Threema über WhatsApp-Verschlüsselung: Gut, aber nicht gut genug

Martin Malischek

Mit der starken WhatsApp-Verschlüsselung, welche ihr mit der aktuellen Android-APK bereits jetzt nutzen könnt, besserte der Messenger-Riese Datenschutz-technisch nach. Nichtsdestotrotz sieht Threema noch deutlich Luft nach oben in Sachen Schutz der Privatsphäre.

Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar“, diese Meldung lief in allen Medien rauf und runter. Nicht ganz zu Unrecht, denn viele fragten sich, warum der Facebook-Chef Mark Zuckerberg so viel Geld für den Messenger hinblättert.

Schnell wurde die Vermutung laut, dass WhatsApp und der Facebook Messenger zusammengelegt würden (in diesem Artikel erfahrt ihr, warum dies nicht passieren wird) und die Facebook- sowie WhatsApp-Daten zusammengeführt und so noch mehr Daten gesammelt werden.

Threema, Telegram & Co. profitierten von WhatsApp-Kauf durch Facebook

Bildquelle: shutterstock, Bearbeitung durch den Autor.

Viele Messenger profitierten kurzzeitig vom Facebook-Deal und verzeichneten starken Nutzerzufluss. Hierzu lässt sich auch der Messenger Threema aus der Schweiz zählen, um welchen mit einer „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ geworben wird. Das Unternehmen versichert, keine Nachrichten mitlesen zu können.

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Doch WhatsApp reagierte schlussendlich auf die Datenschutzbedenken und implementierte nun ebenfalls eine „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ für Android. Bei der WhatsApp-Verschlüsselung handelt es sich um die gleiche wie in TextSecure, hinter der App und der Verschlüsselungstechnik stecken die Entwickler von Open WhisperSystems.

Threema nimmt Stellung: WhatsApp immer noch unsicherer

threema

Nun äußerte sich Threema zur genannten WhatsApp-Verschlüsselung. Die schweizer Firma leitet die Stellungnahme zum neuen WhatsApp-Feature mit einer Begründung der Stellungnahme ein: „Aufgrund der heftigen Reaktionen fühlt sich Threema zur Stellungnahme verpflichtet.“

Threema erläutert, dass die WhatsApp-Verschlüsselung nur bei Textnachrichten in Einzelchats greift, nicht jedoch bei Gruppenunterhaltungen sowie dem Medienversand. Außerdem blieben Windows Phone- und iOS-Nutzer außen vor, da für sie keine Verschlüsselung verfügbar ist.

Als weiterer Kritikpunkt wird die Pflicht aufgeführt, sich mit einer Handynummer zu registrieren. Sie ließe nach wie vor eindeutig auf die Identität des Nutzers schließen, so Threema.

Neben der Möglichkeit, sich anonym bei Threema anmelden zu können, nennt das Unternehmen folgende Punkte:

  • Umfassender Schutz der Privatsphäre
  • Kein Datensammeln (dezentrales Datenmanagement – Daten werden auf den Geräten selbst und nicht zentral auf einem Server gespeichert)
  • Alle Nachrichten werden verschlüsselt übertragen, auch Gruppennachrichten und Medien
  • Möglichkeit zur Schlüsselverifikation
  • Server in der Schweiz
  • Verschlüsselung lokal gespeicherter Daten
  • Klare, einfache Privacy Policy, ohne Rechteabtretung usw.
  • Anerkannte starke Ende-zu-Ende Verschlüsselung
  • Threema ist ein unabhängiges Unternehmen

Mit der Pressemitteilung kündigte Threema ebenfalls das Erscheinen einer Windows Phone-Version und ein neues „Special-Feature“ an, dass sich bereits in der Entwicklung befinde.

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