App-Nutzung: WhatsApp beliebter als Facebook

Simon Stich

Die 19 Milliarden US-Dollar Kaufpreis haben sich gelohnt: Einer neuen Studie zufolge hat WhatsApp mittlerweile mehr aktive Nutzer als der Mutterkonzern Facebook. Wird WhatsApp jetzt auch Werbung anzeigen?

App-Nutzung: WhatsApp beliebter als Facebook
Bildquelle: GIGA.

WhatsApp überholt Facebook

Vor ziemlich genau fünf Jahren war die Aufregung groß: Facebook hat WhatsApp für 19 Milliarden US-Dollar übernommen. Was damals kaum jemand verstanden hat, wird für Facebook immer mehr zu einem Rettungsanker. Einer neuen Untersuchung von App Annie zufolge hat WhatsApp bereits seit September 2018 den Mutterkonzern bei den aktiven Nutzern überholt – wenn auch nur sehr knapp. Genau Zahlen wurden leider nicht veröffentlicht, doch einer Grafik ist zu entnehmen, dass sowohl Facebook als auch WhatsApp rund 200 Millionen „monatlich aktive Nutzer“ haben:

Zur Erklärung: Aktive Nutzer sind für die „echte“ Nutzerschaft eine bessere Mess-Metrik als die reine Zahl der App-Installationen. Letztere zählen beispielsweise auch kaum genutzte Geräte mit oder solche, auf denen die App zwar installiert ist, aber nicht genutzt wird – vorinstallierte Apps hätten hier also einen ungerechtfertigten Bonus.

Innerhalb von zwei Jahren ist Facebook in der Kategorie „monatlich aktive Nutzer“ zwar um 15 Prozent gewachsen, doch WhatsApp konnte eine noch größere Steigerung von 30 Prozent erzielen. Hier rächt sich auch die Aufspaltung von Facebook und dem Facebook Messenger. Wer sich nur mit anderen Menschen privat unterhalten möchte, der braucht die eigentliche Facebook-App dafür nicht mehr.

WhatsApps Wachstum ist vor allem Brasilien, Mexiko, der Türkei und Russland zu verdanken. Auch die 2016 eingeführte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von Nachrichten soll der Untersuchung nach dazu beigetragen haben, dass mehr Leute auf WhatsApp setzen.

Wie ihr mehr aus WhatsApp herausholen könnt, erfahrt ihr in unserer Tipp-Sammlung:

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Facebook will Werbung in WhatsApp schalten

WhatsApp ist für Facebook ein Verlustgeschäft. Seit 2016 kann man die App auch ohne Jahresgebühr nutzen, anders als im Facebook Messenger wird in der App zudem nach wie vor keine Werbung eingeblendet. Dabei dürfte es aber nicht mehr lange bleiben. Angeblich haben die WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton Facebook im Streit verlassen – Mark Zuckerberg hat sich mit seiner Vision wohl durchsetzen können. Die Chats könnten zwar weiter werbefrei bleiben, doch angeblich soll immerhin der Status-Bereich monetarisiert werden. Schon in diesem Jahr soll Nutzern in der App erstmals Werbung angezeigt werden.

Als lukrativ könnte sich langfristig auch WhatsApp for Business erweisen, eine auf Kundenfragen abzielende Variante von WhatsApp, die sich vor allem an kleinere Unternehmen richtet. Die Business-Variante wird allerdings bis auf Weiteres kostenfrei angeboten.

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