspruchen, wie der Fall von Microsoft zeigt. Bei diesem wurde eine Zerschlagung geprüft, die nötig gewesen wäre, damit der Konzern nicht mehr als Monopolist in seinem Sektor handelt. Hier zog sich die Prüfung von Microsoft so lange hin, dass die für die Prüfung gegebenen Umstände nicht mehr existierten, da der Software-Riese nicht mehr als Monopolist den Markt beherrschte.

Quelle: n-tv