WhatsApp: Offizielle Statements zur Sperrung von WhatsApp Plus

Andreas Floemer 10

Nach dem großen Aufruhr, der gestern durch die rechtlichen Maßnahmen WhatsApps gegen den alternativen Client WhatsApp Plus entstanden ist, haben die Betreiber des Messenger-Platzhirschs ein offizielles Statement veröffentlicht, das etwas Licht auf die Hintergründe werfen soll. Ferner haben wir bei WhatsApp Plus nachgehakt und eine Stellungnahme erhalten.

WhatsApp: Offizielle Statements zur Sperrung von WhatsApp Plus

WhatsApp Plus: Messenger offiziell eingestellt

Am vergangenen Dienstag hatte WhatsApp damit begonnen, Nutzer von Drittanbieter-Diensten wie WhatsApp Plus und WhatsAppMD temporär zu blockieren. Keine 24 Stunden später folgte der nächste Schritt: Den Betreibern von WhatsApp Plus flatterte eine Unterlassungserklärung ins Haus, mit der sie gezwungen wurden, die Verbreitung und die Entwicklung des alternativen Messengers einzustellen. Die Empörung der Community war groß, doch WhatsApp sitzt am längeren rechtlichen  Hebel – der alternative Messenger ist ein für alle Mal aus dem Verkehr gezogen.

Dies bestätigt auch Dr. Mounib Al Rifai, Betreiber der offiziellen WhatsApp Plus-Community auf Anfrage von GIGA ANDROID:

WhatsApp Plus-Statement im Original:

Due to the circumstances that arose and the fact that WhatsApp Inc issued a cease and desist letter to WhatsApp+ developer Rafalense. the official WhatsApp+ community is shutting down for good and will be removed by the end of the day as for the development of the app itself Rafalense had this to say

„WhatsApp+ development is stopped since yesterday night and I will not continue with any development or support of it“

 Übersetzung von uns:

Aufgrund der Umstände, die durch die Unterlassungserklärung von WhatsApp Inc. entstanden sind, wird die offizielle WhatsApp Plus-Community für immer geschlossen und bis zum Ende des Tages entfernt. Entwickler Rafalense sagte dazu folgendes:

Die Entwicklung von WhatsApp Plus wurde gestern Nacht eingestellt und wird auch nicht fortgeführt. Außerdem wird es keinen Support für bestehende Versionen mehr geben.

Damit haben wir es schwarz auf weiß: WhatsApp Plus ist am Ende und wird auch nicht mehr fortgeführt. Wer Wert darauf legt, einen alternativen WhatsApp-Messenger zu nutzen, kann aktuell aber offenbar noch zu WhatsAppMD greifen – fragt sich nur, wie lange dieser noch erhalten bleibt, da die WhatsApp-Betreiber aktuell aktiv gegen Drittanbieter-Apps vorgehen.


WhatsApp Plus: 3 Gründe, warum das Vorgehen gegen inoffizielle Clients sinnvoll ist

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WhatsApp: Offizielles Statement

Den Aussagen von WhatsApp zufolge sei man darauf bedacht, den Messenger sicher und schnell zu gestalten – dies sei die wichtigste Maxime des Unternehmens. Drittanbieter, die ihre eigenen WhatsApp-Messenger-Lösungen um unautorisierte Funktionen erweitern, können Probleme bei der reibungslosen Nutzung des Dienstes produzieren – beispielsweise können Nachrichten verloren gehen. Genau dies widerspricht der Nutzererfahrung, die man mit WhatsApp anstrebt, weshalb mittlerweile aggressiv gegen alternative Clients vorgeht und Betreiber dazu zwingt, diese einzustellen.  Nutzer der unautorisierten Apps sind zur Nutzung des offiziellen WhatsApp-Clients angehalten, sodass sie mit ihren Kontakten sicher und zuverlässig kommunizieren können, so die Betreiber.

Dies ist aber wohl nur ein Grund für die Reintegration von Nutzern von Drittanbieter-Apps. Denn man möchte bei WhatsApp womöglich auch eventuelle Sicherheitsrisiken vermeiden, auf die man keinen Einfluss hat. In diesem Kontext sei das „Snappening“ zu erwähnen, bei dem Millionen Nutzerdaten von Snapchat an die Öffentlichkeit gelangt sind. Die Daten sind in diesem Falle nicht durch die offizielle Anwendung entwendet worden, sondern über einen inoffiziellen Snapchat-Client. Dass WhatsApp einen solchen Daten-GAU umschiffen möchte, ist durchaus verständlich.

WhatsApp Plus-Nutzer und künftig vermutlich auch Nutzer weiterer Drittanbieter-Clients müssen sich über kurz oder lang damit anfreunden, wieder auf die offizielle Whatsapp-Version umzusteigen und mit einem reduzierten Funktionsangebot sowie angestaubter Optik mit den Kontakten zu kommunizieren. Angesichts dessen, dass der Web-Client WhatsApp Web vergleichsweise ansprechend anmutet, ist zu hoffen, dass auch die Android-App bald eine Frischzellenkur bekommt.

Quelle: VentureBeat, via SmartDroid

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